Sinfonie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sinfonie · Nominativ Plural: Sinfonien
Nebenform Symphonie · Substantiv · Genitiv Singular: Symphonie · Nominativ Plural: Symphonien
Aussprache  [zɪnfoˈniː] · [zʏmfoˈniː]
Worttrennung Sin-fo-nie ● Sym-pho-nie
Rechtschreibregeln § 20 (2), § 32 (2)
Wortbildung  mit ›Sinfonie‹ als Erstglied: Sinfoniekonzert · Sinfonieorchester · Symphoniekonzert · Symphonieorchester · sinfonisch · symphonisch
 ·  mit ›Sinfonie‹ als Letztglied: Farbensinfonie · Farbensymphonie · Großstadtsinfonie · Großstadtsymphonie · Pastoralsinfonie · Pastoralsymphonie
Herkunft zu symphōníagriech (συμφωνία) ‘das Zusammenstimmen, Harmonie, Einklang, Konzert’, vgl. sinfoniaital ‘Sinfonie’
eWDG

Bedeutung

großes, meist aus vier Sätzen bestehendes Musikwerk für Orchester, dessen erster Satz gewöhnlich Sonatenform hat
Beispiel:
das Orchester spielte eine Sinfonie/Symphonie von Beethoven, Mozart
bildlich
Beispiel:
gehobender Straßenlärm ist die brausende Sinfonie/Symphonie der Großstädte
übertragen reiche Fülle, gewaltiger Zusammenklang verschiedener, zusammenwirkender Einzelheiten
Beispiele:
die Luft war erfüllt von einer Sinfonie/Symphonie berauschender Blumendüfte
eine Sinfonie/Symphonie von Farben, Rot und Gold
eine Sinfonie/Symphonie von, aus Stein (= ein Baudenkmal)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Symphonie · Sinfonie · sinfonisch · Sinfoniker
Symphonie Sinfonie f. ‘mehrsätziges Instrumentalwerk für großes Orchester’. Mhd. symphonīe ‘Zusammenklang, Wohlklang (verschiedener Instrumente oder Singstimmen), Harmonie, Konzert’ (Anfang 13. Jh.) ist entlehnt aus lat. symphōnia, griech. symphōnía (συμφωνία) ‘das Zusammenstimmen, Harmonie, Einklang, Konzert’, Abstraktum zu griech. sýmphōnos (σύμφωνος) ‘zugleich mit etw. ertönend, zusammenstimmend, harmonisch’, einer Bildung (s. syn-) zu griech. phōnḗ (φωνή) ‘Stimme, Klang, Ton’. Wohl auf dem Einfluß von afrz. symphonie, simphonie, si(n)fonie ‘Konzert von Instrumenten und Gesangsstimmen’, besonders aber ‘Musikinstrument’ (verschiedener Art), zumal ‘Saiteninstrument’, beruht der mhd. frühnhd. Gebrauch im Sinne von ‘Saiteninstrument, schönklingendes Saitenspiel’. Entsprechend ital. sinfonia gilt der Ausdruck seit dem 17. Jh. (bis ins 19. Jh.) für musikalische, in sich abgeschlossene Vor- und Zwischenspiele bei Opern und Theaterstücken, die auch für sich gespielt werden können, und im Anschluß daran für ein selbständiges Orchesterwerk. Die heutige, aus mehreren in sich abgeschlossenen Sätzen bestehende Form der Sinfonie (als ‘große Sonatenform’) entwickelt sich im 18. Jh. aus der festgelegten Satzfolge (schnell, langsam, schnell) neapolitanischer Opernouvertüren. Auf ital. sinfonia geht auch die in der 2. Hälfte des 18. Jhs. aufkommende Schreibung Sinfonie zurück. Übertragener Gebrauch ‘Übereinstimmung, Einklang’ setzt im 18. Jh. (nach einem Einzelbeleg des 16. Jhs.) ein. sinfonisch Adj. ‘wohlklingend’ (17. Jh.), ‘in der Art einer Sinfonie’ (18. Jh.). Sinfoniker m. ‘Komponist von Sinfonien, Mitglied eines Sinfonieorchesters’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Sinfonie · Symphonie

Typische Verbindungen zu ›Sinfonie‹ (berechnet)

Aufführung Aufnahme Beisp Einspielung Gesamtaufnahme Großstadt Klagelied Satz acht aufführen beethovensch dirigieren dreisätzig erklingen fünft komponieren konzertant linzer lyrische neunt prager sechst siebent unvollendet uraufgeführt vieren viersätzig vierter

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Sinfonie‹ und ›Symphonie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sinfonie‹, ›Symphonie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zugleich reiften in ihm die Pläne zu zwei weiteren Sinfonien. [Ringbom, Nils-Eric: Sibelius. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 3681]
Der Druck einer Sinfonie in Posen scheint dies zu bestätigen. [Wessely, Othmar: Kienlen (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 36114]
Konzipiert wurde die Deutsche Sinfonie bereits in den dreißiger Jahren. [Die Zeit, 02.10.2006, Nr. 40]
Mit ihnen kommt man der Fünften Sinfonie sowieso nicht bei. [Die Zeit, 07.05.2001, Nr. 19]
Diese Sätze sind für die Geschichte der Sinfonie sehr wichtig. [Borrel, Eugène: Corrette. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 19206]
Zitationshilfe
„Sinfonie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sinfonie>.

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