Spiegel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spiegels · Nominativ Plural: Spiegel
Aussprache
WorttrennungSpie-gel
Wortbildung mit ›Spiegel‹ als Erstglied: ↗Spiegelbild · ↗Spiegelei · ↗Spiegelfernrohr · ↗Spiegelfolie · ↗Spiegelfuge · ↗Spiegelgalvanometer · ↗Spiegelglas · ↗Spiegelkarpfen · ↗Spiegelkugel · ↗Spiegelobjektiv · ↗Spiegelsaal · ↗Spiegelscheibe · ↗Spiegelschrift · ↗Spiegelstrich · ↗Spiegelsymmetrie · ↗Spiegelteleskop · ↗Spiegeltrinker · ↗Spiegelwand · ↗Spiegelzelt · ↗spiegelblank · ↗spiegelglatt · ↗spiegelhell · ↗spiegelverkehrt
 ·  mit ›Spiegel‹ als Letztglied: ↗Alkoholspiegel · ↗Ankleidespiegel · ↗Arsenspiegel · ↗Augenspiegel · ↗Außenspiegel · ↗Beichtspiegel · ↗Blasenspiegel · ↗Blutzuckerspiegel · ↗Brennspiegel · ↗Bußspiegel · ↗Doppelspiegel · ↗Einwegspiegel · ↗Garderobenspiegel · ↗Garderobespiegel · ↗Grundwasserspiegel · ↗Handspiegel · ↗Hohlspiegel · ↗Kehlkopfspiegel · ↗Klassenspiegel · ↗Konkavspiegel · ↗Konvexspiegel · ↗Kragenspiegel · ↗Leistungsspiegel · ↗Medaillenspiegel · ↗Meeresspiegel · ↗Mietspiegel · ↗Nasenspiegel · ↗Panoramaspiegel · ↗Parabolspiegel · ↗Penicillinspiegel · ↗Planspiegel · ↗Pressespiegel · ↗Probierspiegel · ↗Rasierspiegel · ↗Rückspiegel · ↗Satzspiegel · ↗Seitenspiegel · ↗Standspiegel · ↗Stehspiegel · ↗Straßenspiegel · ↗Taschenspiegel · ↗Toilettenspiegel · ↗Toilettespiegel · ↗Wandspiegel · ↗Wasserspiegel · ↗Zerrspiegel · ↗Zuckerspiegel
 ·  mit ›Spiegel‹ als Grundform: ↗spiegeln
eWDG, 1974 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Gegenstand aus Glas oder Metall, dessen glänzende, glatte Fläche Bilder, optische Erscheinungen zurückwirft
Beispiele:
ein glänzender, blanker, trüber, blinder Spiegel
ein kunstvoll gerahmter Spiegel
einen Spiegel aufhängen
er zog einen Spiegel aus der Tasche
in den Spiegel sehen, blicken
umgangssprachlichin den Spiegel gucken
sie besah sich lange im Spiegel
sie steht schon wieder vor dem Spiegel
vor den Spiegel treten
»Spieglein, Spieglein an der Wand, / Wer ist die Schönste im ganzen Land?« [GrimmSchneew.1,182]
bildlich
Beispiele:
der Satiriker hält seiner Zeit den Spiegel vor
das Werk ist ein getreuer Spiegel unseres Lebens
umgangssprachlichden Brief wird er (sich) [Dativ] nicht hinter den Spiegel stecken (= der Brief enthält etw., dessen sich der Empfänger zu schämen hätte, das er vor anderen zu verbergen hat)
spöttischmeine Antwort kann er sich [Dativ] hinter den Spiegel stecken!
2.
der Spiegel des Seesdie Oberfläche des Sees
Beispiele:
aufs Meer ... wo ein dunkler Schatten vor einer leichten Brise her über den graublauen Spiegel lief [H. W. RichterSpuren89]
[er] blies nachdenklich gegen den purpurnen Spiegel des Weins [Suderm.2,11]
3.
Medizin Gehalt von bestimmten Stoffen in einer Flüssigkeit des Körpers
Beispiel:
Da die Nieren Traubenzucker nur bis zu einem Spiegel von etwa 150 mg in 100 ml Blut zurückzuhalten vermögen, tritt Glukose in den Urin über [Gesundheit1967]
4.
Fläche, die sich in der Farbe oder im Material vom Umgebenden deutlich abhebt
a)
viereckiger Besatz auf den Kragenecken von Uniformen
Beispiel:
Auf der Jacke der Ausgangsuniform für Offiziere werden handgestickte Spiegel getragen [Grenzpolizist1957]
b)
seidener Belag auf den Revers von Frack und Smoking
c)
Zoologie heller Fleck um den After mancher Tiere
Beispiel:
der Spiegel des Rehs
d)
Druckerei Satzspiegel
5.
schematische Darstellung einer Sitzordnung
Beispiel:
für diesen Empfang hatte man im Foyer einen Spiegel ausgelegt

