Soll, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Soll(s) · Nominativ Plural: Soll(s) · wird selten im Plural verwendet
Grundformsollen
Wortbildung mit ›Soll‹ als Erstglied: ↗Soll-Bestand · ↗Soll-Budget · ↗Soll-Saldo · ↗Soll-Seite · ↗Soll-Stärke · ↗Soll-Wert · ↗Soll-Zins · ↗Soll-Zustand · ↗Sollbestand · ↗Sollbruchstelle · ↗Sollbudget · ↗Sollsaldo · ↗Sollseite · ↗Sollstärke · ↗Sollwert · ↗Sollzins · ↗Sollzustand
 ·  mit ›Soll‹ als Letztglied: ↗Abgabensoll · ↗Abgabesoll · ↗Ablieferungssoll · ↗Eiersoll · ↗Fleischsoll · ↗Getreidesoll · ↗Jahressoll · ↗Leistungssoll · ↗Plansoll · ↗Tagessoll · ↗Übersoll
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
DDR Norm
Beispiele:
die Brigade hat ihr Soll erfüllt, mit 10 Prozent übererfüllt
das Soll liegt bei fünfzig Stück pro Stunde
Ich habe auch mein Soll. Vierzehnmal die Woche den Agfacolorfilm »Kind der Donau« […] durchziehen [BaierlFlinz14]
Auflage für die Ablieferung einer bestimmten Menge von Nahrungsgütern
Beispiel:
das Soll des Neubauern N wurde mit 500 Doppelzentnern Gerste festgelegt
2.
umgangssprachlich Maß an Arbeit, das man sich selbst festgelegt hat
Beispiel:
durch den Besuch meiner Schwester habe ich heute mein Soll nicht geschafft
3.
Wirtschaft linke Seite eines Kontos im System der doppelten Buchführung, Debet
Gegenwort zu Haben
Beispiele:
einen Posten im Soll und im Haben buchen
die Belastungen, Lastschriften im, ins Soll eintragen, im Soll buchen
4.
Bankwesen
Beispiel:
Soll und Haben (= Ausgänge und Eingänge auf einem Bankkonto)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Soll1 · Sölle
Soll1 n. Sölle f. nordd. ‘Bodenvertiefung mit schlammigem Wasser’, mnd. sol. Zu ↗Suhle, ↗suhlen (s. d.).

sollen · Soll2
sollen Vb. ‘genötigt, verpflichtet, schuldig sein’. Das zu den Präteritopräsentien gehörende gemeingerm. Verb ahd. scolan, sculan (8. Jh.), mhd. scholn, schuln ‘verpflichtet, genötigt sein, gebühren, nützen, schulden’, mnd. schȫlen, schöllen, schullen, asächs. skulan, aengl. sculan, sceolan, engl. shall, anord. skulu, schwed. skola, got. skulan, mit Konsonantenerleichterung ahd. solan, sulan (9. Jh.), mhd. soln, suln, nhd. sollen, mnd. sȫlen, mnl. sullen, nl. zullen vergleicht sich mit lit. skelė́ti ‘schuldig sein’, apreuß. skellānts ‘schuldig’, (ablautend) skallīsnan (Akkusativ Sing. Fem.) ‘Pflicht’ und (ohne anlautendes s-) lit. kaltė͂ ‘Schuld’, kal̃tas ‘schuldig’, so daß sich eine (allerdings nur aus dem Germ. und Balt. erschließbare) Wurzel ie. *(s)kel- ‘schuldig sein, schulden, sollen’ ansetzen läßt. Das heute nur noch als Hilfszeitwort verwendete Verb bewahrt seine alte volle Bedeutung in der Kaufmannssprache ‘zur Zahlung verpflichtet sein, schulden’ bis Anfang des 19. Jhs. Soll2 n. ‘Schulden, Zahlungsverpflichtung’, allgemein ‘Gebot, Pflicht, Zwang’ (17. Jh.), Substantivierung der 3. Pers. Sing. Präs. er soll ‘er ist schuldig, hat zu zahlen’ (lat. dēbet), vielfach Überschrift auf der linken Seite von Rechnungsbüchern (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Plansoll · Soll · ↗Zielwert · erwünschte Ausprägung

