Sinnbild, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungSinn-bild (computergeneriert)
WortzerlegungSinnBild
Wortbildung mit ›Sinnbild‹ als Erstglied: ↗sinnbildhaft · ↗sinnbildlich
eWDG, 1976

Bedeutung

(dargestellter) Gegenstand oder Vorgang, der einen abstrakten Begriff, größeren Zusammenhang anschaulich macht, Symbol
Beispiel:
die Taube als Sinnbild des Friedens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sinn · sinnig · unsinnig · Unsinn · sinnlich · Sinnlichkeit · sinnlos · übersinnlich · Sinnbild · Sinngedicht · sinnreich · sinnvoll
Sinn m. ‘Fähigkeit, Reize zu empfinden, Denken, Gedanken, Gesinnung, Gemüt, Verstand, geistiger Inhalt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. afries. sin, nl. zin stellt sich als Verbalsubstantiv zu dem unter ↗sinnen (s. d.) behandelten stark flektierenden Verb und gehört mit den dort sowie den unter ↗Gesinde und ↗senden (s. d.) angeführten Formen zu einer Wurzel ie. *sent- ‘eine Richtung nehmen, gehen’, übertragen ‘empfinden, wahrnehmen’. Die Übertragung der Bedeutung fällt bei Sinn bereits vollständig in vorgerm. Zeit (anders als bei ↗sinnen, s. d.). Häufig in festen Wendungen wie bei Sinnen (‘bei Verstand’) sein, mhd. bī sinne sīn; von Sinnen (‘nicht bei Verstand’) sein, vgl. mhd. von sinnen komen; Sinn (‘Lust, Neigung’) für etw. haben (18. Jh.), im Sinn haben ‘beabsichtigen’ (Anfang 17. Jh.), seine fünf Sinne beisammen haben ‘gesunden Menschenverstand besitzen’ (18. Jh., älter seine fünf Sinne haben, 15. Jh.). sinnig Adj. ‘durchdacht, überlegt’, ahd. sinnīg ‘mit Sinnen, Vernunft begabt, verständig, erkennend, weise’ (um 1000), mhd. sinnec, sinnic ‘verständig, besonnen, klug, sinnreich’. unsinnig Adj. ‘ohne Sinn, töricht, unvernünftig, absurd’, ahd. unsinnīg (um 1000), mhd. unsinnec, -sinnic ‘nicht bei Verstand, verrückt, sinnlos’. Unsinn m. ‘Albernheit, Nonsens’ (18. Jh., nach engl. nonsense), älter ‘Torheit, Raserei, Wahnsinn, Bewußtlosigkeit’ (so bis ins 19. Jh.), mhd. unsin, rückgebildet aus unsinnec. sinnlich Adj. ‘mit den Sinnen wahrnehmbar, körperlich, sexuellen Dingen leicht zugänglich’, vom Plur. Sinne ausgehend (besonders seit dem 18. Jh. geläufig), mhd. sin(ne)lich ‘durch die Sinne geschehend’, im Unterschied zu mhd. geistec ‘verständig, klug’; dazu Sinnlichkeit f. mhd. sinnelīcheit. sinnlos Adj. ‘ohne Sinn und Verstand, zwecklos, ohne Zusammenhang’, ahd. sinnilōs ‘nicht mit Sinnen begabt, wahnsinnig’ (um 1000), mhd. sinnelōs, auch ‘ohnmächtig, bewußtlos’. übersinnlich Adj. ‘mit den Sinnen nicht wahrnehmbar, übernatürlich’ (17. Jh.). Sinnbild n. ‘Symbol’ (17. Jh.), Übersetzung für ↗Emblem (s. d.), zunächst für eine mit den Augen wahrnehmbare Darstellung allegorischen Inhalts, seit dem 18. Jh. für ‘Symbol’. Sinngedicht n. (Mitte 17. Jh.), Übersetzung für ↗Epigramm (s. d.). sinnreich Adj. ‘zweckentsprechend’, mhd. sinnerīche ‘verständig, klug, erfahren, scharfsinnig’. sinnvoll Adj. ‘gehaltvoll’ (18. Jh.), ‘zweckdienlich’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Sinnbild · ↗Symbol · bildlicher Vergleich · übertragener Ausdruck  ●  ↗Metapher  griechisch · ↗Metonymie  fachspr., griechisch · ↗Synekdoche  fachspr., griechisch
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbild Allegorie Auferstehung Beständigkeit Böse Erlösung Erotik Ewigkeit Fruchtbarkeit Gleichnis Hybris Keuschheit Militarismus Männlichkeit Naturkraft Reinheit Sinnbild Tapferkeit Treue Trinität Unfreiheit Unschuld Unsterblichkeit Verführung Vergeblichkeit Vergänglichkeit Vollkommenheit Weiblichkeit Weisheit kristallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sinnbild‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gibt es ein besseres Sinnbild für unser neues Leben, als sich in die Lüfte zu erheben?
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 370
Es war das Sinnbild für den Tod, jetzt ist es selbst todgeweiht.
Bild, 09.08.1999
Die amerikanische Regierung war für mich das Sinnbild des Bösen.
Die Zeit, 19.08.1988, Nr. 34
Wenn man will, kann man dies als ein Sinnbild späterer Ereignisse ansehen.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zu seinen Füßen dahingestreckt reckt sich ein goldener Löwe, das Sinnbild der Schönheit.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„Sinnbild“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sinnbild>, abgerufen am 18.02.2019.

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