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Skandal, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Skandal(e)s · Nominativ Plural: Skandale
Aussprache
WorttrennungSkan-dal
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Skandal‹ als Erstglied: ↗Skandalaffäre · ↗Skandalblatt · ↗Skandalchronik · ↗Skandalgeschichte · ↗Skandalpresse · ↗Skandalprozess · ↗Skandälchen · ↗skandalieren · ↗skandalisieren · ↗skandalsüchtig · ↗skandalträchtig
 ·  mit ›Skandal‹ als Letztglied: ↗Bankenskandal · ↗Bestechungsskandal · ↗Dopingskandal · ↗Eheskandal · ↗Finanzskandal · ↗Gammelfleischskandal · ↗Geheimdienstskandal · ↗Justizskandal · ↗Korruptionsskandal · ↗Lebensmittelskandal · ↗Missbrauchskandal · ↗Missbrauchsskandal · ↗Riesenskandal · ↗Spendenskandal · ↗Theaterskandal · ↗Umweltskandal · ↗Weinskandal · ↗Wettskandal
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Vorkommnis, das Empörung und Aufsehen erregt
Beispiele:
ein großer, kleiner Skandal
es ist ein Skandal, wie er sich dort betrunken hat
in diesen Skandal war er nicht verwickelt
der Skandal war ein willkommenes Thema für die Boulevardpresse
diese schleppende Abfertigung, das ist doch ein Skandal! (= eine Zumutung!)
An Skandälchen und Abenteuern leisten sich andere mehr [G. HartlaubGroßer Wagen262]
Sollte sich denn an meine Fersen ein Skandal nach dem andern heften? [DurieuxTür188]
unliebsames (öffentliches) Aufsehen
Beispiel:
einen Skandal erregen, provozieren
2.
umgangssprachlich Lärm
Beispiele:
hört euch den Skandal an!
Skandal machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Skandal · skandalös · skandalisieren
Skandal m. ‘anstoß-, aufsehenerregendes Vorkommnis’. Griech. skándalon (σκάνδαλον) ‘Anstoß, Verführung’, eigentlich ‘ein aufgehängtes oder frei herabhängendes Holz, Auslösevorrichtung einer Tierfalle, losschnellendes Gerät’, in der Bibel (Septuaginta) die ‘Versuchung, die der Teufel dem Menschen in den Weg legt’, übernehmen die Kirchenväter in kirchenlat. scandalum ‘Fallstrick, Ärgernis, Verführung zum Bösen’ (vgl. Vulgata Matth. 18, 7). Daraus wie auch aus darauf beruhendem afrz. frz. scandale wird Skandal ‘anstoßerregender Vorgang, Ärgernis, Aufsehen’ ins Dt. entlehnt (Ende 16. Jh.). Daneben halten sich (vom Anfang des 16. Jhs. an, bildungssprachlich bis ins 20. Jh.) auch die griech.-lat. Formen Scandalum, Skandalon in dt. Texten. skandalös Adj. ‘unerhört, Ärgernis erregend’ (Anfang 18. Jh.), nach gleichbed. frz. scandaleux; zuvor scandelos, scandalos (2. Hälfte 16. Jh.), nach mlat. scandalosus. skandalisieren Vb. ‘zu einem Skandal machen, Anstoß nehmen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Affäre · ↗Aufsehen · ↗Schande · Skandal
Unterbegriffe
  • HS-30-Skandal · Hispano-Suiza-Skandal
  • Fichenaffäre · Fichenskandal
  • Iran-Contra-Affäre · Irangate
  • Barschel-Affäre · Barschel-Pfeiffer-Affäre · Kieler Affäre · Waterkantgate
  • Mason-und-Slidell-Affäre · Trent-Affäre
  • Kent-Fall · Kent-Wolkoff-Affäre · Tyler-Kent-Affäre
  • Lohmann-Affäre · Phoebus-Skandal
  • Kölner Spendenaffäre · Müllaffäre
  • Abgeordnetenaffäre · Beschäftigungsaffäre · Familienaffäre · Gehaltsaffäre · Verwandtenaffäre
  • CDU-Spendenaffäre · ↗Schwarzgeldaffäre
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufsehen · ↗Eklat · Skandal  ●  ↗Paukenschlag  fig. · ↗(großer) Knall  ugs. · ↗Skandalon  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Aufarbeitung Aufdeckung Aufklärung Ausmaß Bekanntwerden Enthüllung Konsequenz Pferdefleisch Schlüsselfigur Skandal Verwicklung aufdecken auffliegen aufgedeckt auslösen auswachsen ausweiten divers eigentlich erschüttern handfest politisch provozieren unglaublich vermeintlich verstricken vertuschen verwickeln wittern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Skandal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die Medien zeigen kein besonderes Interesse an ausländischen Skandalen.
Die Zeit, 05.03.2008, Nr. 11
Juristisch bestand der Skandal darin, daß jemand, bevor er seinen Prozeß hatte, in der Öffentlichkeit schon eindeutig schuldig gesprochen wurde.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 225
Politische Skandale pflegen bei uns nicht tödlich zu enden, und das ist gut so.
Der Spiegel, 19.10.1987
Gewiß kam es auch jetzt noch häufig zu offenkundigen Skandalen.
o. A.: Die Kirche im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1970], S. 2405
So leicht dürfe man den Skandal denn doch nicht nehmen.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 242
Zitationshilfe
„Skandal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Skandal>, abgerufen am 19.09.2019.

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