Silberblick, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSil-ber-blick
WortzerlegungSilberBlick1
eWDG, 1976

Bedeutung

scherzhaft leicht schielender Blick
Beispiel:
sie hat einen leichten, kleinen Silberblick
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Silber · silbern · silb(e)rig · versilbern · Silberling · Silberblick · silberhell · Silberhochzeit · Silberpapier · Silberpappel
Silber n. Die Bezeichnung des Edelmetalls ahd. sil(a)bar (8. Jh.), mhd. silber, asächs. siluƀar, mnl. silver, selver, sulver, nl. zilver, afries. selver, selover, aengl. siolfor, seolfor, engl. silver, anord. silfr, schwed. silver, got. silubr (germ. *silubara-) ist wahrscheinlich wie aslaw. sьrebro, russ. serebró (серебро), alit. sidrabas, lit. sidãbras, sudãbras, lett. sidrabs, sudrabs ‘Silber’ aus einer nicht-ie. Sprache Kleinasiens entlehnt. Die in anderen ie. Sprachen überlieferten Bezeichnungen für Silber lat. argentum, air. argat, dazu gall.-lat. Argentorātum (Name für Straßburg) oder griech. árgyros (ἄργυρος) gehen wie (trotz dem problematischen Anlaut) wohl auch aind. rajatám auf die Wurzel ie. *arg̑- ‘glänzend, weißlich’ (vgl. aind. árjunaḥ ‘licht, weiß’) zurück. Sie sind im Germ., Slaw. und Balt. durch die oben genannten Entlehnungen östlicher Herkunft verdrängt worden. silbern Adj. ‘aus Silber bestehend’, ahd. silbarīn (um 1000), mhd. silberīn. silb(e)rig Adj. ‘wie Silber glänzend’ (16. Jh.). versilbern Vb. ‘in (Silber)geld umsetzen, verkaufen’ (15. Jh.), ‘mit Silber überziehen’ (16. Jh.). Silberling m. Silbermünze, vornehmlich in biblischer Überlieferung (Mt. 27, 5) von den dreißig Silberlingen, die Judas für den Verrat Jesu als Lohn erhielt, ahd. silabarling (9. Jh.) in der Übersetzung von kirchenlat. argenteus (Vulgata); dafür frühnhd. silberin pfenning (15. Jh.), doch silberling auch bei Luther. Silberblick m. das kurze Aufschimmern des Silbers bei der Läuterung (18. Jh.), zu ↗blicken (s. d.) in seiner alten Bedeutung ‘glänzen, strahlen, sichtbar werden’. Dichterisch ‘Silberglanz’ (18. Jh.); in der Umgangssprache scherzhaft für ‘leichtes Schielen’. silberhell Adj. ‘klar, durchsichtig, glänzend’, auch von der Stimme (17. Jh.). Silberhochzeit f. ‘fünfundzwanzigjähriges Ehejubiläum’ (18. Jh.), gelegentlich auch (19. Jh.) ‘fünfzigjähriges Ehejubiläum’. Silberpapier n. ‘silberfarbenes glänzendes Papier’ (18. Jh.), ‘Aluminiumfolie’ als Verpackungsmaterial (20. Jh.). Silberpappel f. Pappelart mit an der Unterseite silbern glänzenden Blättern (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Silberblick‹

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Verwendungsbeispiele für ›Silberblick‹

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Eher könnte man sich da noch mit dem Silberblick anfreunden.
Süddeutsche Zeitung, 29.04.2000
Das deutsche Trauerspiel hat sich nie zu beseelen, den Silberblick der Selbstbesinnung in seinem Inneren nie zu erwecken vermocht.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 326
Der Silberblick der Epikerin auf das Drama dient der Darstellung blinden Lebens.
Die Zeit, 26.11.1993, Nr. 48
Direkt vor mir, neben dem Mann mit der Nickelbrille, stand eine junge Frau mit einem Silberblick und grinste meinen Körper völlig ungeniert an.
C't, 2000, Nr. 10
Besitzt sie, den Mann angehend, wirklich nur alberne Requisiten, den Silberblick der Augen oder das abscheuliche, von Pommade glänzende Lippen-Bärtchen?
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 67
Zitationshilfe
„Silberblick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Silberblick>, abgerufen am 23.02.2020.

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