Spelz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Dinkel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spelz · Spelt · Spelze
Spelz Spelt m. weizenähnliche Getreidesorte, ‘Dinkel’, deren Ährenspindel beim Dreschen in einzelne kleine Ähren zersplittert, während die Körner in den Hülsen eingeschlossen bleiben, ahd. spelta, auch ‘Ähre’ (8. Jh.), spelza f. (9. Jh.), spelt (9. Jh.), spelzo m. (Hs. 12. Jh.), mhd. spelte, spelze f., asächs. spelta f., mnd. spelte, aengl. spelt m. (engl. spelt aus dem Asächs.), mnl. spelte, nl. spelt ist als germ. t-Erweiterung wie die unter ↗spalten (s. d.) genannten Formen zu der dort angeführten Wurzel ie. *(s)p(h)el- ‘spalten, abspalten, absplittern, abreißen’ zu stellen. Aus dem Germ. entlehnt (in Pannonien?) ist spätlat. spelta, das daraufhin (als Rückentlehnung) auf das Ahd. einwirkt, so daß unverschobenes ahd. spelta, nhd. Spelt neben verschobenen Formen (s. oben) erhalten bleibt. Spelt bedeutet etwa ‘Splitterfrucht’ und bezeichnet zunächst die kleinen Ähren mit den Körnern, erst dann die ganze Pflanze. Seit dem 17. Jh. setzt sich in Analogie zu anderen Getreidesorten maskulines Genus durch. Der Plural lautet Spelze. Spelze f. (Plur. Spelzen) ‘beim Dreschen abfallende Hülse des Getreidekorns, Spreu’ (17. Jh.), von der reichlich Spreu liefernden Getreideart Spelt, Spelz übertragen.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Gewicht eines Hektoliters Spelz beträgt im Durchschnitt 40 kg.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 179
Zusammen mit Hafer und Spelz rechnet man ihn zu den jüngeren Getreidearten.
Bommer, Sigwald u. Lotzin-Bommer, Lisa: Getreidegerichte aus vollem Korn - gesund, kräftig, billig!, Krailing bei München: Müller 1957 [1941], S. 12
Der Antrag verlangt Minimalsätze von 6 Mark für Weizen und Spelz, von 5 Mark für alle anderen Getreidearten.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 19.02.1902
Im Mesolithikum (10000 bis 4000 v. Chr.) wuchsen Urgetreidearten in Form von Einkorn, Emmer und Spelz.
Die Zeit, 06.03.1987, Nr. 11
Zitationshilfe
„Spelz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spelz>, abgerufen am 21.11.2018.

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