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiegel · spiegeln · Spiegelung · vorspiegeln · Vorspiegelung · Spiegelbild · Spiegelei · Spiegelfechterei
Spiegel m. ‘glatte Fläche (aus Glas oder Metall), die Abbilder davor befindlicher Personen und Gegenstände zeigt’, ahd. spiagal (um 800), mhd. spiegel, mnd. spēgel, spigel, mnl. spieghel, nl. spiegel ist über vorauszusetzendes vlat. *spēglum entlehnt aus lat. speculum n. ‘Spiegel, Abbild’; zu lat. specere ‘sehen’. Das im Vlat. gelängte ē ergibt den Diphthong ahd. ia (s. auch ↗Brief). Anord. spegill, schwed. spegel stammen aus dem Mnd. Unter Einfluß maskuliner Gerätebezeichnungen auf -el erhält Spiegel im Germ. maskulines Genus. spiegeln Vb. ‘wie ein Spiegel Lichtstrahlen zurückwerfen, Abbilder erzeugen, glänzen’, reflexiv ‘als Spiegelbild erscheinen’, mhd. spiegeln ‘wie ein Spiegel glänzen, hell machen wie einen Spiegel’; Spiegelung f. ‘das Spiegeln’, mhd. spiegelunge; auch ‘Spiegelbild’ (17. Jh.). vorspiegeln Vb. ‘(wie) in einem Spiegel sichtbar machen’ (16. Jh.), ‘vortäuschen’ (18. Jh.); Vorspiegelung f. ‘Vortäuschung, Blendwerk’ (18. Jh.). Spiegelbild n. ‘im Spiegel sichtbares (seitenverkehrtes) Bild’ (16. Jh.). Spiegelei n. in der Pfanne gebratenes Ei, im Unterschied zum Rührei mit unzerstörtem Dotter, geformt wie ein runder Handspiegel (18. Jh.); vgl. früher bezeugtes (doch seltenes) frz. œuf au miroir (1680). Landschaftlich auch ↗Ochsenauge (s. d.). Spiegelfechterei f. ‘Scheinkampf, Heuchelei’ (17. Jh.), zuvor Spiegelfechten n. (um 1500). Zu verstehen als Schaugefecht mit glitzernden, spiegelnden, jedoch nicht treffenden Waffen? Oder eher als unwirkliches, nur vorgespiegeltes Gefecht?

Thesaurus

Synonymgruppe
Spiegel [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe
  • Einwegspiegel · Polizeispiegel · Spanischer Spiegel · Spionspiegel · Venezianischer Spiegel · halbdurchlässiger Spiegel
  • Teilerspiegel · teildurchlässiger Spiegel
  • Fangspiegel · Sekundärspiegel
  • Augenspiegel · Stirnreflektor · Stirnspiegel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausgabe Bericht Blick Chefredakteur Herausgeber Information Interview Linse Magazin Nachrichtenmagazin Seele Spiegel Stern Waschbecken Zeitschrift berichten betrachten blicken blind gucken melden reflektieren riesig schauen schreiben titeln vorhalten weiterberichten zerbrochen zitieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spiegel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In seiner Villa hängt ein Spiegel mit einem kunstvollen Rahmen, auf dem stilisierte Dosen abgebildet sind.
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2004
Aber wenn er nichts mehr zu picken hat, wird er aggressiv und hackt auf seinen Spiegel ein.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 97
Für die, die das stört, haben wir ein paar Spiegel aufgehängt.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 296
Spaßeshalber probierte ich vor dem Spiegel auch den Zylinder auf.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 244
Die Spiegel des Ganges zeigten ihm seine Gestalt, und er fand sich häßlich.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 477
Zitationshilfe
„Spiegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spiegel>, abgerufen am 22.11.2019.

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