Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sieg, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sieg(e)s · Nominativ Plural: Siege
Aussprache  [ziːk]
Wortbildung  mit ›Sieg‹ als Erstglied: Sieganwärter · Siegchance · Siegesanwärter · Siegesaufzug · Siegesbahn · Siegesbanner · Siegesbeute · Siegesbogen · Siegesbote · Siegesbotschaft · Siegesbulletin · Siegeschance · Siegesdenkmal · Siegeseinzug · Siegesfahne · Siegesfahrt · Siegesfanfare · Siegesfeier · Siegesfreude · Siegesgeschrei · Siegesgewissheit · Siegesglocke · Siegesgöttin · Siegesjubel · Siegeskranz · Siegeslauf · Siegeslorbeer · Siegeslärm · Siegesmahl · Siegesmarsch · Siegesmeldung · Siegesnachricht · Siegespalme · Siegesparade · Siegespodest · Siegespreis · Siegesprämie · Siegesrausch · Siegesruf · Siegesserie · Siegesstimmung · Siegessäule · Siegestaumel · Siegestor · Siegestreffer · Siegestrophäe · Siegestrunk · Siegeswille · Siegeswillen · Siegeszeichen · Siegeszug · Siegeszuversicht · Siegprämie · Siegtor · Siegtreffer · Siegwette · siegesbewusst · siegesgewiss · siegesgewohnt · siegessicher · siegestrunken · sieggewohnt · sieghaft · sieglos · siegreich · siegtrunken
 ·  mit ›Sieg‹ als Letztglied: Abbruchsieg · Abstimmungssieg · Arbeitssieg · Auftaktsieg · Auswärtssieg · Blitzsieg · Doppelsieg · Einzelsieg · Endsieg · Etappensieg · Favoritensieg · Finalsieg · Gesamtsieg · Gruppensieg · Heimsieg · K.-o.-Sieg · Kantersieg · Mannschaftssieg · Olympiasieg · Pflichtsieg · Pokalsieg · Punktsieg · Pyrrhussieg · Saisonsieg · Scheinsieg · Schultersieg · Seesieg · Spurtsieg · Start-Ziel-Sieg · Streiksieg · Tagessieg · Teilsieg · Titelsieg · Tour-Sieg · Turniersieg · Vorjahressieg · Vorjahrssieg · Wahlsieg · Weltcupsieg · Überraschungssieg
eWDG

