Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Siedlung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Siedlung · Nominativ Plural: Siedlungen
Nebenform Siedelung · Substantiv · Genitiv Singular: Siedelung · Nominativ Plural: Siedelungen
Aussprache 
Worttrennung Sied-lung ● Sie-de-lung
Wortzerlegung siedeln -ung
eWDG

Bedeutungen

1.
kleiner Ort, an dem Menschen ansässig sind
a)
aus Wohnhäusern, Stallungen und kultiviertem, bebautem Boden bestehende Niederlassung
Beispiele:
eine fränkische, geschlossene, städtische, ländliche, alte dörfliche Siedlung
eine Siedlung gründen
b)
Gruppe von (gleichartigen kleinen) Wohnhäusern, meist am Rande einer Stadt
Beispiel:
eine (moderne) Siedlung am Rande der Stadt, vor, außerhalb der Stadt
c)
DDR Neubauernsiedlung
Beispiel:
1945 übernahm Bauer Lübke eine Siedlung [ W. RudolphRügen136]
2.
das Siedeln
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
die Siedlung der Einwanderer im Westen Nordamerikas in der Mitte des vorigen Jahrhunderts
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

siedeln · besiedeln · Siedler · Siedlung
siedeln Vb. ‘seßhaft werden, sich niederlassen, eine Wohnstätte gründen’, ahd. gisidalen ‘ansiedeln, ausbreiten’, reflexiv ‘sich niederlassen’ (9. Jh.), sidalen (11. Jh.), mhd. sidelen ‘ansässig machen, Wohnsitze errichten’. Das nur im Dt. bezeugte, erst in neuerer Sprache auch intransitiv gebrauchte Verb ist zu ahd. sidil(l)a ‘Sitz, Stuhl, Wohnsitz’ (11. Jh.), mhd. sidel, sidele ‘Sitz, Sessel, Bank’ bzw. ahd. sedal ‘Sitz, Thron, Platz’ (8. Jh.), mhd. sedel ‘Sessel, Sattel, Sitz, Land-, Wohnsitz, Ruhesitz, Lager’, asächs. seðal, aengl. seþel gebildet (s. auch Einsiedler) und gehört mit den genannten Substantiven zu der unter sitzen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sed- ‘sitzen’. In frühnhd. Zeit schwindet siedeln aus dem allgemeinen Sprachgebrauch und lebt nur in obd. Mundarten weiter, wird jedoch seit dem 18. Jh. wieder geläufig. – besiedeln Vb. ‘eine Gegend bebauen und Wohnsitze darauf errichten, ansässig werden’ (19. Jh.), mhd. besidelen ‘als Pächter einsetzen’. Wie das Simplex erst in neuerer Zeit wieder gebräuchlich. Siedler m. ‘wer ein Gebiet bebaut und und erschließt, sich dort niederläßt’ (um 1800), älter (17. Jh.) kurz für Einsiedler (s. d.) und in der Zusammensetzung Landsiedler (17. Jh.); vgl. ahd. sidilo (9. Jh.), mhd. lantsidel(e). Siedlung f. ‘das (Be)siedeln’ (um 1800), ‘Ort der Niederlassung’, auch ‘Wohn- oder Gartenkolonie’ (19. Jh.); vgl. frühnhd. sidelungereht ‘Abgabe für Ansässigmachung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Kolonie · Siedlung · Wohnanlage
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Siedlung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Siedlung‹ und ›Siedelung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Siedlung‹, ›Siedelung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er deutet aus dem Fenster auf die langgestreckten Häuser der Siedlung. [Kursbuch, 1971, Bd. 24]
Doch diese Stadt soll es wirklich als wendische Siedlung gegeben haben. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 94]
Die Siedlung ist eines der wichtigsten Mittel, dieses Ziel zu erreichen. [o. A.: Reichsparteitag der NSDAP in der Nürnberger Kongresshalle, 14.09.1935]
Im Vergleich zu den zahlreichen Gräbern sind Siedlungen bisher weniger untersucht. [o. A.: Lexikon der Kunst – B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 8306]
Bei anderen handelte es sich um sekundäres deutsches Eindringen in magyarische Siedlungen. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 1060]
Zitationshilfe
„Siedlung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Siedlung>.

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