Sieg, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sieg(e)s · Nominativ Plural: Siege
Aussprache
Wortbildung mit ›sieg‹ als Erstglied: ↗Siegesbahn · ↗Siegesbanner · ↗Siegesbogen · ↗Siegesbulletin · ↗Siegeschance · ↗Siegesdenkmal · ↗Siegesfahne · ↗Siegesfanfare · ↗Siegesfeier · ↗Siegesfreude · ↗Siegesgöttin · ↗Siegesjubel · ↗Siegeslauf · ↗Siegeslorbeer · ↗Siegesmahl · ↗Siegesmeldung · ↗Siegesnachricht · ↗Siegespalme · ↗Siegesparade · ↗Siegespodest · ↗Siegesrausch · ↗Siegesstimmung · ↗Siegestaumel · ↗Siegestor · ↗Siegestreffer · ↗Siegestrophäe · ↗Siegestrunk · ↗Siegeswille · ↗Siegeszug · ↗Siegeszuversicht · ↗siegesbewusst · ↗siegesgewiss · ↗siegessicher · ↗siegestrunken · ↗sieggewohnt · ↗sieghaft · ↗sieglos · ↗siegreich
 ·  mit ›sieg‹ als Letztglied: ↗Abstimmungssieg · ↗Auftaktsieg · ↗Auswärtssieg · ↗Blitzsieg · ↗Doppelsieg · ↗Einzelsieg · ↗Endsieg · ↗Etappensieg · ↗Favoritensieg · ↗Finalsieg · ↗Gesamtsieg · ↗Gruppensieg · ↗Heimsieg · ↗K.-o.-Sieg · ↗Kantersieg · ↗Mannschaftssieg · ↗Olympiasieg · ↗Pokalsieg · ↗Punktsieg · ↗Pyrrhussieg · ↗Saisonsieg · ↗Scheinsieg · ↗Schultersieg · ↗Seesieg · ↗Spurtsieg · ↗Start-Ziel-Sieg · ↗Streiksieg · ↗Tagessieg · ↗Teilsieg · ↗Tour-Sieg · ↗Turniersieg · ↗Vorjahressieg · ↗Vorjahrssieg · ↗Wahlsieg · ↗Weltcupsieg · ↗Überraschungssieg
eWDG, 1976