Bedeutung

durch die völlige Bezwingung des Gegners erreichter erfolgreicher Ausgang eines Kampfes
Beispiele:
ein glücklicher, überlegener, leichter, endgültiger, eindrucksvoller, glorreicher, ruhmreicher Sieg (über jmdn., etw.)
umgangssprachlichein glänzender Sieg (über jmdn., etw.)
der Sieg ist schwer erkämpft, teuer bezahlt
Kampf und Sieg
Sieg und Niederlage
den Sieg (über jmdn., etw.) erringen, davontragen (= siegen)
um den Sieg ringen, kämpfen
jmdm., einer Sache zum Sieg verhelfen
a)
bildlich
Beispiel:
gehobenjmdm. den Sieg entreißen, streitig machen
b)
übertragen
Beispiele:
der Kampf wurde von Sieg gekrönt
Sieg auf Sieg häufen
gehobendie Palme des Sieges erringen
gehobenum die Palme des Sieges kämpfen, streiten
c)
mit einem militärischen Gegner
Beispiele:
der Sieg der alliierten Truppen über das nationalsozialistische Deutschland
der Kampf um die Festung endete mit einem Sieg der Verteidiger
einen Sieg über den Gegner erringen
gehobendem Feind den Sieg abgewinnen (= über ihn siegen)
d)
DDR gegen den Klassenfeind
Beispiele:
der Sieg der Arbeiter über ihre Ausbeuter
der welthistorische Sieg des Sozialismus
der Sieg des revolutionären deutschen Proletariats, er wird zweifellos unser sein [ Thälm.Reden1,36]
mit einem politischen Gegner
Beispiele:
ein diplomatischer, politischer Sieg
ein Sieg der Kräfte des Friedens über die Kräfte des Krieges
ein Sieg im Wahlkampf
e)
im sportlichen Wettkampf
Beispiele:
ein olympischer, klarer, hoher, sensationeller Sieg
umgangssprachlichein haushoher Sieg
das Spiel um den Pokal endete mit einem knappen, aber verdienten Sieg der Mannschaft aus B
die Eishockey-Mannschaft konnte einen sicheren Sieg herausspielen
er holte, sicherte sich [Dativ] den Sieg im Zehnkampf
die Mannschaft spielte voll auf Sieg (= die Mannschaft kämpfte mit ganzer Kraft um den Sieg)
die Mannschaft hat den Sieg verschenkt (= die Mannschaft hat nicht mit ganzer Kraft um den Sieg gekämpft und deshalb verloren)
Rennsportauf Sieg setzen, wetten (= eine Wette abschließen, dass ein bestimmtes Pferd im Rennen siegt)
f)
zwischen zwei oder mehreren Konkurrenten auf einem bestimmten Gebiet
Beispiel:
einen Sieg über den Widersacher, Nebenbuhler, Mitbewerber erringen
g)
übertragen
Beispiele:
ein moralischer, psychologischer Sieg
der Sieg der Vernunft, des Guten, der Wahrheit
der Sieg über sich selbst
jmd. hat einen Sieg über seine Furcht, Schwäche errungen
gehobender Gerechtigkeit, Wahrheit, dem Recht, einer Idee zum Siege verhelfen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieg · siegen · Sieger · sieghaft · siegreich
Sieg m. ‘Erfolg (nach einem Kampf, einem Wettstreit)’, ahd. sigu (8. Jh.), sig (9. Jh.), mhd. sige, asächs. sigi-, mnd. sēge, mnl. sēghe, nl. zege, afries. sige, aengl. sigor, sige, anord. sigr, schwed. seger, got. sigis n. sind als alte s-Stämme (ie. *seg̑hos-, *seg̑hes-) im Germ. in unterschiedliche Deklinationsklassen (*sigiz- n., *sigu- m.) übergetreten. Sie führen mit den außergerm. Verwandten aind. sáhatē ‘bewältigt, überwältigt, besiegt, gewinnt’, sáhaḥ ‘Gewalt, Macht, Sieg’, awest. hazah- ‘Gewalt, Gewalttat, Raub’, griech. échein (ἔχειν) ‘besitzen, (zurück)halten, haben’, (Aorist) ‘erobern, in Besitz nehmen’, mir. seg ‘Stärke’ und überlieferten Namen wie z. B. illyr. Segesta (Ortsname in Pannonien, Ligurien, Sizilien), kelt. Segisū, Segomāros (Personennamen) auf die Wurzel ie. *seg̑h- ‘festhalten, halten, jmdn. im Kampf überwältigen, Sieg’. siegen Vb. ‘einen Kampf gewinnen’, mhd. sigen; vgl. ahd. ubarsiginōn ‘besiegen, überwinden’ (um 1000) und (gleichbed.) ubarsigirōn (9. Jh.). Sieger m. ‘Gewinner im Kampf’, mhd. segere (vereinzelt 13. Jh.), geläufig seit frühnhd. Zeit, vgl. Siger (16. Jh.), Sieger (17. Jh.). sieghaft Adj. ahd. sigihaft (um 800), mhd. sige-, segehaft. siegreich Adj. (16. Jh.), mhd. sigerīche, mnd. sēgenrīk.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sieg · Triumph
Assoziationen
Antonyme
Sport
Synonymgruppe
Sieg  ●  Dreier  ugs.
Oberbegriffe
  • Fußball  ●  Tschutten  schweiz. · Fussi  ugs. · Kicken  ugs. · König Fußball  ugs., floskelhaft · Spiel um das runde Leder  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Sieg‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sieg‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sieg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem Sieg konnte er sich daran nicht mehr erinnern. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 163]
Doch die schönsten Siege sind seit je die Siege über sich selbst. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 82]
Erst wenn das Proletariat diese Wirkungen in sich überwunden hat, hat es den wirklichen Sieg errungen. [Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 161]
Denn dazu dürfen Sie sich nun rechnen, und vor allen Dingen werden Sie sie dann so weiter wie bisher zum Siege führen können. [o. A.: Reportage in einer Offiziersanwärterschule, 08.07.1942]
Den nahen Sieg der Bewegung konnte er und seinesgleichen nicht mehr aufhalten. [o. A.: Eröffnung des Gautages der NSDAP Ostpreußen im Königsberger Schloss, 16.06.1938]
Zitationshilfe
„Sieg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sieg>.

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