Sinfonie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sinfonie · Nominativ Plural: Sinfonien
Nebenform Symphonie · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Symphonie · Nominativ Plural: Symphonien
WorttrennungSin-fo-nie · Sym-pho-nie
HerkunftGriechisch
Rechtschreibregeln§ 20 (2), § 32 (2)
Wortbildung mit ›Sinfonie‹ als Erstglied: ↗Sinfoniekonzert · ↗Sinfonieorchester · ↗Symphoniekonzert · ↗Symphonieorchester · ↗sinfonisch · ↗symphonisch
 ·  mit ›Sinfonie‹ als Letztglied: ↗Farbensinfonie · ↗Farbensymphonie · ↗Großstadtsinfonie · ↗Großstadtsymphonie · ↗Pastoralsinfonie · ↗Pastoralsymphonie
eWDG, 1976

Bedeutung

großes, meist aus vier Sätzen bestehendes Musikwerk für Orchester, dessen erster Satz gewöhnlich Sonatenform hat
Beispiel:
das Orchester spielte eine Sinfonie/Symphonie von Beethoven, Mozart
bildlich
Beispiel:
gehobender Straßenlärm ist die brausende Sinfonie/Symphonie der Großstädte
übertragen reiche Fülle, gewaltiger Zusammenklang verschiedener, zusammenwirkender Einzelheiten
Beispiele:
die Luft war erfüllt von einer Sinfonie/Symphonie berauschender Blumendüfte
eine Sinfonie/Symphonie von Farben, Rot und Gold
eine Sinfonie/Symphonie von, aus Stein (= ein Baudenkmal)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Symphonie · Sinfonie · sinfonisch · Sinfoniker
Symphonie Sinfonie f. ‘mehrsätziges Instrumentalwerk für großes Orchester’. Mhd. symphonīe ‘Zusammenklang, Wohlklang (verschiedener Instrumente oder Singstimmen), Harmonie, Konzert’ (Anfang 13. Jh.) ist entlehnt aus lat. symphōnia, griech. symphōnía (συμφωνία) ‘das Zusammenstimmen, Harmonie, Einklang, Konzert’, Abstraktum zu griech. sýmphōnos (σύμφωνος) ‘zugleich mit etw. ertönend, zusammenstimmend, harmonisch’, einer Bildung (s. ↗syn-) zu griech. phōnḗ (φωνή) ‘Stimme, Klang, Ton’. Wohl auf dem Einfluß von afrz. symphonie, simphonie, si(n)fonie ‘Konzert von Instrumenten und Gesangsstimmen’, besonders aber ‘Musikinstrument’ (verschiedener Art), zumal ‘Saiteninstrument’, beruht der mhd. frühnhd. Gebrauch im Sinne von ‘Saiteninstrument, schönklingendes Saitenspiel’. Entsprechend ital. sinfonia gilt der Ausdruck seit dem 17. Jh. (bis ins 19. Jh.) für musikalische, in sich abgeschlossene Vor- und Zwischenspiele bei Opern und Theaterstücken, die auch für sich gespielt werden können, und im Anschluß daran für ein selbständiges Orchesterwerk. Die heutige, aus mehreren in sich abgeschlossenen Sätzen bestehende Form der Sinfonie (als ‘große Sonatenform’) entwickelt sich im 18. Jh. aus der festgelegten Satzfolge (schnell, langsam, schnell) neapolitanischer Opernouvertüren. Auf ital. sinfonia geht auch die in der 2. Hälfte des 18. Jhs. aufkommende Schreibung Sinfonie zurück. Übertragener Gebrauch ‘Übereinstimmung, Einklang’ setzt im 18. Jh. (nach einem Einzelbeleg des 16. Jhs.) ein. sinfonisch Adj. ‘wohlklingend’ (17. Jh.), ‘in der Art einer Sinfonie’ (18. Jh.). Sinfoniker m. ‘Komponist von Sinfonien, Mitglied eines Sinfonieorchesters’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Sinfonie · Symphonie

Typische Verbindungen zu ›Sinfonie‹, ›Symphonie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Adagio C-Dur D-Dur Es-Dur Großstadt Kammermusik Klavierkonzert Oratorium Ouvertüre Scherzo Sinfonie Sonate Streichquartett Uraufführung Violinkonzert dirigieren dreisätzig erklingen fünft komponieren konzertant neunt sechst siebent siebt unvollendet uraufführen uraufgeführt viert zehnt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sinfonie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sinfonie‹, ›Symphonie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch "wie zum ersten Mal gespielt" klingen die Sinfonien bei ihm kaum.
Der Tagesspiegel, 06.01.2001
Da können Sie zwei Sinfonien in einer Probe abspielen, weil das so simpel geschrieben ist.
Die Welt, 12.10.1999
Zugleich reiften in ihm die Pläne zu zwei weiteren Sinfonien.
Ringbom, Nils-Eric: Sibelius. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 3681
In der frühen Oper sind die instrumentalen R. neben der Sinfonie die einzigen Instrumentalstücke.
o. A.: R. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 2676
Der Sinfonie folgten zwei seiner Liederkompositionen, von denen namentlich das eine Lied so mächtig wirkte, daß es wiederholt werden mußte.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Zitationshilfe
„Sinfonie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sinfonie>, abgerufen am 25.01.2020.

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