Spott, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spott(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Spott‹ als Erstglied: ↗Spottdrossel · ↗Spottgeburt · ↗Spottgedicht · ↗Spottgeld · ↗Spottgelächter · ↗Spottlied · ↗Spottlust · ↗Spottname · ↗Spottpreis · ↗Spottrede · ↗Spottreim · ↗Spottruf · ↗Spottschrift · ↗Spottsucht · ↗Spottvers · ↗Spottvogel · ↗spottbillig · ↗spottlustig · ↗spottsüchtig · ↗spöttisch
 ·  mit ›Spott‹ als Grundform: ↗spotten
eWDG, 1976

Bedeutung

Äußerung oder Verhaltensweise, mit der man sich leicht boshaft über die Fehler oder die Gefühle anderer lustig macht
Beispiele:
ein leichter, leiser, feiner, gutmütiger, bösartiger, scharfer, giftiger, beißender, ätzender, bitterer, verletzender Spott
(seinen) Spott mit etw., jmdm. treiben
der Spott in seinen Worten war unüberhörbar
Spott blitzte in seinen Augen auf
sie sagte das mit einem Anflug von Spott in ihrer Stimme
er erntete nur Hohn und Spott, Spott und Hohn (für seinen guten Willen)
zum Schaden noch den Spott haben
Gegenstand, Zielscheibe des allgemeinen Spottes sein
jmdn., etw. dem Spott preisgeben
jmdn. mit Spott übergießen, überschütten
sprichwörtlichwer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spott · spotten · spötteln · Spötter · spöttisch · spottbillig · Gespött
Spott m. ‘empfindlich treffender Scherz, Hohn’, ahd. (8. Jh.), mhd. spot, auch ‘Zweifel, Sünde’, asächs. spott, mnd. mnl. nl. spot, afries. spott, anord. spottr m., spott n. (germ. *spuþþa-) und das abgeleitete, expressive Konsonantendoppelung aufweisende spotten Vb. ‘sich über jmdn., etw. lustig machen, verhöhnen’, ahd. spottōn (10. Jh.; bispottōn, 9. Jh.), mhd. spot(t)en, mnd. mnl. nl. spotten, anord. spotta ‘verhöhnen’, schwed. spotta ‘speien, spucken’ lassen sich mit ahd. spīwizzōn (Hs. 12. Jh.), mhd. spiutzen, spūtzen ‘speien’, mnl. spoiten, nl. spuiten ‘(Wasser) speien, spritzen’, anord. spȳta ‘spucken’ als Intensivbildungen (s. auch ↗spucken) zu dem unter ↗speien (s. d.) behandelten Verb stellen. Die Herkunft ist freilich ungewiß, doch könnte die Bedeutung von ‘jmdn. anspucken als Zeichen der Verachtung’ ausgegangen sein. spötteln Vb. ‘leicht spotten’, Iterativbildung zum Verb (16. Jh.). Spötter m. ‘wer spottet’, ahd. spottāri ‘gewerbsmäßiger Spaßmacher’ (Hs. 12. Jh.), mhd. spottære, spotter, auch (mit Umlaut seit 13. Jh.) spötter. spöttisch Adj. ‘voller Spott, höhnisch’ (16. Jh.); vgl. mhd. spottec, spottic und spöttischen Adv. spottbillig Adj. ‘sehr, außerordentlich preiswert’ (18. Jh.); vgl. spottwohlfeil (17. Jh.) sowie Spottgeld ‘lächerlich geringer (eigentlich den Spott herausfordernder) gebotener Betrag für etw.’ (17. Jh.), dann ‘äußerst niedriger Preis’, ferner um ein Spott (‘ganz billig’) geben (16. Jh.). Gespött n. ‘Verspottung’, mhd. gespötte, Kollektivbildung zu Spott.

Thesaurus

Synonymgruppe
(feiner) Spott · ↗Doppeldeutigkeit · gespielte Ernsthaftigkeit · gespielter Ernst  ●  ↗Ironie  Hauptform · ↗Spöttelei  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Hohn · Hohn und Spott · ↗Spöttelei(en) · spöttische Bemerkung(en)  ●  Spott  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gelächter Hohn Ironie Kübel Mitleid Sarkasmus Schadenfreude Schimpf Verachtung Zielscheibe ausgießen ausschütten bedachen bedenken beißend bissig bitter ergießen ernten ertragen gießen gutmütig leise mild preisgeben unverhohlen ätzend übergießen überschütten überziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spott‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es klingt wie ein erstes vorweg genommenes Echo vom Spott der Aufklärung.
Die Welt, 23.02.2005
Der Spott ist überflüssig, ich sage das auch nicht um zu klagen.
Der Tagesspiegel, 02.11.2001
Aber lange hat man den ursprünglich gemeinten Spott noch deutlich gefühlt.
Röhrich, Lutz: Schwein. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 27618
Von jenen, die euch dabei gern zuhören, erntet ihr höchstens Spott.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 209
Auch hat man dann nicht weiter für den Spott zu sorgen.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19503
Zitationshilfe
„Spott“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spott>, abgerufen am 15.11.2019.

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