Spritze, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Spritze · Nominativ Plural: Spritzen
Aussprache
WorttrennungSprit-ze (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Spritze‹ als Erstglied: ↗Spritzenhaus · ↗Spritzenmeister · ↗Spritzwurm
 ·  mit ›Spritze‹ als Letztglied: ↗Blumenspritze · ↗Dampfspritze · ↗Einwegspritze · ↗Feuerspritze · ↗Feuerwehrspritze · ↗Finanzspritze · ↗Garnierspritze · ↗Gartenspritze · ↗Geldspritze · ↗Giftspritze · ↗Injektionsspritze · ↗Kampferspritze · ↗Kapitalspritze · ↗Klistierspritze · ↗Kreditspritze · ↗Kugelspritze · ↗Morphiumspritze · ↗Motorspritze · ↗Musspritze · ↗Penicillinspritze · ↗Rekordspritze · ↗Schlauchspritze · ↗Teigspritze · ↗Tetanusspritze · ↗Tortenspritze · ↗Vitaminspritze · ↗Wasserspritze
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Gerät, das durch Druck eine Flüssigkeit oder teigige Masse ausspritzt oder ansaugt
a)
Injektionsspritze
Beispiele:
eine Spritze sterilisieren, aufziehen, auskochen, reinigen, mit einer neuen Nadel versehen
mit einer Spritze aus der Vene Blut entnehmen
b)
Feuerspritze
Beispiel:
veraltend die Feuerwehr rückte mit zwei Spritzen aus
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich er ist hier der (erste) Mann an der Spritze (= hat hier zu bestimmen, spielt hier eine wichtige Rolle)
2.
Einspritzung von Flüssigkeit in den Körper zu Heilzwecken, Injektion
Beispiele:
jmdm. eine Spritze (in den Arm) geben, verabreichen
er hat zur Beruhigung, Schmerzlinderung eine Spritze bekommen
salopp der Arzt hat ihm eine Spritze verpasst
bildlich
Beispiele:
jmdm. eine Spritze verpassen (= jmdm. mit überzeugenden Gegenargumenten zusetzen) (= jmdn. antreiben)
umgangssprachlich jmdm. eine Spritze geben (= jmdm. mit überzeugenden Gegenargumenten zusetzen) (= jmdn. antreiben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spritzen · Spritze · Spritzer · spritzig · Spritztour
spritzen Vb. ‘Flüssigkeit (in Tropfen oder als Strahl) mit Druck verteilen oder herauspressen, mit Druck hervorquellen’, mhd. sprützen ‘spritzen, sprossen’, seit dem 16. Jh. in entrundeter Form spritzen. Das Verb stellt sich wie gleichbed. mhd. (ohne Umlaut) sprutzen und aengl. spryttan ‘Sprossen treiben, keimen’ mit Konsonantenverschärfung zu dem unter ↗sprießen (s. d.) behandelten Verb. Es bezeichnet auch das Einspritzen in Körperöffnungen, zunächst bei Tieren (16. Jh.), dann bei Menschen (18. Jh.), schließlich (in der Sprache der Medizin) ‘eine Injektion verabreichen’ (19. Jh.). Spritze f. ‘Gerät zum Spritzen’, ahd. sprizza (Hs. 12. Jh.), mhd. sprütze ‘(Feuer)spritze’, frühnhd. spritze (15. Jh.), seit dem 17. Jh. für entsprechende medizinische Instrumente, bes. als Verkürzung von Klistierspritze und später Injektionsspritze; in neuerer Sprache auch ‘Injektion’. Spritzer m. ‘wer spritzt, Gerät zum Spritzen’ (17. Jh.), dann ‘angespritzter Fleck, Wassertropfen’. spritzig Adj. ‘prickelnd, anregend’ (19. Jh.), älter spritzicht (17. Jh.); in neuerer Sprache auch ‘geistreich, witzig’. Spritztour f. ‘kleiner Ausflug’ (Studentensprache, 19. Jh.), zu studentensprachlichem Spritze ‘für einen Ausflug gemietetes Fahrzeug, Ausflug’, spritzen ‘reiten, fahren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Injektion  ●  Spritze  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • intravenöse Schnellinjektion  ●  Bolusinjektion  fachspr.
  • letale Injektion · tödliche Injektion
Assoziationen
Synonymgruppe
Injektionsspritze · Spritze  ●  ↗Pumpe  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Spritzenangst  ugs. · Trypanophobie  fachspr.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ampullen Drogenabhängige Infusionen Kanülen Kondome Nadel Pillen Salben Skalpell Tabletten Verabreichung aufzieht benutzte blutgefüllten entzündungshemmende erlösende gebrauchte herumliegende infizierten injiziert nadelfreie nadellose saubere schmerzstillenden sterilen tödliche verabreicht verseuchte verunreinigte weggeworfenen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spritze‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun wird mir doch noch eine Spritze verpaßt werden, aber ich habe beschlossen, mich nicht zu wehren.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 265
Für mich ist die Wirkung dieser Spritze noch nicht erwiesen.
Bild, 13.08.2003
Wem allerdings schon ein Schnupfen in den Knochen steckt, sollte von der Spritze zunächst Abstand nehmen.
Der Tagesspiegel, 22.10.1999
Die wird Ihnen noch eine Spritze geben », entgegnete die Schwester.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 89
Als ich nun wieder nach Hause kam, waren die Spritzen bereits da.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 22059
Zitationshilfe
„Spritze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spritze>, abgerufen am 20.01.2018.

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