Siedler, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Siedlers · Nominativ Plural: Siedler
Aussprache
WorttrennungSied-ler (computergeneriert)
Wortzerlegungsiedeln-er
Wortbildung mit ›Siedler‹ als Erstglied: ↗Siedlerbedarf · ↗Siedlerfrau · ↗Siedlerin · ↗Siedlerstelle · ↗Siedlerstolz
 ·  mit ›Siedler‹ als Letztglied: ↗Altsiedler · ↗Neusiedler
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmd., der siedelt, gesiedelt hat
Beispiele:
die Siedler mussten den Boden erst kultivieren
durch die Überschwemmung wurde die Ernte der Siedler vernichtet, wurden mehrere hundert Siedler obdachlos
2.
Kleingärtner (in einer Laubenkolonie)
Beispiel:
die Siedler der Kleingartenanlage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

siedeln · besiedeln · Siedler · Siedlung
siedeln Vb. ‘seßhaft werden, sich niederlassen, eine Wohnstätte gründen’, ahd. gisidalen ‘ansiedeln, ausbreiten’, reflexiv ‘sich niederlassen’ (9. Jh.), sidalen (11. Jh.), mhd. sidelen ‘ansässig machen, Wohnsitze errichten’. Das nur im Dt. bezeugte, erst in neuerer Sprache auch intransitiv gebrauchte Verb ist zu ahd. sidil(l)a ‘Sitz, Stuhl, Wohnsitz’ (11. Jh.), mhd. sidel, sidele ‘Sitz, Sessel, Bank’ bzw. ahd. sedal ‘Sitz, Thron, Platz’ (8. Jh.), mhd. sedel ‘Sessel, Sattel, Sitz, Land-, Wohnsitz, Ruhesitz, Lager’, asächs. seðal, aengl. seþel gebildet (s. auch ↗Einsiedler) und gehört mit den genannten Substantiven zu der unter ↗sitzen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sed- ‘sitzen’. In frühnhd. Zeit schwindet siedeln aus dem allgemeinen Sprachgebrauch und lebt nur in obd. Mundarten weiter, wird jedoch seit dem 18. Jh. wieder geläufig. besiedeln Vb. ‘eine Gegend bebauen und Wohnsitze darauf errichten, ansässig werden’ (19. Jh.), mhd. besidelen ‘als Pächter einsetzen’. Wie das Simplex erst in neuerer Zeit wieder gebräuchlich. Siedler m. ‘wer ein Gebiet bebaut und und erschließt, sich dort niederläßt’ (um 1800), älter (17. Jh.) kurz für ↗Einsiedler (s. d.) und in der Zusammensetzung Landsiedler (17. Jh.); vgl. ahd. sidilo (9. Jh.), mhd. lantsidel(e). Siedlung f. ‘das (Be)siedeln’ (um 1800), ‘Ort der Niederlassung’, auch ‘Wohn- oder Gartenkolonie’ (19. Jh.); vgl. frühnhd. sidelungereht ‘Abgabe für Ansässigmachung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ansiedler · Siedler
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abzug Araber Entwaffnung Gaza-Streif Gaza-Streifen Gazastreifen Indianer Kleingärtner Kleintierzüchter Landnahme Nachfahr Palästinenser Palästinensergebiet Severin Siedlung Soldat Westbank Westjordanland aufgebracht bewerfen erschießen extremistisch fanatisch holländisch israelisch jüdisch militant niederlassen radikal weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Siedler‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann steht das Orange der Siedler nicht mehr für freie Ausübung demokratischer Rechte.
Die Welt, 20.07.2005
Seine Männer haben es gerade angezündet, das Haus eines Siedlers.
Der Tagesspiegel, 02.03.2001
Die Siedler rückten an einem Morgen ab, mit Frauen und kleinen Kindern.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 914
Als sie am späten Nachmittag immer noch nicht zurück waren, machte sich Sorge unter den Siedlern breit.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 412
Weder hier noch in Neusüdwales gab es einen Siedler dieses Namens.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 290
Zitationshilfe
„Siedler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Siedler>, abgerufen am 15.10.2019.

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