Sichel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sichel · Nominativ Plural: Sicheln
Aussprache
WorttrennungSi-chel
Wortbildung mit ›Sichel‹ als Erstglied: ↗Sichelblatt · ↗Sichelmond · ↗sichelförmig
eWDG, 1976

Bedeutung

kleines Werkzeug zum Schneiden von Gras, Getreide, das aus einer schmalen, spitz zulaufenden und halbrund gebogenen Klinge und einem kurzen Griff, Holzgriff besteht
Beispiel:
mit der Sichel Gras schneiden, (ab)mähen
Symbol der Arbeit des Bauern
Beispiel:
Hammer und Sichel prangten auf der Fahne der Sowjetunion
bildlich
Beispiele:
die Sichel des (abnehmenden, zunehmenden) Mondes
die schmale, scharfe, klare, weiße, Sichel am nächtlichen Himmel
gehoben die silberne Sichel am nächtlichen Himmel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sichel · sicheln · Sichler
Sichel f. ‘gebogene Metallklinge zum Schnitt von Gras und Getreide’, ahd. sihhila (9. Jh.), mhd. sichel, mnd. sēkel(e), mnl. sick(e)le, nl. sikkel, aengl. sicol, engl. sickle ist eine Entlehnung (noch vor Abwanderung der Angelsachsen vom Festland, also etwa Mitte 5. Jh.) aus vlat. *sicila, das (in der Endung wohl an lat. sēcula ‘kleine Sichel’ angeglichen) aus lat. sicilis ‘Sichel’ hervorgegangen ist; zu lat. secāre ‘schneiden, ab-, zerschneiden, operieren, zerteilen’ (verwandt mit ↗Säge, ↗Sense, s. d.). Der einheimische Ausdruck für das auch den Germanen bekannte Werkzeug ist unter ↗Hippe (s. d.) behandelt. Die Entlehnung des neuen Wortes erfolgt wahrscheinlich mit der Übernahme der sogenannten Bogensichel, die die ältere Hakensichel ersetzt; vgl. Kratz in: Muttersprache (1966) 70. sicheln Vb. ‘Gras, Getreide mit der Sichel abmähen’ (15. Jh.). Sichler m. zu den Ibissen gehörender Schreitvogel mit sichelförmig gebogenem Schnabel (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Banner Davidstern Emblem Fahne Flagge Hakenkreuz Halbmond Hammer Mond Neumond Parteiemblem Parteisymbol Sense Sowjetstern Spieß Wappen bleich dünn flattern geschwungen glühend hauchdünn hissen mähen prangen schmal silbern verzieren Ähre Ährenkranz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sichel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht sollte es beim nächsten Mal zum Hammer doch noch eine Sichel dazu geben.
Der Tagesspiegel, 16.10.2003
Als sie von ihren Hunden schwärmten, leuchteten ihre Augen fast wie die Sichel des Mondes.
Bild, 02.12.2000
Und er zeigte auf die schartenreiche Sichel des schwindenden Mondes.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 148
Der abnehmende Mond lag, als blanke Sichel, schräg zwischen unzähligen Sternen.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Im nördlichen West hing glänzend und scharf die erste Sichel des zunehmenden Mondes.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 966
Zitationshilfe
„Sichel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sichel>, abgerufen am 20.10.2019.

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