Spelt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
DWDS-Verweisartikel, 2015

Bedeutung

Synonym zu Spelz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spelz · Spelt · Spelze
Spelz Spelt m. weizenähnliche Getreidesorte, ‘Dinkel’, deren Ährenspindel beim Dreschen in einzelne kleine Ähren zersplittert, während die Körner in den Hülsen eingeschlossen bleiben, ahd. spelta, auch ‘Ähre’ (8. Jh.), spelza f. (9. Jh.), spelt (9. Jh.), spelzo m. (Hs. 12. Jh.), mhd. spelte, spelze f., asächs. spelta f., mnd. spelte, aengl. spelt m. (engl. spelt aus dem Asächs.), mnl. spelte, nl. spelt ist als germ. t-Erweiterung wie die unter ↗spalten (s. d.) genannten Formen zu der dort angeführten Wurzel ie. *(s)p(h)el- ‘spalten, abspalten, absplittern, abreißen’ zu stellen. Aus dem Germ. entlehnt (in Pannonien?) ist spätlat. spelta, das daraufhin (als Rückentlehnung) auf das Ahd. einwirkt, so daß unverschobenes ahd. spelta, nhd. Spelt neben verschobenen Formen (s. oben) erhalten bleibt. Spelt bedeutet etwa ‘Splitterfrucht’ und bezeichnet zunächst die kleinen Ähren mit den Körnern, erst dann die ganze Pflanze. Seit dem 17. Jh. setzt sich in Analogie zu anderen Getreidesorten maskulines Genus durch. Der Plural lautet Spelze. Spelze f. (Plur. Spelzen) ‘beim Dreschen abfallende Hülse des Getreidekorns, Spreu’ (17. Jh.), von der reichlich Spreu liefernden Getreideart Spelt, Spelz übertragen.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Juden aßen geröstete Gerste, die Griechen und Römer gerösteten Spelt.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 188
Knochen von Schaf, Ziege, Schwein, Rind und Hund beweisen den Fortschritt der Domestikation, Gerste, Emmer und Spelt weisen auf einen voll ausgeprägten Bodenbau hin.
Pittioni, Richard: Der urgeschichtliche Horizont der historischen Zeit. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 924
Beim Spelz, Spelt, Dinkel, Vesen, Kolbenspelz (T. Spelta) betragen die Spindelglieder etwa zwei Drittel der Länge der Kelchspelze.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 179
Zitationshilfe
„Spelt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spelt>, abgerufen am 21.02.2019.

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