Spötter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spötters · Nominativ Plural: Spötter
Aussprache
WorttrennungSpöt-ter (computergeneriert)
Wortzerlegungspotten-er
Wortbildung mit ›Spötter‹ als Letztglied: ↗Gelbspötter
eWDG, 1976

Bedeutung

jmd., der gern spottet
Beispiele:
er ist ein geistreicher, aggressiver, eitler Spötter
Die meisten […] werden den etwas verwachsenen, kränklichen Mann wohl als den galligen Spötter in Erinnerung haben [MühsamNamen57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spott · spotten · spötteln · Spötter · spöttisch · spottbillig · Gespött
Spott m. ‘empfindlich treffender Scherz, Hohn’, ahd. (8. Jh.), mhd. spot, auch ‘Zweifel, Sünde’, asächs. spott, mnd. mnl. nl. spot, afries. spott, anord. spottr m., spott n. (germ. *spuþþa-) und das abgeleitete, expressive Konsonantendoppelung aufweisende spotten Vb. ‘sich über jmdn., etw. lustig machen, verhöhnen’, ahd. spottōn (10. Jh.; bispottōn, 9. Jh.), mhd. spot(t)en, mnd. mnl. nl. spotten, anord. spotta ‘verhöhnen’, schwed. spotta ‘speien, spucken’ lassen sich mit ahd. spīwizzōn (Hs. 12. Jh.), mhd. spiutzen, spūtzen ‘speien’, mnl. spoiten, nl. spuiten ‘(Wasser) speien, spritzen’, anord. spȳta ‘spucken’ als Intensivbildungen (s. auch ↗spucken) zu dem unter ↗speien (s. d.) behandelten Verb stellen. Die Bedeutungsentwicklung geht von ‘jmdn. anspucken als Zeichen der Verachtung’ aus. spötteln Vb. ‘leicht spotten’, Iterativbildung zum Verb (16. Jh.). Spötter m. ‘wer spottet’, ahd. spottāri ‘gewerbsmäßiger Spaßmacher’ (Hs. 12. Jh.), mhd. spottære, spotter, auch (mit Umlaut seit 13. Jh.) spötter. spöttisch Adj. ‘voller Spott, höhnisch’ (16. Jh.); vgl. mhd. spottec, spottic und spöttischen Adv. spottbillig Adj. ‘sehr, außerordentlich preiswert’ (18. Jh.); vgl. spottwohlfeil (17. Jh.) sowie Spottgeld ‘lächerlich geringer (eigentlich den Spott herausfordernder) gebotener Betrag für etw.’ (17. Jh.), dann ‘äußerst niedriger Preis’, ferner um ein Spott (‘ganz billig’) geben (16. Jh.). Gespött n. ‘Verspottung’, mhd. gespötte, Kollektivbildung zu Spott.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ironiker · ↗Sarkast · ↗Satiriker · ↗Spottdrossel · ↗Spottvogel · Spötter · ↗Zyniker
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kritiker Moralist Neider Satiriker Skeptiker Trotz Zweifler Zyniker anmerken argwöhnen behaupten bissig boshaft bös einwenden feinsinnig geistreich geistvoll genial lästern meinen mokieren mutmaßen sarkastisch strafen umtaufen unken verstummen witzeln zynisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spötter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Verfassung ließ sich zu ihrem Jubelfeste also von den professionellen Spöttern gratulieren.
Der Tagesspiegel, 09.05.1999
Die Polen sind in ihrer respektlosen Art die geborenen Spötter.
Die Zeit, 05.11.1998, Nr. 46
Die zunächst improvisiert vorgenommene Arbeit fand in den Nachbarprovinzen viele Spötter, aber auch ernste Gegner.
Kraus, Hans-Joachim: Israel. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27980
Die Gemeinde nahm schweres Ärgernis, zu schweigen von den Spöttern, die entzückt waren.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 418
Ich war in namenlose Verlegenheit geraten und sah mit stehenden Augen an dem Spötter hinauf.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26276
Zitationshilfe
„Spötter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spötter>, abgerufen am 25.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
spotten
spötteln
Spöttelei
Spottdrossel
spottbillig
Spötterei
Spottgeburt
Spottgedicht
Spottgelächter
Spottgeld