Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Spielhölle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Spielhölle · Nominativ Plural: Spielhöllen
Aussprache 
Worttrennung Spiel-höl-le
Wortzerlegung Spiel Hölle
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Spielbank
Beispiel:
er hatte all sein Geld in einer Spielhölle verloren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hölle · höllisch · Höllenmaschine · Höllenstein · Spielhölle
Hölle f. nach christlicher Auffassung ‘Stätte der Verdammnis, Ort für die nach dem Tod verdammten Seelen’, übertragen ‘Ort großer Qualen’. Ahd. hella (9. Jh.), mhd. mnd. helle, nhd. Hölle (allgemein seit 17. Jh.), asächs. hellia, mnl. helle, hille, nl. hel, aengl. hel(l), engl. hell, anord. hel, got. halja, germ. *haljō gehört als ‘das Verbergende oder Verborgene’ zu der unter hehlen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ und bezeichnet ursprünglich den ‘unterirdischen Aufenthaltsort der Toten’ (vgl. den Namen der Todesgöttin anord. Hel), in christlicher Vorstellung den ‘Aufenthaltsort der Verdammten’. Szadrowsky in: PBB 72 (1950) 221 ff. verbindet dagegen die germ. Formen für ‘Hölle’ mit anord. hella ‘flacher Stein’, aengl. heall ‘Felsen’, got. hallus ‘Fels’ (mit nicht gesicherter Etymologie), nimmt eine Bedeutungsentwicklung von ‘Felsplatte’ zu ‘Gruftplatte, Grabplatte’, dann zu ‘Grab’ und ‘Totenreich’ an und hält den Anschluß (über ‘deckende, verbergende Steinplatte’) an die Wortgruppe von hehlen für sekundär. – höllisch Adj. ‘zur Hölle gehörig, die Hölle betreffend, schrecklich, grausam’, mhd. hellisch, hel(le)sch. Als Verstärkung, Übertreibung im Sinne von ‘sehr groß, sehr stark’, adverbial ‘sehr’ begegnet höllisch seit dem 17. Jh. Mit dieser Verwendung decken sich zahlreiche substantivische Zusammensetzungen mit Höllen- wie Höllenangst, zufrühst ‘Angst vor der Hölle’ (16. Jh.), Höllenhitze, zuerst ‘Hitze, Feuer in der Hölle’ (17. Jh.), Höllenlärm (19. Jh.), Höllentempo (20. Jh.). Höllenmaschine f. ‘getarnte Sprengladung mit Zeitzünder’ (1. Drittel 19. Jh.), nach frz. machine infernale. Höllenstein m. aus Silbernitrat bestehendes, in der Heilkunde verwendetes Ätzmittel (Mitte 18. Jh.), zuvor höllischer Stein (1712); vgl. nlat. lapis infernalis, frz. pierre infernale. Spielhölle f. abschätzige Bezeichnung eines Spielkasinos (um 1830).

Thesaurus

Synonymgruppe
Spielhalle · Spielothek  ●  Fummelbunker  ugs. · Spielhölle  ugs. · Zockerbude  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Spielhölle‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spielhölle‹.

Verwendungsbeispiele für ›Spielhölle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pro Kopf besitzt kein anderes Land der Europäischen Union mehr Spielhöllen. [Die Zeit, 09.12.2004, Nr. 51]
Schon nachmittags um fünf Uhr sind die meisten Spielhöllen rappelvoll. [Die Zeit, 18.04.1986, Nr. 17]
Die Spielhöllen gleichen sich alle wie ein Ei dem anderen. [Die Zeit, 28.02.1966, Nr. 09]
Der Computer triumphiert, die Black Box mutiert zur munteren Spielhölle. [Süddeutsche Zeitung, 12.07.2001]
Wann waren Sie zum letzten Mal in einer richtigen Spielhölle? [Süddeutsche Zeitung, 16.09.1995]
Zitationshilfe
„Spielhölle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spielh%C3%B6lle>.

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