Sinter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sinters · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSin-ter (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

Geologie mineralische Ausscheidung aus fließendem oder tropfendem Wasser
Beispiel:
in dem Wasserrohr hat sich Sinter abgesetzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sinter · sintern
Sinter m. durch Ablagerung aus fließendem Wasser entstandenes poröses Gestein, ahd. sintar ‘Metallschlacke’ (um 800), mhd. sinder, sinter ‘Abfall von bearbeitetem (glühendem) Metall, Metallschlacke’, asächs. sinder, mnd. sinder, sünder, mnl. sinder, nl. sinter, aengl. sinder, anord. sindr, schwed. sinter (germ. *sendra- m. n. ‘Schlacke’), daneben mit l-Suffix gleichbed. mhd. sindel, woraus mnl. sijntel ‘Metallschlacke’, nl. sintel ‘halb ausgebranntes Stück Steinkohle’, sind vergleichbar mit russ.-kslaw. sjadra ‘geronnene Flüssigkeit’, tschech. sádra ‘Gips’, so daß sich als Ausgangsformen ie. *sendhro-, *sendhrā ‘geronnene, sich verdichtende Flüssigkeit’ erschließen lassen. In heutiger Verwendung (s. oben) seit etwa 1700. sintern Vb. ‘durch Einwirken von Hitze (und Druck) oberflächlich schmelzen, zusammenwachsen und sich verfestigen’, in der frühen Bergmannssprache ‘gerinnen, sich aus dem Wasser absetzen, mit einer Kruste überziehen’ (16. Jh.), vom Wasser ‘langsam, tropfenweise (durchs Gestein) rinnen’ (Ende 17. Jh.), mhd. sindern, reflexiv ‘zu Sinter, Abfall werden, sich als untauglich absondern’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der kniffligste Schritt ist dabei das Sintern, also der keramische Brand.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2001
Das abschließende Sintern (Glühen) hat den Zweck, die Körnchen miteinander zu verbinden.
o. A. [H. L.]: Pulvermetallurgie. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1986]
Mit Hilfe spezieller Herstellungsverfahren (Sintern) erhält man eine rauhe und damit vergrößerte Oberfläche.
C't, 1995, Nr. 10
Die niedrigeren Verbrennungstemperaturen der Braunkohle verhindern das bei Steinkohlefeuerung beobachtete "Totbrennen", die Inaktivierung des Kalks durch Sintern.
o. A. [ur.]: Trocken-Additiv-Verfahren. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1984]
Auch die Verhüttung der Inlandserze, Rösten, Sintern und Vorschmelzen in besonderen Anlagen sowie Sauerstoffgebläse zeigt eine langsam sinkende Aufbereitungskosten-Kurve.
Kölnische Volkszeitung und Handelsblatt, 01.01.1940
Zitationshilfe
„Sinter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sinter>, abgerufen am 17.11.2019.

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