Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sichel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sichel · Nominativ Plural: Sicheln
Aussprache 
Worttrennung Si-chel
Wortbildung  mit ›Sichel‹ als Erstglied: Sichelblatt · Sichelheft · Sichelmond · Sichler · sichelförmig
 ·  mit ›Sichel‹ als Letztglied: Grassichel · Mondsichel
eWDG

Bedeutung

kleines Werkzeug zum Schneiden von Gras, Getreide, das aus einer schmalen, spitz zulaufenden und halbrund gebogenen Klinge und einem kurzen Griff, Holzgriff besteht
Beispiel:
mit der Sichel Gras schneiden, (ab)mähen
Symbol der Arbeit des Bauern
Beispiel:
Hammer und Sichel prangten auf der Fahne der Sowjetunion
bildlich
Beispiele:
die Sichel des (abnehmenden, zunehmenden) Mondes
die schmale, scharfe, klare, weiße, Sichel am nächtlichen Himmel
gehobendie silberne Sichel am nächtlichen Himmel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sichel · sicheln · Sichler
Sichel f. ‘gebogene Metallklinge zum Schnitt von Gras und Getreide’, ahd. sihhila (9. Jh.), mhd. sichel, mnd. sēkel(e), mnl. sick(e)le, nl. sikkel, aengl. sicol, engl. sickle ist eine Entlehnung (noch vor Abwanderung der Angelsachsen vom Festland, also etwa Mitte 5. Jh.) aus vlat. *sicila, das (in der Endung wohl an lat. sēcula ‘kleine Sichel’ angeglichen) aus lat. sicilis ‘Sichel’ hervorgegangen ist; zu lat. secāre ‘schneiden, ab-, zerschneiden, operieren, zerteilen’ (verwandt mit Säge, Sense, s. d.). Der einheimische Ausdruck für das auch den Germanen bekannte Werkzeug ist unter Hippe (s. d.) behandelt. Die Entlehnung des neuen Wortes erfolgt wahrscheinlich mit der Übernahme der sogenannten Bogensichel, die die ältere Hakensichel ersetzt; vgl. Kratz in: Muttersprache (1966) 70. – sicheln Vb. ‘Gras, Getreide mit der Sichel abmähen’ (15. Jh.). Sichler m. zu den Ibissen gehörender Schreitvogel mit sichelförmig gebogenem Schnabel (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Sichel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sichel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sichel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er zeigte auf die schartenreiche Sichel des schwindenden Mondes. [Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 148]
Der abnehmende Mond lag, als blanke Sichel, schräg zwischen unzähligen Sternen. [Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964]
Der Hammer schlägt plötzlich auf den Kopf und die Sichel trennt den Hals durch. [Süddeutsche Zeitung, 29.01.2000]
Zu den beiden Planeten gesellt sich auch noch die schmale Sichel des abnehmenden Mondes. [Süddeutsche Zeitung, 01.04.1998]
Der Vater aber war Sozialist, und von da zur Sichel als Symbol ist es auch nicht weit. [Die Welt, 19.04.2005]
Zitationshilfe
„Sichel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sichel>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sibylle
Sibilant
Siamosen
Siamkatze
Siamkater
Sichelblatt
Sicheldüne
Sichelheft
Sichelmond
Sichelwagen