Silo, das oder der

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Silos · Nominativ Plural: Silos
Nebenform Silo · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Silos · Nominativ Plural: Silos
Worttrennung Si-lo
Herkunft Spanisch
Wortbildung  mit ›Silo‹ als Erstglied: ↗Silofutter · ↗Silomais · ↗Siloreife
 ·  mit ›Silo‹ als Letztglied: ↗Autosilo · ↗Erdsilo · ↗Fahrsilo · ↗Flachsilo · ↗Futtersilo · ↗Getreidesilo · ↗Hochsilo · ↗Kornsilo · ↗Strohsilo · ↗Tiefsilo · ↗Zementsilo
 ·  mit ›Silo‹ als Grundform: ↗-silo
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
hohes, schachtförmiges oder kastenförmiges Gebäude aus Holz, Stahl, Beton zur Lagerung besonders von Getreide, Erz, Kohlen, Zement
2.
meist flacher, grubenförmiger oder grabenförmiger Behälter besonders aus Beton oder Mauerwerk zur Bereitung von Gärfutter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Silo · Silage · Ensilage
Silo m. neuerdings auch n. ‘Großspeicher’ (für Schüttgüter wie Getreide, Chemikalien, Zement, Kohle, Erz) sowie ‘Gärfutterbehälter’. Die ursprünglich für (seit alters in Südeuropa, Nordafrika und Vorderasien als Getreidespeicher gebräuchliche) fest verschlossene Erdgruben, dann (Ende 19. Jh.) ebenso für schacht- oder kastenförmige Speichergebäude geltende Bezeichnung wird in den 20er Jahren des 19. Jhs. aus span. silo ‘Getreidegrube, Kornkeller, unterirdische Höhle’ entlehnt. Dieses setzt wahrscheinlich gleichbed. lat. sī̌rus fort, eine Übernahme von griech. sirós, seirós (σιρός, σειρός) ‘Getreidegrube, Fallgrube, Gefängnis’, dessen weitere Herkunft ungeklärt ist (vgl. FEW 11, 658 f.). Wegen der Seltenheit des Wandels von r zu l und angesichts des Fehlens eigenständig entwickelter Entsprechungen in den anderen roman. Sprachen (vereinzeltes aprov. sil ‘Getreidegrube’ ist Hispanismus) bestreitet Corominas 4, 224 ff. allerdings den griech.-lat. Ursprung von span. silo und sucht dessen Etymon in einem kelt. *sīlon ‘Samenkorn, Samen’ (mit Bedeutungsverschiebung über kollektives ‘Korn, Menge von Samen’ zu ‘Kornspeicher, Getreidegrube’); vgl. air. sīl ‘Samen’, kymr. hil, sil ‘Nachkommenschaft’. Silage f. ‘das Einbringen des aufzubewahrenden Getreides oder des zu vergärenden Grünfutters in Silos’, heute in der Landwirtschaft vor allem ‘im Silo bereitetes Gärfutter’ (neben Silofutter); in der 1. Hälfte des 20. Jhs. sich durchsetzende Kürzung aus älterem Ensilage m. dann f. ‘Einlagerung in Silos’ (um 1900), nach gleichbed. frz. ensilage m. (zu aus dem Span. stammendem frz. silo gebildet im Anschluß an span. ensilar ‘im Silo verwahren’, vgl. span. ensilaje ‘Silage’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Scheune · Silo (Getreide) · ↗Speicher
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Silo‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Silo‹.

Verwendungsbeispiele für ›Silo‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Dreschen bleibe nichts übrig und die Ernte verschwinde in Silos.
Süddeutsche Zeitung, 03.09.2002
Irgendwo in der Nähe des Turmes stehen die Silos mit den Boden-Luft-Raketen.
C't, 1995, Nr. 1
Mit der Ausbreitung des Genossenschaftswesens nimmt die Lagerung des Kornes in Silos, das sind Getreidelagerhäuser, mehr und mehr zu.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 177
In den feuchten Silos bildete sich auf den Körnern Gift.
Bild, 18.08.1998
Er kann mit nur 1 Mann das tägliche Grünfutter holen, Futter in Silos fahren und Heu aufladen.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 166
Zitationshilfe
„Silo“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Silo>, abgerufen am 09.08.2020.

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