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn du dir es nicht leisten kannst, Bücher zu kaufen, dann solltest du sie auch nicht lesen.
Die Zeit, 09.06.1999, Nr. 23
Bei der Wahl der Platten solltest du nicht unbedacht vorgehen.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 25
Du solltest Dich doch auch freuen, aber ob ich immer so lustige Briefe schreiben kann, das glaube ich nicht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.03.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber solltest du ihr Verhalten nicht, anstatt dumm, furchtlos und ehrenwert finden?
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 232
Aber beim Landeanflug solltest du nachher doch ein Kaugummi nehmen.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 63
Zitationshilfe
„Soll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Soll#1>, abgerufen am 15.10.2019.

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Soll, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Solls · Nominativ Plural: Sölle
eWDG, 1976

Bedeutung

Geologie in den Grundmoränen der Eiszeit entstandene, oft fast kreisrunde und meist mit Wasser gefüllte Vertiefung mit einem Durchmesser bis zu dreißig Metern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Soll1 · Sölle
Soll1 n. Sölle f. nordd. ‘Bodenvertiefung mit schlammigem Wasser’, mnd. sol. Zu ↗Suhle, ↗suhlen (s. d.).

sollen · Soll2
sollen Vb. ‘genötigt, verpflichtet, schuldig sein’. Das zu den Präteritopräsentien gehörende gemeingerm. Verb ahd. scolan, sculan (8. Jh.), mhd. scholn, schuln ‘verpflichtet, genötigt sein, gebühren, nützen, schulden’, mnd. schȫlen, schöllen, schullen, asächs. skulan, aengl. sculan, sceolan, engl. shall, anord. skulu, schwed. skola, got. skulan, mit Konsonantenerleichterung ahd. solan, sulan (9. Jh.), mhd. soln, suln, nhd. sollen, mnd. sȫlen, mnl. sullen, nl. zullen vergleicht sich mit lit. skelė́ti ‘schuldig sein’, apreuß. skellānts ‘schuldig’, (ablautend) skallīsnan (Akkusativ Sing. Fem.) ‘Pflicht’ und (ohne anlautendes s-) lit. kaltė͂ ‘Schuld’, kal̃tas ‘schuldig’, so daß sich eine (allerdings nur aus dem Germ. und Balt. erschließbare) Wurzel ie. *(s)kel- ‘schuldig sein, schulden, sollen’ ansetzen läßt. Das heute nur noch als Hilfszeitwort verwendete Verb bewahrt seine alte volle Bedeutung in der Kaufmannssprache ‘zur Zahlung verpflichtet sein, schulden’ bis Anfang des 19. Jhs. Soll2 n. ‘Schulden, Zahlungsverpflichtung’, allgemein ‘Gebot, Pflicht, Zwang’ (17. Jh.), Substantivierung der 3. Pers. Sing. Präs. er soll ‘er ist schuldig, hat zu zahlen’ (lat. dēbet), vielfach Überschrift auf der linken Seite von Rechnungsbüchern (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Plansoll · Soll · ↗Zielwert · erwünschte Ausprägung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abweichung Aidenbachstraße Au Bürgerversammlung Differenz Erfüllung Forstenried Fürstenried Gartenstadtcharakter Großhadern Grundstück Haben Lücke Maxhof erfüllen vorgegeben vorgeschrieben wohnen Übererfüllung übererfüllen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Soll‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn du dir es nicht leisten kannst, Bücher zu kaufen, dann solltest du sie auch nicht lesen.
Die Zeit, 09.06.1999, Nr. 23
Bei der Wahl der Platten solltest du nicht unbedacht vorgehen.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 25
Du solltest Dich doch auch freuen, aber ob ich immer so lustige Briefe schreiben kann, das glaube ich nicht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.03.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber solltest du ihr Verhalten nicht, anstatt dumm, furchtlos und ehrenwert finden?
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 232
Aber beim Landeanflug solltest du nachher doch ein Kaugummi nehmen.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 63
Zitationshilfe
„Soll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Soll#2>, abgerufen am 15.10.2019.

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