Springflut, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSpring-flut
WortzerlegungspringenFlut
eWDG, 1976

Bedeutung

besonders hohe Flut zur Zeit des Vollmondes und Neumonds, die verheerende Folgen haben kann, wenn sie bei stürmischem Wetter einsetzt
Beispiele:
die von einem Zyklon ausgelöste Springflut in Südindien hat mehrere tausend Todesopfer gefordert
bei Springflut kann es zu Deichbrüchen kommen
bildlich
Beispiel:
Die Springflut von Gold rollte über den Atlantik nach Frankreich, England [Kellerm.Tunnel127]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

springen · bespringen · beispringen · entspringen · überspringen · vorspringen · Vorsprung · Springer · Springbrunnen · Springflut · Springinsfeld
springen Vb. ‘durch einen Sprung vom Boden weg-, in die Höhe schnellen, bersten’. Das bis auf das Got. gemeingerm. bezeugte, stark flektierende Verb ahd. springan (8. Jh.), mhd. springen ‘springen, tanzen, eilend gehen, laufen, hervorquellen, wallen, wachsen’, asächs. springan, mnd. springen, mnl. springhen, nl. springen, afries. springa, aengl. springan, engl. to spring, anord. springa, auch ‘bersten’, schwed. springa (germ. *sprengan) läßt sich im Sinne von ‘hastig auffahren, hervorbrechen’ mit nichtnasaliertem aind. spṛhayati ‘eifert, verlangt eifrig’, griech. spérchesthai (σπέρχεσθαι) ‘einherstürmen, sich drängen, aufgebracht, leidenschaftlich bewegt sein’ vergleichen, so daß Anschluß an ie. *sperg̑h-, *spreg̑h-, nasaliert *spreng̑h- ‘sich hastig bewegen, eilen, springen’, eine Erweiterung der unter ↗Sporn (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’, möglich ist. bespringen Vb. ‘(von Rindern, Pferden u. ä.) auf ein weibliches Tier zur Begattung steigen’ (18. Jh.), mhd. bespringen ‘benetzen’. beispringen Vb. ‘helfen, beistehen’ (15. Jh.). entspringen Vb. ‘entlaufen, hervorspringen’, ahd. intspringan (8. Jh.), mhd. entspringen ‘wegspringen, entrinnen, hervorsprudeln, erwachen’. überspringen Vb. ‘springend über etw. hinwegsetzen, überholen, übergehen, unbeachtet lassen, auslassen’, ahd. ubarspringan (um 1000), mhd. überspringen. vorspringen Vb. ‘nach vorn springen, weit herausragen (aus einem zurückliegenden Ganzen)’, ahd. furispringan (10. Jh.), mhd. vorspringen ‘vor(aus)springen, anspringen, übertreffen’; Vorsprung m. ‘schnelle Bewegung nach vorn, räumlicher und zeitlicher Gewinn in Vorwärtsbewegung und Entwicklung gegenüber anderen, vorragender Teil an Bauwerken, Felsen’, mhd. vorsprunc. Springer m. ‘wer springt’, mhd. springer, auch ‘Tänzer, Gaukler’; Bezeichnung einer als Pferd dargestellten Schachfigur (17. Jh.). Springbrunnen m. ‘sprudelnde Quelle’, dann besonders ‘Fontäne’ (17. Jh.). Springflut f. ‘große Meeresflut’ (16. Jh.). Springinsfeld m. ‘junger, leichtfüßiger und unbekümmerter Mensch’ (17. Jh.), nd. ein springe ynt velt (16. Jh.), eigentlich springe in das Feld, imperativischer Satzname, anfänglich Bezeichnung für Soldaten und Landsknechte (Grimmelshausen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Springflut · Springtide
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Gezeit  ●  ↗Tide  norddeutsch
  • Gezeiten  Plural · Tiden  Plural, norddeutsch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erdbeben Erdrutsche anschwellen auslösen reißen schwappen wahr zerstören Überschwemmung überraschen überschwemmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Springflut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die Springfluten schwappen nicht höher auf den Strand als früher.
Die Zeit, 14.12.2009, Nr. 50
Dann nämlich ergießt sich eine Springflut von 107 Millionen "Links" in den PC-Monitor.
Die Welt, 22.07.2005
Auf einmal sahen sich die Berliner einer königsblauen Springflut gegenüber.
Süddeutsche Zeitung, 23.04.2001
Das kam nicht unerwartet, denn es war Vollmond, die Zeit der Springflut!
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 337
Ein Übermaß an Kraft, an menschlichen Gedanken, an heldenhaften Taten erwuchs aus dieser Springflut neuen Menschentums.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 975
Zitationshilfe
„Springflut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Springflut>, abgerufen am 19.09.2019.

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