Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Springer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Springers · Nominativ Plural: Springer
Aussprache 
Worttrennung Sprin-ger
Wortzerlegung springen -er
Wortbildung  mit ›Springer‹ als Erstglied: Springerin · Springerle · Springerstiefel
 ·  mit ›Springer‹ als Letztglied: Fallschirmspringer · Hochspringer · Klippspringer · Kolonnenspringer · Kunstspringer · Nachwuchsspringer · Rüsselspringer · Schispringer · Skispringer · Spezialspringer · Turmspringer · Vorspringer · Wasserspringer · Weitspringer
eWDG

Bedeutungen

1.
Sportler einer Disziplin, bei der das Springen zum Wettkampf gehört
Beispiel:
die Springer standen an der Anlaufbahn, auf der Sprungschanze, unter dem Sprungturm
2.
Tier, das sich überwiegend springend fortbewegt
Beispiel:
Heuschrecken, Flöhe, Frösche, Kängurus sind Springer
3.
Fachmann, der in seinem Beruf jede benötigte Tätigkeit beherrscht und zur Vermeidung von Unterbrechungen im Arbeitsablauf, Dienstablauf abwechselnd an verschiedenen Arbeitsplätzen beschäftigt wird
Beispiel:
An jedem Band arbeiten fünf bis sechs Springer, die jede Nähposition beherrschen [ Sibylle1969]
4.
Schach Figur, die sich im Rösselsprung bewegt und als einzige über eigene oder gegnerische Steine springen darf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

springen · bespringen · beispringen · entspringen · überspringen · vorspringen · Vorsprung · Springer · Springbrunnen · Springflut · Springinsfeld
springen Vb. ‘durch einen Sprung vom Boden weg-, in die Höhe schnellen, bersten’. Das bis auf das Got. gemeingerm. bezeugte, stark flektierende Verb ahd. springan (8. Jh.), mhd. springen ‘springen, tanzen, eilend gehen, laufen, hervorquellen, wallen, wachsen’, asächs. springan, mnd. springen, mnl. springhen, nl. springen, afries. springa, aengl. springan, engl. to spring, anord. springa, auch ‘bersten’, schwed. springa (germ. *sprengan) läßt sich im Sinne von ‘hastig auffahren, hervorbrechen’ mit nichtnasaliertem aind. spṛhayati ‘eifert, verlangt eifrig’, griech. spérchesthai (σπέρχεσθαι) ‘einherstürmen, sich drängen, aufgebracht, leidenschaftlich bewegt sein’ vergleichen, so daß Anschluß an ie. *sperg̑h-, *spreg̑h-, nasaliert *spreng̑h- ‘sich hastig bewegen, eilen, springen’, eine Erweiterung der unter Sporn (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’, möglich ist. – bespringen Vb. ‘(von Rindern, Pferden u. ä.) auf ein weibliches Tier zur Begattung steigen’ (18. Jh.), mhd. bespringen ‘benetzen’. beispringen Vb. ‘helfen, beistehen’ (15. Jh.). entspringen Vb. ‘entlaufen, hervorspringen’, ahd. intspringan (8. Jh.), mhd. entspringen ‘wegspringen, entrinnen, hervorsprudeln, erwachen’. überspringen Vb. ‘springend über etw. hinwegsetzen, überholen, übergehen, unbeachtet lassen, auslassen’, ahd. ubarspringan (um 1000), mhd. überspringen. vorspringen Vb. ‘nach vorn springen, weit herausragen (aus einem zurückliegenden Ganzen)’, ahd. furispringan (10. Jh.), mhd. vorspringen ‘vor(aus)springen, anspringen, übertreffen’; Vorsprung m. ‘schnelle Bewegung nach vorn, räumlicher und zeitlicher Gewinn in Vorwärtsbewegung und Entwicklung gegenüber anderen, vorragender Teil an Bauwerken, Felsen’, mhd. vorsprunc. Springer m. ‘wer springt’, mhd. springer, auch ‘Tänzer, Gaukler’; Bezeichnung einer als Pferd dargestellten Schachfigur (17. Jh.). Springbrunnen m. ‘sprudelnde Quelle’, dann besonders ‘Fontäne’ (17. Jh.). Springflut f. ‘große Meeresflut’ (16. Jh.). Springinsfeld m. ‘junger, leichtfüßiger und unbekümmerter Mensch’ (17. Jh.), nd. ein springe ynt velt (16. Jh.), eigentlich springe in das Feld, imperativischer Satzname, anfänglich Bezeichnung für Soldaten und Landsknechte (Grimmelshausen).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Docke  fachspr. · Springer  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Pferd · Ross · Rössel  ●  Springer (Schachfigur)  Hauptform · Pferdchen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Springer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Springer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Springer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie löste Schwarz sogar siegbringend das Problem seines scheinbar rettungslos verlorenen Springers? [Die Zeit, 16.06.2004, Nr. 25]
Die Stellung des Springers wäre aber auch dann für Weiß eine Belastung gewesen. [Süddeutsche Zeitung, 30.03.2002]
Wie geht es den Springern, wenn sie es überstanden haben? [Süddeutsche Zeitung, 18.09.2000]
An der unglücklichen Stellung dieses Springers krankt später das weiße Spiel. [Süddeutsche Zeitung, 07.10.1995]
Beim guten Springer wird sich meist nur eine entsprechende Verbesserung als notwendig erweisen. [Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 97]
Zitationshilfe
„Springer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Springer>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Springen
Springdeckel
Springbrunnen
Springbogen
Springbock
Springerin
Springerl
Springerle
Springerstiefel
Springflut