Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sommer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sommers · Nominativ Plural: Sommer
Aussprache 
Worttrennung Som-mer
Wortbildung  mit ›Sommer‹ als Erstglied: Sommerabend · Sommeranfang · Sommeranzug · Sommeraster · Sommerbad · Sommerbahn · Sommerball · Sommerbau · Sommerbiwak · Sommerblume · Sommerbluse · Sommerdamm · Sommerdepression · Sommereiche · Sommerendivie · Sommerengagement · Sommererbse · Sommerfahrplan · Sommerfahrt · Sommerfell · Sommerferien · Sommerfest · Sommerflaute · Sommerflugplan · Sommerfrische · Sommerfrucht · Sommerfütterung · Sommergast · Sommergerste · Sommergetreide · Sommergewitter · Sommergoldhähnchen · Sommergrippe · Sommerhalbjahr · Sommerhaus · Sommerhemd · Sommerhimmel · Sommerhit · Sommerhitze · Sommerhut · Sommerkleid · Sommerkleidung · Sommerkonzert · Sommerkorn · Sommerkurs · Sommerlager · Sommerlatte · Sommerlaube · Sommerlinde · Sommerloch · Sommerluft · Sommermantel · Sommermanöver · Sommermode · Sommermonat · Sommermorgen · Sommermärchen · Sommernachmittag · Sommernacht · Sommerobst · Sommerolympiade · Sommerpause · Sommerpreis · Sommerprogramm · Sommerquartal · Sommerquartier · Sommerraps · Sommerregen · Sommerreifen · Sommerreise · Sommerresidenz · Sommerroggen · Sommerrolle · Sommersaat · Sommersachen · Sommerschloss · Sommerschlussverkauf · Sommerschnitt · Sommerschuh · Sommerschule · Sommersemester · Sommersitz · Sommerskigebiet · Sommersonne · Sommersonnenwende · Sommerspartakiade · Sommerspiele · Sommerspielplan · Sommerspielzeit · Sommerspinat · Sommersprosse · Sommerstall · Sommerstoff · Sommerszeit · Sommertag · Sommertemperatur · Sommertheater · Sommertournee · Sommeruniform · Sommerurlaub · Sommerweg · Sommerweide · Sommerweizen · Sommerwetter · Sommerwind · Sommerwurz · Sommerzeit · Sommerüberzieher · sommerlich · sömmerig
 ·  mit ›Sommer‹ als Letztglied: Altweibersommer · Bilderbuchsommer · Fadensommer · Frühsommer · Hochsommer · Indianersommer · Jahrhundertsommer · Kultursommer · Mittsommer · Nachsommer · Polarsommer · Spätsommer · Vorsommer
 ·  mit ›Sommer‹ als Binnenglied: einsommerig · einsömmerig
eWDG

