Sozialkritik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sozialkritik · Nominativ Plural: Sozialkritiken · wird selten im Plural verwendet
Worttrennung So-zi-al-kri-tik
Wortzerlegung sozialKritik
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Kritik an Missständen der bestehenden Gesellschaft oder einzelnen gesellschaftlichen Phänomenen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: beißende, bissige, scharfe Sozialkritik
als Akkusativobjekt: jmd. übt Sozialkritik
in Koordination: Satire und Sozialkritik
Beispiele:
[…] die tradierte Sozialkritik am heimlich sadistischen Spießer, der sich eingerichtet hat im harmoniesüchtigen, unverbindlichen, konfliktscheuen »Land des Lächelns«, variiert er bald belanglos, bald behutsam bis bitterböse. [Süddeutsche Zeitung, 31.01.2002]
Herbert Fritsch hat die Kunst, Theaterstücke über rein gar nichts zu inszenieren, über die Jahre perfektioniert: Keine Handlung, keine Sozialkritik, kein Bildungskanon, kein Drama, keine Charaktere, stattdessen: pures Spiel. [Süddeutsche Zeitung, 28.03.2018]
Und wie schon im Vorgänger überspitzt er auch im neuen Buch einmal mehr seine Sozialkritik zur bitterbösen Satire mit skurril überzeichneten Charakteren, unglaublichen Zufällen und merkwürdigen Verstrickungen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2006]
Das Drehbuch wirkt über weite Strecken wie eine zu gut gemeinte Sozialkritik, die trotz beeindruckender Bildsprache leider oft ins Klischeehafte abgleitet. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2006]
Überzeugend an seiner Vorlage ist dabei nicht die ziemlich platte Sozialkritik an unserer Konsumgesellschaft; die Stärke liegt eher in den beiden liebevoll gezeichneten kleinbürgerlichen Figuren. [Süddeutsche Zeitung, 22.11.1997]
Er darf sich rühmen, früh im Widerspruch zu der klassischen Nationalökonomie gestanden zu haben und an dem Postulat des unbeschränkten Konkurrenzkampfs leidenschaftliche Sozialkritik geübt zu haben. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 395]
Die sogenannten Dystopien beispielsweise, düstere, desillusionierende Sozialkritiken, rechnet man im Allgemeinen der Hochliteratur zu, darunter Jewgeni Samjatins »My«, Aldous Huxleys »Brave New World«, George Orwells »Nineteen Eighty‑Four«. [Neue Zürcher Zeitung, 29.11.2008] ungewöhnl. Pl.

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Typische Verbindungen zu ›Sozialkritik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sozialkritik‹.

Zitationshilfe
„Sozialkritik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sozialkritik>, abgerufen am 10.04.2021.

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