Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Spionage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Spionage · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ʃpioˈnaːʒə]
Worttrennung Spi-ona-ge · Spio-na-ge
Grundformspionieren
Herkunft Spion, vgl. gleichbedeutend espionnagefrz
eWDG

Bedeutung

organisierte Tätigkeit, die im Auftrag oder Interesse einer fremden Macht geheimgehaltene Informationen, besonders über Wirtschaft und Militärwesen, zu erlangen sucht
Beispiel:
er hatte für eine fremde Macht, einen Geheimdienst Spionage getrieben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spion · spionieren · Spionage
Spion m. ‘wer sich Informationen über geheimgehaltene Dinge, besonders über Wirtschaft und Militärwesen, verschafft und an einen Auftraggeber, Interessenten bzw. an eine fremde Macht weiterleitet’, entlehnt (16. Jh.) aus ital. spione ‘Beobachter, Kundschafter’ (vgl. den Plur. ital. spioni in dt. Texten des 17. Jhs.), einem Augmentativum zu ital. spia ‘Späher’ (heute auch ‘Spion’), das seinerseits zu ital. spiare ‘(aus)spähen, aushorchen, auskundschaften’ gebildet ist. Das ital. Verb ist eine Entlehnung aus dem Germ., etwa aus einem ahd. spehōn (s. spähen) entsprechenden, jedoch nicht belegten Verb des Langobard. oder Got. Ebenfalls aus dem Germ. (aus ahd. spehōn bzw. dessen nicht bezeugter anfrk. Entsprechung) stammt afrz. espiier, espier, frz. épier ‘(aus)spähen’ mit der dazu gebildeten Ableitung afrz. espion, mfrz. épion, dann (unter Einfluß von ital. spione) mfrz. frz. espion ‘Kundschafter, Spitzel, Spion’. Die Verbreitung des Wortes im Dt. erfolgt während des Dreißigjährigen Krieges. – spionieren Vb. ‘heimlich auskundschaften, als Spion tätig sein’ (Ende 17. Jh.; anfangs auch espioniren), nach gleichbed. mfrz. frz. espionner (gebildet zu espion, s. oben). Spionage f. ‘das Auskundschaften politischer, wirtschaftlicher, militärischer Geheimnisse’ (1. Hälfte 18. Jh.), nach gleichbed. frz. espionnage m.

Thesaurus

Synonymgruppe
Agentendienst · Agententätigkeit · Aushorchertätigkeit · Spionage · Spitzeldienst · nachrichtendienstliche Aktivität
Synonymgruppe
(das) Ausschnüffeln · (das) Ausspionieren · (das) Ausspähen · Ausspähung · Bespitzelung · Lauschangriff · Schnüffelei · Spionage · Spitzelei
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Spionage‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spionage‹.

Verwendungsbeispiele für ›Spionage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegen sechs Uhr morgens verurteilten sie ihn wegen Spionage zum Tode. [Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 45]
Gewiß ist die Spionage am weitesten von der Illusion des »allgemeinen« Interesses entfernt. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 984]
Die Spionage ist angeblich das zweitälteste Gewerbe der Welt (nach der Prostitution). [Die Zeit, 14.08.2013, Nr. 28]
Aber zumindest gegen Spionage durch andere Unternehmen muss man unsere Wirtschaft weiter stärken. [Die Zeit, 21.07.2013, Nr. 30]
Vor allem im Netz sei die Spionage inzwischen professionell organisiert. [Die Zeit, 23.04.2012 (online)]
Zitationshilfe
„Spionage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spionage>.

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