Spielraum, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSpiel-raum (computergeneriert)
WortzerlegungSpielRaum
Wortbildung mit ›Spielraum‹ als Letztglied: ↗Beurteilungsspielraum · ↗Bewegungsspielraum · ↗Entscheidungsspielraum · ↗Ermessensspielraum · ↗Freiheitsspielraum · ↗Gestaltungsspielraum · ↗Interpretationsspielraum · ↗Verhandlungsspielraum · ↗Verteilungsspielraum
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
zusätzlicher Platz, der geringe Abweichungen vom üblichen Verlauf einer Bewegung zulässt
Beispiel:
die Fässer, die da liegen, haben immer noch Spielraum genug ... und stoßen nicht gleich an die Decke [FontaneI 1,538]
2.
übertragen Bewegungsfreiheit
Beispiele:
genügenden, keinen Spielraum haben
der schöpferischen Phantasie des Kindes Spielraum lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Freiraum · ↗Handlungsspielraum · ↗Platz · ↗Puffer · Spielraum  ●  ↗Luft  ugs. · Raum zum Atmen  ugs.
Synonymgruppe
Bewegungsfreiheit · ↗Ellbogenfreiheit · ↗Freizügigkeit · ↗Raum · Spielraum  ●  ↗Latitüde  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beitragssenkung Interpretation Lohnerhöhung Preiserhöhung Preissenkung Senkung Steuersenkung Zinssenkung ausloten ausnutzen ausreizen ausschöpfen begrenzen begrenzt einengen einschränken eng erweitern finanziell finanzpolitisch geldpolitisch gering gewiss gewonnen nutzen unternehmerisch verengen vergrößern vorhanden zeitlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spielraum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal ist der Spielraum, den sie dabei haben, groß, manchmal klein.
Die Zeit, 21.04.2008, Nr. 16
Der finanzielle Druck, der auf den meisten Redaktionen laste, lasse wenig Spielraum für Experimente.
Bild, 10.03.2005
Zum einen wird ihr Spielraum angesichts der Einsparungen immer geringer.
o. A. [frö.]: DARA. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1993]
Spielraum bleibt aber bei der optimalen Nutzung der verschiedenen Räume.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 376
Auch innerhalb des Gesetzes gab es noch einen weiten Spielraum.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 18733
Zitationshilfe
„Spielraum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spielraum>, abgerufen am 23.05.2019.

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