Sexus

Worttrennung Se-xus
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
fachsprachlich
a)
differenzierte Ausprägung eines Lebewesens im Hinblick auf seine Aufgabe bei der Fortpflanzung
b)
Geschlechtstrieb als zum Wesen des Menschen gehörige elementare Lebensäußerung; Sexualität
2.
selten, Sprachwissenschaft Genus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sex · Sex-Appeal · sexual · sexuell · Sexualität · sexy · Sexus
Sex m. ‘(natürliches) Geschlecht’, besonders ‘(dargestellte) Sexualität, sexuelle Betätigung, geschlechtliche Anziehungskraft’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. engl. sex, eigentlich ‘Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht’, entlehnt aus afrz. sexe bzw. direkt aus diesem zugrundeliegendem lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’, einer wohl aus einem alten Dual zu einem o-Stamm (*sexo-) oder einem es/os-Stamm (dessen erstarrter Nominativ Sing. das indeklinable lat. secus ‘Geschlecht’ ist) ‘die beiden Geschlechter, die beiden Teile, Hälften’ hervorgegangenen Bildung zu lat. secāre ‘schneiden, trennen, unterscheiden’. Seit der 2. Hälfte des 20. Jhs. gilt Sex durch amerik.-engl. Einfluß besonders für ‘das Nurgeschlechtliche, die geschlechtliche Anziehungskraft, Ausstrahlung, Betätigung, Potenz’ und löst damit im Dt. früher belegtes Sex-Appeal m. ‘starke geschlechtliche Anziehungskraft (besonders der Frau), erotische Ausstrahlung, Charme’ (1. Viertel 20. Jh.) ab, nach amerik.-engl. sexappeal, vgl. engl. appeal ‘Gefallen, Anklang, Anziehungskraft, Reiz’, letztlich wie ↗Appell (s. d.) auf lat. appellāre zurückgehend. sexual Adj. ‘geschlechtlich, auf das Geschlecht bezogen’ (18. Jh.), von spätlat. sexuālis ‘zum Geschlecht gehörig’; meist als Bestimmungswort in Komposita, vgl. Sexualsystem, -trieb (18. Jh.), -krankheit (19. Jh.), -leben (20. Jh.). sexuell Adj. ‘das Geschlecht betreffend, auf die Sexualität bezogen, erotisch’, Entlehnung (18. Jh.) von frz. sexuel, nach spätlat. sexuālis (s. oben). Sexualität f. ‘Geschlechtlichkeit, Gesamtheit des Geschlechtslebens und seiner Erscheinungen, Geschlechtstrieb’ (Anfang 19. Jh.), gebildet zu sexual (s. oben). sexy Adj. (indeklinabel) ‘geschlechtsbetont, körperlich anziehend, erregend, erotisch attraktiv’ (Mitte 20. Jh.), engl. sexy, Adjektivableitung von engl. sex (s. oben). Sexus m. ‘(natürliches) Geschlecht, (der Fortpflanzung und Arterhaltung dienender) Geschlechtstrieb’, meist fachsprachlich (Anfang 18. Jh., häufiger im 20. Jh.), lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’ (s. oben).

Thesaurus

Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Geschlecht · Sexus · biologisches Geschlecht
Assoziationen
  • Geschlecht · genetisches Geschlecht
  • grammatisches Geschlecht  ●  ↗Genus  fachspr., Hauptform

Typische Verbindungen zu ›Sexus‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sexus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sexus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den willenlos gemachten Mann infiziere sie mit dem Gift des Sexus.
Die Zeit, 22.11.2010, Nr. 47
Die Macht der Worte deckt die Macht des Sexus zu.
Süddeutsche Zeitung, 07.05.1994
Die Befreiung des Sexus führt die sexuelle Unterklasse stracks in den Selbstmord.
Der Tagesspiegel, 26.01.2002
Faulheit, Arbeitsscheu, Tagträumerei sind für diese Autoren die Quellen, aus denen sich der Sexus speist.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 130
Der Sexus und seine Wünsche werden von den bürgerlichen Menschen, wie Freud sie vorfand, in ein dickes Gewebe von Verschwiegenheit, von Heuchelei und Lüge eingehüllt.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 59
Zitationshilfe
„Sexus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sexus>, abgerufen am 12.08.2020.

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