Sieb, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Siebs/Siebes · Plural: Siebe
Wortbildung mit ›Sieb‹ als Erstglied: Siebbein · Siebdruck · Siebkohle · siebartig · siebähnlich
 ·  mit ›Sieb‹ als Letztglied: Kaffeesieb · Rüttelsieb · Schwenksieb · Schwingsieb · Teesieb
eWDG, 1976

Bedeutung

Gerät, dessen Boden mit zahlreichen, gleichmäßig angeordneten Löchern bestimmter Größe versehen ist, mit dem man etw. Festes aus einer Flüssigkeit aussondern, die kleineren Bestandteile einer (körnigen) Substanz von den größeren trennen kann
Beispiele:
ein feines, grobes Sieb
gekochte Äpfel durch ein Sieb geben, rühren, streichen
Tee, Kaffee durch ein Sieb gießen
Sand, Kies durch ein Sieb schaufeln
er hat ein Gedächtnis wie ein Sieb (= er vergißt alles schnell) salopp
nach dem Funkenregen sah sein Hemd wie ein Sieb aus. (= es hatte viele kleine Löcher)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieb · sieben
Sieb n. ‘löcheriges Geflecht, mit dessen Hilfe gröbere Bestandteile von feineren durch Schütteln getrennt werden’, ahd. sib (9. Jh.), mhd. sip, sib, mnd. mnl. sēve, nl. zeef, aengl. sife, engl. sieve (westgerm. *sibi- ) lassen sich verbinden mit ahd. seivar (10. Jh.), mhd. seifer, mnd. sēver ‘Speichel, Geifer, Schaum’, den unter ↗Seife (s. d.) und ↗sichten (s. d.) genannten Formen sowie mit serbokr. sípiti ‘rieseln, fein regnen’ und auf ie. *sē(i)b-, *seib-, *seip- ‘ausgießen, seihen, rinnen, tröpfeln’ zurückführen, Erweiterung der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’ (s. auch ↗sämig, ↗seihen und ↗seichen). sieben Vb. ‘durch ein Sieb geben’ (15. Jh.), ‘auswählen, nach strengen Gesichtspunkten aussondern’ (nach 1850).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Seicher · Seiher
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immer mehr Daten, von überall her verfügbar, machen die Köpfe immer schneller zum Sieb.
Der Tagesspiegel, 26.10.2000
Ich nehme mir vor, das nächste Mal vorher an die drei Siebe zu denken.
Bild, 07.03.1998
Durch alle diese völlig korrekten Begriffe fällt die Handlung wie durch ein Sieb hindurch.
Gehlen, Arnold: Urmensch und Spätkultur, Bonn: Athenäum 1956, S. 23
Und um später die Knochen abzuschöpfen, braucht man ein Sieb!
Kästner, Erich: Das doppelte Lottchen, Hamburg: Dressler 1996 [1949], S. 67
Um die Körner nach Größenklassen zu sortieren, schüttelte man sie durch Siebe.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 226
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abtropfen Assoziierung Brückenschlag Brühe Edelstahl Filter Kanne Komma Pfanne Quark Sauce Schaufel Sieb Sud abgießen abtropfen ausgelegtes durchlöchert engmaschige feines feinmaschiges filtern gegossen glorreichen hängenblieb molekulare schaufelt schütten umlaufenden verstopft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sieb‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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