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Skrupel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Skrupels · Nominativ Plural: Skrupel
Aussprache 
Worttrennung Skru-pel
Wortbildung  mit ›Skrupel‹ als Erstglied: skrupellos  ·  mit ›Skrupel‹ als Grundform: skrupulös
Herkunft aus scrūpuluslat ‘spitzes Steinchen’, übertragen ‘stechendes, ängstliches Gefühl, Besorgnis, beunruhigender Zweifel’
eWDG

Bedeutung

Zweifel oder Bedenken moralischer Natur über das eigene richtige Handeln
Beispiele:
nagende, unbegründete, übertriebene Skrupel
darüber machte er sich [Dativ] keine Skrupel
künstlerische, politische Skrupel hatte er dabei nicht
voller Skrupel sein
sie quälte, plagte sich mit allerlei Skrupeln
das habe ich ohne Skrupel getan
der König habe die allzu ängstlichen legitimistischen Skrupel aufgegeben [ BebelAus meinem Leben141]
ein Mensch von unglaublicher Beweglichkeit und ohne jede Scham und jeden Skrupel [ MarchwitzaJugend213]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Skrupel · skrupellos · skrupulös
Skrupel m. ‘(moralisches) Bedenken, Zweifel’, Entlehnung (16. Jh.) von lat. scrūpulus ‘spitzes Steinchen’, übertragen ‘stechendes, ängstliches Gefühl, Besorgnis, beunruhigender Zweifel’, Deminutivum zu lat. scrūpus ‘spitzer Stein’. skrupellos Adj. ‘rücksichts-, bedenkenlos, nur im eigenen Interesse handelnd’, entlehnt (scrupullos, 17. Jh.) aus lat. scrūpulōsus ‘ängstlich, genau, gewissenhaft’, eigentlich ‘voll spitzer Steinchen, schroff’. Unter dem Einfluß von mfrz. frz. srupuleux auch skrupulös Adj. ‘ängstlich, bedenklich, peinlich genau’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedenken · Gewissensbisse · Schuldgefühle · Skrupel · Vorbehalte · Zweifel · schlechtes Gewissen
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Skrupel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Skrupel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Skrupel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ohne jeden Skrupel machte der sich daran, ein medizinisches Kolleg zu gründen. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 5]
Wo andere den geraden Weg vor sich sähen, mache es sich den Weg krumm vor lauter Skrupeln. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 939]
Es gab keine Skrupel, und also konnte man auch keine überwinden. [Die Zeit, 17.05.1996, Nr. 21]
Wenn sie die Chance bekam, tötete die übergroße Mehrheit ohne Skrupel, sogar mit Lust. [Die Zeit, 19.04.1996, Nr. 17]
Mit ihm allein gab es keine Skrupel mehr für sie. [Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15249]
Zitationshilfe
„Skrupel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Skrupel>.

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