Spezialität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Spezialität · Nominativ Plural: Spezialitäten
Aussprache
WorttrennungSpe-zi-ali-tät · Spe-zia-li-tät
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Spezialität‹ als Erstglied: ↗Spezialitätenrestaurant  ·  mit ›Spezialität‹ als Letztglied: ↗Schinkenspezialität
eWDG, 1976

Bedeutung

Besonderheit
a)
etw., das für jmdn., etw. kennzeichnend ist
Beispiele:
mit Schiefer gedeckte Häuser sind eine Spezialität dieses Gebietes
Empfindeleien sind ohnehin nicht meine Spezialität [FontanePetöfy63]
b)
etw., das jmd. besonders gut versteht, beherrscht
Beispiel:
das Basteln von Spielzeug, Rückenschwimmen ist seine Spezialität
etw., das jmd. besonders gern tut, Liebhaberei
Beispiele:
schon in seiner Kindheit war das Reiten seine Spezialität
das Spielen mit der Modelleisenbahn ist die Spezialität mancher Väter
c)
Speise mit besonderer Geschmacksnote, die häufig nach dem Ort, Land ihrer Herkunft benannt wird
Beispiele:
Dresdner Stollen sind eine Spezialität
Pfannkuchen sind als Berliner Spezialität bekannt
ungarische Spezialitäten
diese Wurst ist eine köstliche Spezialität
Speise, die jmd. besonders gern isst, Leibgericht
Beispiel:
Kartoffelpuffer sind seine Spezialität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spezial · speziell · Spezi · Spezialität · spezialisieren · Spezialist
spezial Adj. ‘besonder, eigentümlich, extra, einzeln’. Das seit dem Ende des 15. Jhs. im Dt. belegte, aus lat. speciālis ‘besonder, speziell, eigentümlich’ (zu lat. speciēs, s. ↗Spezies) entlehnte Wort ist nur selten als selbständiges Adjektiv bezeugt, vgl. speciale rapporten, speciale Articul (17. Jh.), mit der specialen Versicherung (18. Jh.), auf specialen Befehl (19. Jh.); in dieser Verwendung heute von speziell (s. unten) verdrängt. In der Regel (heute ausschließlich) bildet spezial das Bestimmungswort in Komposita und bezeichnet ‘das Besondere, Eigentümliche, Spezielle’ des Grundwortes. Zuerst vielfach noch in Getrenntschreibung, vgl. special superintendent, special Namen, special tugend (16. Jh.), Special Wein neben Specialwein (17. Jh.), doch setzt sich vom 16. Jh. an allmählich Zusammenschreibung durch. speziell Adj. ‘von eigener Art, besonder, eigentümlich, einzeln, eingehend’ (Gegenwort zu generell), mit französierender Endung zu älterem spezial (s. oben) gebildet (Anfang 18. Jh.) und dieses als selbständiges Adjektiv ersetzend. Spezi m. ‘besonderer Freund’ (Ende 18. Jh.), verkürzt aus gleichbed. Spezial m. (2. Hälfte 18. Jh.), älter specialer Freund (1. Hälfte 18. Jh.), Specialfreund (2. Hälfte 17. Jh.). Spezialität f. ‘Besonderheit, Charakteristikum, Fachgebiet, besondere Fähigkeit, Liebhaberei’ (Anfang 17. Jh.), entlehnt aus spätlat. speciālitās (Genitiv speciālitātis) ‘besondere Beschaffenheit’ bzw. mfrz. frz. spécialité ‘Besonderheit, Spezialgebiet’. spezialisieren Vb. jetzt vorwiegend reflexiv ‘sich von anderem unterscheiden, auf ein bestimmtes Gebiet festlegen’ (Anfang 20. Jh.), zuvor transitiv ‘auf ein Spezialgebiet ausrichten, besonderen Bedingungen anpassen, einzeln aufführen, ins einzelne gehen’ (1. Hälfte 19. Jh.), aus gleichbed. mfrz. frz. (se) spécialiser. Spezialist m. ‘Fachmann, Sachverständiger auf einem bestimmten Gebiet’ (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. etwa gleichzeitig auftretendes frz. spécialiste.

Thesaurus

Synonymgruppe
Besonderheit · Entscheidende · Spezialität · ↗Spezifikum · besonderes Merkmal
Synonymgruppe
(eine) Köstlichkeit · ↗(lukullischer) Hochgenuss · ↗Delikatesse · ↗Gaumenfreude · ↗Gaumenkitzel · Gaumenschmaus · ↗Genuss · ↗Hochgenuss · ↗Leckerbissen · ↗Leckerli (beim Sprechen über Tiere) · Spezialität · kulinarische Offenbarung  ●  ↗Gustostückerl  österr. · ↗Schmankerl  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Buffet Büfett Grill Kunsthandwerk Küche Speisekarte Wein asiatisch auftischen deftig edelsüß einheimisch fernöstlich fränkisch gastronomisch italienisch kredenzen kulinarisch landestypisch lecker lokal lukullisch orientalisch probieren regional saisonal schwäbisch servieren verwöhnen zubereiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spezialität‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Passend zu den Weinen gibt es Spezialitäten aus den jeweiligen Regionen.
Die Welt, 05.06.2004
Als freundlich fiel der Service auf, die Küche glänzte mit regionalen Spezialitäten.
Der Tagesspiegel, 14.07.2001
Daß der Bayer dies nicht glaubt, ist selbstverständlich; jedes Land hat seine Spezialität, ohne die der Bewohner sich das Dasein nicht denken kann.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 22641
Hier kann die Hausfrau mit deutschen Spezialitäten viel Goodwill schaffen.
Commer, Heinrich: Managerknigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1985], S. 8772
Natürlich hat auch der ferne Osten seine Spezialitäten, die aber international kaum verbreitet sind.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 166
Zitationshilfe
„Spezialität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spezialität>, abgerufen am 17.11.2019.

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