Sinnlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sinnlichkeit · Nominativ Plural: Sinnlichkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSinn-lich-keit
Wortzerlegungsinnlich-keit
eWDG, 1976

Bedeutungen

entsprechend der Bedeutung von sinnlich (Lesart 1)
Beispiel:
Das Wesen des Theaters ist die Sinnlichkeit [Th. Mann11,47]
entsprechend der Bedeutung von sinnlich (Lesart 2)
Beispiel:
eine gesunde, naive, kultivierte, zügellose Sinnlichkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sinn · sinnig · unsinnig · Unsinn · sinnlich · Sinnlichkeit · sinnlos · übersinnlich · Sinnbild · Sinngedicht · sinnreich · sinnvoll
Sinn m. ‘Fähigkeit, Reize zu empfinden, Denken, Gedanken, Gesinnung, Gemüt, Verstand, geistiger Inhalt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. sin, nl. zin stellt sich als Verbalsubstantiv zu dem unter ↗sinnen (s. d.) behandelten stark flektierenden Verb und gehört mit den dort sowie den unter ↗Gesinde und ↗senden (s. d.) angeführten Formen zu einer Wurzel ie. *sent- ‘eine Richtung nehmen, gehen’, übertragen ‘empfinden, wahrnehmen’. Die Übertragung der Bedeutung fällt bei Sinn bereits vollständig in vorgerm. Zeit (anders als bei ↗sinnen, s. d.). Häufig in festen Wendungen wie bei Sinnen (‘bei Verstand’) sein, mhd. bī sinne sīn; von Sinnen (‘nicht bei Verstand’) sein, vgl. mhd. von sinnen komen; Sinn (‘Lust, Neigung’) für etw. haben (18. Jh.), im Sinn haben ‘beabsichtigen’ (Anfang 17. Jh.), seine fünf Sinne beisammen haben ‘gesunden Menschenverstand besitzen’ (18. Jh., älter seine fünf Sinne haben, 15. Jh.). sinnig Adj. ‘durchdacht, überlegt’, ahd. sinnīg ‘mit Sinnen, Vernunft begabt, verständig, erkennend, weise’ (um 1000), mhd. sinnec, sinnic ‘verständig, besonnen, klug, sinnreich’. unsinnig Adj. ‘ohne Sinn, töricht, unvernünftig, absurd’, ahd. unsinnīg (um 1000), mhd. unsinnec, -sinnic ‘nicht bei Verstand, verrückt, sinnlos’. Unsinn m. ‘Albernheit, Nonsens’ (18. Jh., nach engl. nonsense), älter ‘Torheit, Raserei, Wahnsinn, Bewußtlosigkeit’ (so bis ins 19. Jh.), mhd. unsin, rückgebildet aus unsinnec. sinnlich Adj. ‘mit den Sinnen wahrnehmbar, körperlich, sexuellen Dingen leicht zugänglich’, vom Plur. Sinne ausgehend (besonders seit dem 18. Jh. geläufig), mhd. sin(ne)lich ‘durch die Sinne geschehend’, im Unterschied zu mhd. geistec ‘verständig, klug’; dazu Sinnlichkeit f. mhd. sinnelīcheit. sinnlos Adj. ‘ohne Sinn und Verstand, zwecklos, ohne Zusammenhang’, ahd. sinnilōs ‘nicht mit Sinnen begabt, wahnsinnig’ (um 1000), mhd. sinnelōs, auch ‘ohnmächtig, bewußtlos’. übersinnlich Adj. ‘mit den Sinnen nicht wahrnehmbar, übernatürlich’ (17. Jh.). Sinnbild n. ‘Symbol’ (17. Jh.), Übersetzung für ↗Emblem (s. d.), zunächst für eine mit den Augen wahrnehmbare Darstellung allegorischen Inhalts, seit dem 18. Jh. für ‘Symbol’. Sinngedicht n. (Mitte 17. Jh.), Übersetzung für ↗Epigramm (s. d.). sinnreich Adj. ‘zweckentsprechend’, mhd. sinnerīche ‘verständig, klug, erfahren, scharfsinnig’. sinnvoll Adj. ‘gehaltvoll’ (18. Jh.), ‘zweckdienlich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erotik · Sinnlichkeit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstraktion Askese Eleganz Erotik Geistigkeit Intellekt Intellektualität Keuschheit Körperlichkeit Lebensfreude Lebenslust Sexualität Sinn Sittlichkeit Spiritualität Vernunft Verstand Vitalität animalisch betörend derb lasziv morbid prall pur schwül verfeinert verströmen zügellos überbordend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sinnlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das macht denn auch einen großen Teil der Sinnlichkeit des Films aus.
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2004
Jetzt kommt eine neue Generation mit einer ganz anderen Sinnlichkeit.
Der Tagesspiegel, 27.07.1999
Die Sinnlichkeit des Mannes, auf die sie eben noch spekuliert hatte, ekelte sie plötzlich an.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 174
Andere Männer wieder verschmähen es leider nicht, direkt auf die Sinnlichkeit des Weibes zu wirken.
Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1927], S. 122
Wir «denken» nur an die Toten, der Primitive nimmt sie wahr, eben wegen der außerordentlichen Sinnlichkeit seiner geistigen Bilder.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 23
Zitationshilfe
„Sinnlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sinnlichkeit>, abgerufen am 16.10.2018.

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