Skalp, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Skalps · Nominativ Plural: Skalpe
Aussprache
HerkunftEnglisch
Wortbildung mit ›Skalp‹ als Erstglied: ↗skalpieren
eWDG, 1976

Bedeutung

historisch abgezogene behaarte Kopfhaut eines von einem Indianer besiegten Feindes, die als Trophäe der Tapferkeit galt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Skalp · skalpieren
Skalp m. ‘dem getöteten Gegner abgezogene Kopfhaut mit Haaren’ (Siegeszeichen der nordamerikanischen Indianer), Übernahme (1. Hälfte 18. Jh.) von gleichbed. engl. scalp, eigentlich ‘oberes Kopfende, Schädel, Hirnschale’, das vermutlich auf anord. skalpr ‘Schwertscheide, Schiff’, eigentlich ‘etw. Ausgehöhltes oder Gewölbtes’, zurückgeht und mit verwandtem dän. (mundartlich) skalp ‘Samenhülse’, mnl. scelpe, nl. schelp ‘Muschel, Schale, Schuppe’ an die Erweiterung ie. *skelb- (wozu auch aslaw. sklabiti sę ‘den Mund aufmachen, lächeln’) der Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (s. ↗Schale, ↗Schale, ↗Schild) anzuschließen ist. skalpieren Vb. ‘die Kopfhaut abziehen’ (18. Jh.). Beide Wörter verbreiten sich um die Mitte des 18. Jhs. mit der die Sitten der nordamerikanischen Indianer beschreibenden Literatur, die viele Bezeichnungen aus dem Amerik.-Engl. übernimmt.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Kopfschwarte · Skalp

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feind Gürtel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Skalp‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dreihundert Skalpe hat der Mann mit den ernsten Zügen, welche es deutlich sagen, daß ihr Besitzer kein Erbarmen kennt, erbeutet.
Süddeutsche Zeitung, 15.04.1996
Ein geheimer Handel verschaffte ihm den sechsten Skalp in einem knappen Jahr.
Die Zeit, 17.03.1972, Nr. 11
Ich glaube vielmehr, daß die Sozialdemokraten versuchen werden, seinen politischen Skalp so teuer wie nur möglich zu verkaufen.
Die Welt, 29.09.2005
Bei ihnen begann der Mann erst beim Super-Mann, der einen Skalp nach dem anderen erobert, um damit prunken zu können.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 224
Wem zuckt die Hand nicht nach Feuerwasser, dem Bowiemesser, nach dem Skalp unserer Feinde!
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 5011
Zitationshilfe
„Skalp“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Skalp>, abgerufen am 12.12.2019.

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