Bedeutung

durch die völlige Bezwingung des Gegners erreichter erfolgreicher Ausgang eines Kampfes
Beispiele:
ein glücklicher, überlegener, leichter, endgültiger, eindrucksvoller, glorreicher, ruhmreicher Sieg (über jmdn., etw.)
umgangssprachlich ein glänzender Sieg (über jmdn., etw.)
der Sieg ist schwer erkämpft, teuer bezahlt
Kampf und Sieg
Sieg und Niederlage
den Sieg (über jmdn., etw.) erringen, davontragen (= siegen)
um den Sieg ringen, kämpfen
jmdm., einer Sache zum Sieg verhelfen
bildlich
Beispiel:
gehoben jmdm. den Sieg entreißen, streitig machen
übertragen
Beispiele:
der Kampf wurde von Sieg gekrönt
Sieg auf Sieg häufen
gehoben die Palme des Sieges erringen
gehoben um die Palme des Sieges kämpfen, streiten
a)
mit einem militärischen Gegner
Beispiele:
der Sieg der alliierten Truppen über das nationalsozialistische Deutschland
der Kampf um die Festung endete mit einem Sieg der Verteidiger
einen Sieg über den Gegner erringen
gehoben dem Feind den Sieg abgewinnen (= über ihn siegen)
b)
DDR gegen den Klassenfeind
Beispiele:
der Sieg der Arbeiter über ihre Ausbeuter
der welthistorische Sieg des Sozialismus
der Sieg des revolutionären deutschen Proletariats, er wird zweifellos unser sein [Thälm.Reden1,36]
mit einem politischen Gegner
Beispiele:
ein diplomatischer, politischer Sieg
ein Sieg der Kräfte des Friedens über die Kräfte des Krieges
ein Sieg im Wahlkampf
c)
im sportlichen Wettkampf
Beispiele:
ein olympischer, klarer, hoher, sensationeller Sieg
umgangssprachlich ein haushoher Sieg
das Spiel um den Pokal endete mit einem knappen, aber verdienten Sieg der Mannschaft aus B
die Eishockey-Mannschaft konnte einen sicheren Sieg herausspielen
er holte, sicherte sich [Dativ] den Sieg im Zehnkampf
die Mannschaft spielte voll auf Sieg (= die Mannschaft kämpfte mit ganzer Kraft um den Sieg)
die Mannschaft hat den Sieg verschenkt (= die Mannschaft hat nicht mit ganzer Kraft um den Sieg gekämpft und deshalb verloren)
Rennsport auf Sieg setzen, wetten (= eine Wette abschließen, dass ein bestimmtes Pferd im Rennen siegt)
d)
zwischen zwei oder mehreren Konkurrenten auf einem bestimmten Gebiet
Beispiel:
einen Sieg über den Widersacher, Nebenbuhler, Mitbewerber erringen
e)
übertragen
Beispiele:
ein moralischer, psychologischer Sieg
der Sieg der Vernunft, des Guten, der Wahrheit
der Sieg über sich selbst
jmd. hat einen Sieg über seine Furcht, Schwäche errungen
gehoben der Gerechtigkeit, Wahrheit, dem Recht, einer Idee zum Siege verhelfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieg · siegen · Sieger · sieghaft · siegreich
Sieg m. ‘Erfolg (nach einem Kampf, einem Wettstreit)’, ahd. sigu (8. Jh.), sig (9. Jh.), mhd. sige, asächs. sigi-, mnd. sēge, mnl. sēghe, nl. zege, aengl. sigor, sige, anord. sigr, schwed. seger, got. sigis n. sind als alte s-Stämme (ie. *seg̑hos-, *seg̑hes-) im Germ. in unterschiedliche Deklinationsklassen (*sigiz- n., *sigu- m.) übergetreten. Sie führen mit den außergerm. Verwandten aind. sáhatē ‘bewältigt, überwältigt, besiegt, gewinnt’, sáhaḥ ‘Gewalt, Macht, Sieg’, awest. hazah- ‘Gewalt, Gewalttat, Raub’, griech. échein (ἔχειν) ‘besitzen, (zurück)halten, haben’, (Aorist) ‘erobern, in Besitz nehmen’, mir. seg ‘Stärke’ und überlieferten Namen wie z. B. illyr. Segesta (Ortsname in Pannonien, Ligurien, Sizilien), kelt. Segisū, Segomāros (Personennamen) auf die Wurzel ie. *seg̑h- ‘festhalten, halten, jmdn. im Kampf überwältigen, Sieg’. siegen Vb. ‘einen Kampf gewinnen’, mhd. sigen; vgl. ahd. ubarsiginōn ‘besiegen, überwinden’ (um 1000) und (gleichbed.) ubarsigirōn (9. Jh.). Sieger m. ‘Gewinner im Kampf’, mhd. segere (vereinzelt 13. Jh.), geläufig seit frühnhd. Zeit, vgl. Siger (16. Jh.), Sieger (17. Jh.). sieghaft Adj. ahd. sigihaft (um 800), mhd. sige-, segehaft. siegreich Adj. (16. Jh.), mhd. sigerīche, mnd. sēgenrīk.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sieg · ↗Triumph
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Falle Folge Niederlage Serie Sieg Spiel Unentschieden davontragen drei dritt einfahren erringen erst feiern fünft gelingen hermüssen holen klar militärisch reichen sechst sichern verdient verhelfen vier viert wichtig zwei zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sieg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem Sieg konnte er sich daran nicht mehr erinnern.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 163
Doch an einen Sieg über die Realisten glaubt sie nicht mehr.
Der Spiegel, 14.11.1983
Diese führte denn auch in ihrem Sieg die Entscheidung herbei.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20559
Der Sieg der russischen Heere 1945 erinnerte an den von 1815.
Seton-Watson, Hugh: Rußland und Osteuropa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10199
Unrichtigerweise begann man jedoch mit seinem Namen alle unsere großen Siege zu verknüpfen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1956]
Zitationshilfe
„Sieg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sieg>, abgerufen am 15.10.2018.

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