Bedeutung

zweite der vier Jahreszeiten, die wärmste Jahreszeit, in der die Früchte reifen
Beispiele:
ein heißer, trockener, verregneter, regnerischer Sommer
der Sommer ist die wärmste Zeit des Jahres
dieses Jahr hatten wir einen kurzen Sommer (= nur wenige Wochen lang herrschte wirklich sommerliches Wetter)
der Sommer kommt, vergeht allzu schnell
im Sommer fahren wir an die See, ins Gebirge
wir haben drei Sommer auf dem Lande verbracht
den Sommer über arbeitete er in der Landwirtschaft
die Tiere sind Sommer und Winter (= das ganze Jahr lang) auf der Weide
umgangssprachlichsie macht schon im Mai Sommer (= kleidet sich schon im Mai sommerlich leicht)
sprichwörtlicheine Schwalbe macht noch keinen Sommer
scherzhaft, übertragen Lebensjahre
Grammatik: nur im Plural
Beispiel:
sie war kaum zwanzig Sommer alt, als sie heiratete
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sommer · sommerlich · sommers · Sommersprosse · Altweibersommer
Sommer m. zwischen Frühling und Herbst liegende Jahreszeit, ahd. sumar (8. Jh.), mhd. sumer, nhd. (mit Wandel des u zu o vor Nasal seit etwa 16. Jh., s. auch Sonne) Sommer, asächs. sumar, mnd. sōmer, sommer, mnl. sōmer, nl. zomer, afries. sumer, somer, semmer, simmer, aengl. sumor, engl. summer, anord. sumar n., sumarr m., schwed. sommar (germ. *sumera-) ist vergleichbar mit aind. sámā ‘Jahr, Halbjahr, Jahreszeit’, awest. ham- ‘Sommer’, armen. am ‘Jahr’, amaṙn ‘Sommer’, air. sam ‘Sommer’ und läßt sich auf ie. *sem- ‘Sommer’ zurückführen. sommerlich Adj. ‘wie Sommer, dem Sommer entsprechend’, ahd. sumarlīh (um 900), mhd. sumerlich. sommers Adv. ‘im Sommer’, mhd. (des) sumers, erstarrter Genitiv. Sommersprosse f. (durch Sonneneinwirkung hervorgerufener) ‘kleiner, brauner Pigmentfleck der Haut’, meist im Plur. Sommersprossen (Ende 17. Jh.); verdeutlichende Zusammensetzung in Anschluß an mnd. sprote, sprute, deminutiv sprotele, sprutele, frühnhd. sprusse (Sprussen im Angesicht, 17. Jh.), mnl. sproete, nl. (zomer)sproet ‘Hautfleck’ (s. Sprosse, sprießen1). Zuvor Sommerfleck (16. Jh.). Formal an das Stichwort ist anzuschließen (fliegender) Sommer (17. Jh.) für die im Spätsommer umherfliegenden weißen Fäden kleiner Spinnen, bildlich ‘Nachsommer, schöne, heitere Herbsttage’; für beides auch Sommerfäden, -flocken, -weben (18. Jh.; vgl. nl. zomerdraden, Plur.) sowie Unser(er) lieben Frauen Sommer (18. Jh.), Mariensommer, -fäden, -garn, Frauenfäden (19. Jh.); vgl. frz. fils de la vierge (18. Jh.), ital. fili della Vergine, fili Santa Maria. Im Nordd. Metten-, Mettkensommer, -samer (18. Jh.), oft gedeutet als ‘Mädchensommer’, eher vielleicht zu Made gehörig, wenn aufzufassen als ‘Schmetterlings-, Raupengespinst’. In die Literatursprache ist eingegangen Altweibersommer m. (18. Jh., wohl älter), die fliegenden Gespinstfäden offensichtlich mit den grauen bzw. weißen Haaren alter Frauen vergleichend (wie in den Pflanzennamen Altweibergras ‘Buschwindröschen’ im Hinblick auf die weiße Blütenfarbe, alte Mägde, alte Jungfern ‘Wollgras’ im Hinblick auf die weiße Fruchtwolle). Der älteste Beleg für diese Erscheinung liegt vor in aengl. gosesomer, gossomer (14. Jh., mlat. fil(i)andra ‘Fadenwerk, Gespinst’ glossierend, zu lat. fīlum ‘Faden’; engl. gossamer), der einen Anschluß an engl. summer ‘Sommer’ (wie auch an engl. goose ‘Gans’) allerdings fraglich erscheinen läßt, daher etymologisch unklar. Man muß demzufolge davon ausgehen, daß auch die entsprechenden dt. Belege erst nachträglich und volksetymologisch an Sommer angelehnt wurden, ihrer Herkunft nach also nicht zu bestimmen sind. Der teils poetische (zuerst Ende 17. Jh.), teils mundartliche Gebrauch von Altweibersommer im Sinne von ‘zweite Jugend bei Frauen’ beruht auf einer von der vorgenannten unabhängigen Bildung, wahrscheinlicher aber auf sekundärer Interpretation.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sommer · warme Jahreszeit
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sommer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sommer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sommer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Sommer ist die äußere Haut um einige Grade wärmer als im Winter. [Fresenius, Hanna: Sauna, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1987 [1974], S. 1]
Denn nach jedem Sommer ist bisher wieder ein Winter gekommen. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 275]
Ich hatte ihr versprechen müssen, im Sommer zu ihr zu kommen. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 1313]
So gesichert, änderte das Parlament im Sommer 1641 die Verfassung grundlegend. [Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1846]
Seit Sommer vergangenen Jahres ist der Kurs von 70 auf etwa 30 Euro gesunken. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Zitationshilfe
„Sommer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sommer>.

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