Souveränität, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Souveränität · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSou-ve-rä-ni-tät (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Souveränität‹ als Erstglied: ↗Souveränitätsrecht  ·  mit ›Souveränität‹ als Letztglied: ↗Scheinsouveränität · ↗Volkssouveränität
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Macht und Recht, frei nach eigenem Ermessen zu entscheiden, ohne dabei das Recht anderer zu verletzen
a)
oberste Hoheitsgewalt eines Staates über seine inneren und auswärtigen Angelegenheiten
Beispiele:
die staatliche Souveränität
die Souveränität eines Staates respektieren, beschränken, verletzen
das Völkerrecht beruht auf der Achtung der gegenseitigen Souveränität
dieses Territorium untersteht der Souveränität (= Hoheit) eines anderen Staates
b)
Recht einer Nation im Hinblick auf ihre Selbstbestimmung
Beispiel:
Die nationale Souveränität ... bietet die rechtmäßige Grundlage für den Kampf um die Schaffung eines eigenen unabhängigen Staates, um die staatliche Souveränität [Neue Justiz1968]
c)
Recht eines Volkes im Hinblick auf die ihm zustehende Staatsgewalt, Ausübung der Macht des Volkes innerhalb eines Staates, Volkssouveränität
Beispiel:
Die Souveränität des werktätigen Volkes, verwirklicht auf der Grundlage des demokratischen Zentralismus, ist das tragende Prinzip des Staatsaufbaus [Verfassung DDR39]
2.
gehoben Überlegenheit, Sicherheit
Beispiele:
die Souveränität, mit der der Schauspieler diese Regung zum Ausdruck bringen konnte, war verblüffend
er beherrschte das mit größerer Souveränität als alle anderen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

souverän · Souverän · Souveränität
souverän Adj. ‘staatliche Hoheitsrechte ausübend, uneingeschränkt herrschend, unabhängig, überlegen, darüberstehend’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. souverain, eigentlich (afrz. mfrz.) ‘oberst, höchst, vortrefflich’, aus vlat. *superanus ‘oben befindlich’ (spät bezeugtes mlat. superanus dürfte aus afrz. soverain latinisiert sein), zu lat. super ‘oben, darüber’ (s. ↗super-). Die bereits im Afrz. übliche Verwendung des Adjektivs in den Bereichen der sozialen Rangordnung führt zu substantivischem Gebrauch im Sinne von ‘Vorgesetzter, Landesherr, (höchster, unumschränkter) Herrscher’, entsprechend im Dt. Souverän m. (17. Jh.). Souveränität f. ‘unumschränkte Herrschaft, höchste staatliche Herrschaftsgewalt, (staatliche) Überlegenheit’ (17. Jh.), frz. souveraineté (afrz. soveraineté ‘Höhe, Gipfel, Oberherrschaft’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Autonomie · ↗Eigenverantwortlichkeit · ↗Selbstkontrolle · Souveränität · ↗Triebkontrolle  ●  ↗Ich-Stärke  fachspr.
Synonymgruppe
Autonomie · ↗Selbstbestimmtheit · ↗Selbstverwaltung · Souveränität · ↗Unabhängigkeit
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achtung Anerkennung Ausübung Einschränkung Gleichberechtigung Integrität Nationalstaaten Nichteinmischung Prinzipien Respektierung Tempelberg Unabhängigkeit Verletzung Wahrung Wiedererlangung Wiederherstellung anerkannt begrenzten eingeschränkte geteilte nationale nationalstaatlicher respektieren staatliche territoriale uneingeschränkte volle wiederherzustellen Übergabe Übertragung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Souveränität‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die britische Regierung wiederum sieht durch einige Paragraphen immer noch die nationale Souveränität ihres Landes gefährdet.
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2003
Manche sagen, mit der Erfahrung werde seine innere Souveränität wachsen.
Der Tagesspiegel, 04.11.2001
Zur Souveränität ihrer Arbeit kann sie nur mit der Hilfe des Mannes zurückfinden.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 61
So nahmen sie den Kampf für parlamentarische Souveränität wieder auf.
Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1879
Denn er macht ihr klar, daß sie nicht mutig oder kräftig genug ist, ihre eigene Souveränität zu verteidigen.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 198
Zitationshilfe
„Souveränität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Souveränität>, abgerufen am 24.02.2018.

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