Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Speise, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Speise · Nominativ Plural: Speisen
Aussprache  [ˈʃpaɪ̯zə]
Worttrennung Spei-se
Mehrwortausdrücke  Speis und Trank
eWDG

Bedeutungen

1.
das einzelne Gericht, Essen
Beispiele:
eine süße, saure, gut zubereitete, wohlschmeckende, (scharf) gewürzte, köstliche, (aus)erlesene, leckere, schmackhafte, sättigende, nahrhafte, verdorbene, versalzene, angebrannte, ungenießbare Speise
warme Speisen
kalte Speisen gibt es am Büfett
eine Speise zubereiten, würzen, abschmecken, kosten, auftragen, austeilen, aufwärmen
umgangssprachlicheine Speise auftun
von einer Speise kosten
etw. dient als, zur Speise
diese Speise ist schlecht, sauer geworden, verschimmelt, verdorben
die Anrichtung der, von Speisen
die Karte enthält ein vielfältiges Angebot an Speisen
welche Speisen können Sie empfehlen, Herr Ober?
gehoben jede Nahrung in fester Form
Beispiele:
Speis und Trank
das tägliche Sattwerden an reichlicher Speise tat ihm wohl [ HesseNarziß5,151]
2.
Süßspeise, Nachtisch
Beispiel:
als Speise gab es Pudding
3.
süddeutsch, österreichisch kleiner Raum zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, Speisekammer
österreichisch Speiseschrank
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Speise · speisen · abspeisen · verspeisen · Speisung · Speisekammer
Speise f. ‘feste bzw. zubereitete Nahrung, Gericht’, ahd. spīsa (9. Jh.), mhd. spīse ‘feste Nahrung, Kost, Lebensmittel, eigene Haushaltung’, auch ‘Metallgemisch zum Glockenguß’ (vgl. Glockenspeise), mnd. mnl. spīse, nl. spijs, afries. spise ist entlehnt aus mlat. *spēsa (vgl. aital. spesa Sing. ‘Nahrung’, spese Plur. ‘Vorräte’), einem Wort der Klostersprache, dessen aus mlat. spensa, expensa ‘Nahrung, Lebensmittel’ entwickeltes geschlossenes ē mit germ. ī wiedergegeben wird. Zugrunde liegt lat. expēnsa f. ‘Ausgabe, Aufwand’, kirchenlat. (Klostersprache) ‘Lebensunterhalt, Proviant’, das (wohl aus einer Fügung pecūnia expēnsa ‘ausgegebenes Geld’) substantivierte Part. Perf. von lat. expendere ‘gegeneinander aufwägen, abwägen, erwägen, auszahlen, ausgeben, bezahlen’. Die gleiche Lautentwicklung von ē zu germ. ī, nhd. ei zeigen Feier, Kreide, Seide (s. d.). – speisen Vb. in gehobener Sprache ‘eine Mahlzeit einnehmen, essen’, transitiv ‘zu essen geben, versorgen’, mhd. spīsen, auch ‘Metalle miteinander mischen’. abspeisen Vb. ‘beköstigen, aufhören zu essen’ (16. Jh.), übertragen ‘jmdn. unbefriedigend, mit wenigem abfertigen, vertrösten’ (17. Jh.). verspeisen Vb. ‘aufessen’ (17. Jh.). Speisung f. ‘Beköstigung’, mhd. spīsunge, auch ‘Proviant’. Speisekammer f. ‘Vorratsraum für Nahrungsmittel’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Speise‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Speise‹.

Verwendungsbeispiele für ›Speise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man mußte gerade dabei gewesen sein, die Speisen auf den Tisch zu bringen. [Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 2]
Der braune Saft der Speise rann ihm über den prächtigen Rock. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann – Fischer 1947 [1933], S. 261]
Sie dient dazu, die zerkleinerten Speisen zum Munde zu führen. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation – Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 162]
Hier erklärt er alle Speisen, die der hungrigen jungen Frau vorgesetzt werden, für ihrer unwürdig und fegt sie vom Tisch. [Fath, Rolf: Werke – W. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22003]
In den meisten Büchern warnen die Autoren besonders vor zuckerhaltigen Speisen. [o. A.: Schlimmer Schimmel. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]]
Zitationshilfe
„Speise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Speise#1>.

Weitere Informationen …

Speise, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Speise · Nominativ Plural: Speisen
Aussprache  [ˈʃpaɪ̯zə]
Worttrennung Spei-se
eWDG

Bedeutung

fachsprachlich Glockenspeise
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Speise · speisen · abspeisen · verspeisen · Speisung · Speisekammer
Speise f. ‘feste bzw. zubereitete Nahrung, Gericht’, ahd. spīsa (9. Jh.), mhd. spīse ‘feste Nahrung, Kost, Lebensmittel, eigene Haushaltung’, auch ‘Metallgemisch zum Glockenguß’ (vgl. Glockenspeise), mnd. mnl. spīse, nl. spijs, afries. spise ist entlehnt aus mlat. *spēsa (vgl. aital. spesa Sing. ‘Nahrung’, spese Plur. ‘Vorräte’), einem Wort der Klostersprache, dessen aus mlat. spensa, expensa ‘Nahrung, Lebensmittel’ entwickeltes geschlossenes ē mit germ. ī wiedergegeben wird. Zugrunde liegt lat. expēnsa f. ‘Ausgabe, Aufwand’, kirchenlat. (Klostersprache) ‘Lebensunterhalt, Proviant’, das (wohl aus einer Fügung pecūnia expēnsa ‘ausgegebenes Geld’) substantivierte Part. Perf. von lat. expendere ‘gegeneinander aufwägen, abwägen, erwägen, auszahlen, ausgeben, bezahlen’. Die gleiche Lautentwicklung von ē zu germ. ī, nhd. ei zeigen Feier, Kreide, Seide (s. d.). – speisen Vb. in gehobener Sprache ‘eine Mahlzeit einnehmen, essen’, transitiv ‘zu essen geben, versorgen’, mhd. spīsen, auch ‘Metalle miteinander mischen’. abspeisen Vb. ‘beköstigen, aufhören zu essen’ (16. Jh.), übertragen ‘jmdn. unbefriedigend, mit wenigem abfertigen, vertrösten’ (17. Jh.). verspeisen Vb. ‘aufessen’ (17. Jh.). Speisung f. ‘Beköstigung’, mhd. spīsunge, auch ‘Proviant’. Speisekammer f. ‘Vorratsraum für Nahrungsmittel’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Speise‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Speise‹.

Verwendungsbeispiele für ›Speise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man mußte gerade dabei gewesen sein, die Speisen auf den Tisch zu bringen. [Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 2]
Der braune Saft der Speise rann ihm über den prächtigen Rock. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann – Fischer 1947 [1933], S. 261]
Sie dient dazu, die zerkleinerten Speisen zum Munde zu führen. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation – Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 162]
Hier erklärt er alle Speisen, die der hungrigen jungen Frau vorgesetzt werden, für ihrer unwürdig und fegt sie vom Tisch. [Fath, Rolf: Werke – W. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22003]
In den meisten Büchern warnen die Autoren besonders vor zuckerhaltigen Speisen. [o. A.: Schlimmer Schimmel. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]]
Zitationshilfe
„Speise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Speise#2>.

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