Snobismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Snobismus · Nominativ Plural: Snobismen
Aussprache
WorttrennungSno-bis-mus (computergeneriert)
HerkunftEnglisch
Wortbildung mit ›Snobismus‹ als Letztglied: ↗Bildungssnobismus
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend
1.
nur im Singular
Einstellung, Haltung eines Snobs
Beispiel:
seinen Windhund hatte er sich [Dativ] aus purem Snobismus zugelegt
2.
einzelner Wesenszug eines Snobs
Beispiel:
seine Snobismen wirken lächerlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Snob · Snobismus · snobistisch
Snob m. ‘sich überheblich, extravagant und geistig überlegen gebärdender Mensch, Wichtigtuer’, Übernahme (nach Mitte 19. Jh., erst nur auf englische Verhältnisse bezogen) von gleichbed. engl. snob. Dieses ist zunächst ein spöttischer (mundartlicher bzw. umgangssprachlicher) Ausdruck unbekannter Herkunft für den ‘Schuhmacher, Flickschuster’. Er wird in der (vor allem Cambridger) Studentensprache (18. Jh.) auf ‘den nicht zur Universität Gehörenden’ (mit dem Beisinn des Minderwertigen) übertragen, bezeichnet (um 1830) eine ‘Person ohne Bildung und Geschmack’ und wird durch Thackerays Roman Book of Snobs (1848) zum Modewort für ‘Geck, Protz’. Vgl. dazu Horstrup in: ZfdWf. 19 (1963) 64 ff., der die ältere Erklärung für studentisches engl. snob aus s. nob., Abkürzung für lat. sine nobilitate ‘ohne Adel’ als Kennzeichnung bürgerlicher Studenten in den Matrikeln englischer Universitäten, mit guten Gründen zurückweist. Im Dt. wird Snob vor allem durch Sternheims Komödie Der Snob (1913) als Bezeichnung für einen blasierten, anmaßenden Menschen geläufig. Snobismus m. ‘Haltung und Benehmen eines Snobs, Vornehmtuerei, Blasiertheit’ (Mitte 19. Jh.), nach engl. snob(b)ism. snobistisch Adj. (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dünkelhaftigkeit · Snobismus · ↗Vornehmtuerei
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arroganz Gipfel Mischung Mode Portion gewiss intellektuell literarisch pflegen pur

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Snobismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir wollen hier kurz einmal das Wort ergreifen für eine Verteidigung des Snobismus.
Die Zeit, 16.05.2011, Nr. 20
Durch seinen satirisch zugespitzten Snobismus erhält der Film die stärksten Momente.
Süddeutsche Zeitung, 27.07.1999
Eva sagte, der neueste jüdische Snobismus bestehe im Sympathisieren mit den Nazis.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1935. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1935], S. 33
Sein ganzes Schaffen nimmt durch die Aufrichtigkeit und das Fehlen jeglichen Snobismus für sich ein.
Pelliot, Alice: Gedalge. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 27080
Damit blieb sie fast ausschließlich kapitalkräftigen Sammlern vorbehalten und geriet z.T. in den Sog von Spekulationen und des Snobismus.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3506
Zitationshilfe
„Snobismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Snobismus>, abgerufen am 18.10.2019.

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