Spleen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spleens · Nominativ Plural: Spleene · wird meist im Singular verwendet
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spleens · Nominativ Plural: Spleens · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
HerkunftEnglisch
Wortbildung mit ›Spleen‹ als Grundform: ↗spleenig
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend leichte Verrücktheit oder Überspanntheit, fixe Idee
Beispiele:
er hat einen (richtigen) Spleen
es ist ein regelrechter Spleen von ihm, alte Zeitschriften jahrelang aufzubewahren
lass ihm doch seinen (kleinen) Spleen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spleen · spleenig
Spleen m. ‘merkwürdige Eigenart, Schrulle, Überspanntheit’. In der 2. Hälfte des 18. Jhs. wird engl. spleen ‘Milz’ in seiner übertragenen Bedeutung ‘(auf Erkrankung der Milz zurückgeführte) Verdrießlichkeit, Mißstimmung, Schwermut, Laune’ ins Dt. übernommen und wird hier (2. Hälfte 19. Jh.) im Sinne von ‘plötzlicher Einfall, Verschrobenheit, Tick’ üblich. Engl. spleen ist entweder über afrz. esplen, esplein ‘Milz’ oder direkt entlehnt aus lat. splēn, griech. splḗn (σπλήν) ‘Milz’. Schon nach den antiken Ärzten verursacht die Milz (und ihre Erkrankung) Hypochondrie und Melancholie. spleenig Adj. ‘verschroben, überspannt’ (20. Jh.), zuvor ‘schwermütig’, auch in der Schreibung spleenisch (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angewohnheit · ↗Caprice · ↗Eigenart · ↗Eigenheit · ↗Kaprice · ↗Marotte · ↗Schrulle · Spleen · ↗Tick  ●  ↗Grille  veraltend · ↗Kaprize  österr. · Allüren  geh. · ↗Fimmel  ugs. · ↗Macke  ugs. · ↗Tic  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Macke Marotte Tick abtun durchgehen englisch liebenswert pflegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spleen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei ist die großzügige Lobby weit mehr als nur ein architektonischer Spleen.
Der Tagesspiegel, 05.01.2002
Meine Tochter war damals 26, aber so einen Spleen hat sie schon immer gehabt.
Die Zeit, 16.09.1999, Nr. 38
Er soll gefälligst seine Finger vom volkswirtschaftlichen Vermögen lassen, denn für seinen Spleen müßten wir alle zahlen.
Bild, 04.12.1998
Weltoffen will man sich doch präsentieren und gar nicht so steif, wie alle behaupten, und einen Hang zum Spleen möchte man auch nicht dauernd verstecken.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2000
Da gab es den Fall eines Wagenpferdes mit einem unerklärbaren "Spleen".
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 41
Zitationshilfe
„Spleen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spleen>, abgerufen am 13.12.2018.

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