Spritzer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spritzers · Nominativ Plural: Spritzer
Aussprache
WorttrennungSprit-zer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Spritzer‹ als Letztglied: ↗Blutspritzer · ↗Dreckspritzer · ↗Kalkspritzer · ↗Regenspritzer · ↗Schmutzspritzer · ↗Tintenspritzer · ↗Wasserspritzer
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
feiner Tropfen, Partikel einer Flüssigkeit, der mit Druck, Schwung hochgeschleudert, weggeschleudert wird
Beispiele:
als das Auto durch die große Pfütze raste, flogen die Spritzer über den Gehsteig, erhielt ihr Mantel mehrere Spritzer
die Spritzer wehten über die Schutzscheibe des Motorboots
Farbfleck, Wasserfleck, Schmutzfleck
Beispiele:
er hatte (braune) Spritzer auf seinem hellen Anzug
sie wischte die Spritzer auf dem Fußboden weg
blauer Linoleumbelag mit weißen Spritzern (= Sprenkeln) [KaschnitzLange Schatten205]
2.
kleine Menge, die (mit Druck, Schwung) in, auf etw. geschüttet wird
Beispiele:
sie gab einige, einen Spritzer Essig, Zitrone an den Salat
ein Kognak mit einem Spritzer Selterswasser
sie benetzte ihr Gesicht mit ein paar Spritzern Eau de Cologne
3.
Maler, der mit der Spritzpistole Farbe aufträgt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spritzen · Spritze · Spritzer · spritzig · Spritztour
spritzen Vb. ‘Flüssigkeit (in Tropfen oder als Strahl) mit Druck verteilen oder herauspressen, mit Druck hervorquellen’, mhd. sprützen ‘spritzen, sprossen’, seit dem 16. Jh. in entrundeter Form spritzen. Das Verb stellt sich wie gleichbed. mhd. (ohne Umlaut) sprutzen und aengl. spryttan ‘Sprossen treiben, keimen’ mit Konsonantenverschärfung zu dem unter ↗sprießen (s. d.) behandelten Verb. Es bezeichnet auch das Einspritzen in Körperöffnungen, zunächst bei Tieren (16. Jh.), dann bei Menschen (18. Jh.), schließlich (in der Sprache der Medizin) ‘eine Injektion verabreichen’ (19. Jh.). Spritze f. ‘Gerät zum Spritzen’, ahd. sprizza (Hs. 12. Jh.), mhd. sprütze ‘(Feuer)spritze’, frühnhd. spritze (15. Jh.), seit dem 17. Jh. für entsprechende medizinische Instrumente, besonders als Verkürzung von Klistierspritze und später Injektionsspritze; in neuerer Sprache auch ‘Injektion’. Spritzer m. ‘wer spritzt, Gerät zum Spritzen’ (17. Jh.), dann ‘angespritzter Fleck, Wassertropfen’. spritzig Adj. ‘prickelnd, anregend’ (19. Jh.), älter spritzicht (17. Jh.); in neuerer Sprache auch ‘geistreich, witzig’. Spritztour f. ‘kleiner Ausflug’ (Studentensprache, 19. Jh.), zu studentensprachlichem Spritze ‘für einen Ausflug gemietetes Fahrzeug, Ausflug’, spritzen ‘reiten, fahren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Quäntchen · ↗(ein) bisschen · (ein) klein wenig · (ein) kleines bisschen · ↗(eine) Idee · ↗(eine) Prise · (eine) geringe Menge · (eine) kleine Menge  ●  'n bissken  ugs., ruhrdt. · (a) bissle  ugs., schwäbisch · ↗(ein) Fitzel(chen)  ugs. · ↗(ein) Funken  ugs. · (ein) Hauch von (lit.)  geh. · ↗(ein) My  ugs. · (ein) Mü  ugs. · ↗(ein) Schuss  ugs. · (ein) Spritzer  ugs. · (ein) Tacken  ugs. · ↗(ein) Tick  ugs. · ↗(ein) bissel  ugs. · (ein) bisserl  ugs., süddt. · (ein) büschen  ugs., norddeutsch · (ein) klein bisschen  ugs. · (ein) paar Brocken (von einer Fremdsprache)  ugs. · ↗(eine) Kleinigkeit  ugs. · ein wenig  geh. · ↗etwas  ugs. · wat  ugs., ruhrdt., salopp
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Drucksprüher · Drucksprühgerät · ↗Gartenspritze · Pumpsprüher · Rückenspritze · Spritzer · Sprüher

Typische Verbindungen
computergeneriert

Klecks Prise Salz Schuß Zucker abbekommen abkriegen braun dazugeben genügen hinterlassen kräftig rot winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spritzer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur die Spritzer vom Kochen lassen sich von dem Gerät schlecht abwischen.
Die Zeit, 19.01.2009 (online)
Es gluckst, und ein paar Spritzer fallen über den Rand auf den Tisch.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2001
Vor ihren Genuß haben die Götter Arbeit und eventuell Spritzer gesetzt.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 368
Bis hierher kamen nur ein paar Spritzer des Krieges, mehr nicht.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 111
Plötzliches Nasenbluten wird man kaum übersehen können wie Spritzer auf der Tischdecke.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 935
Zitationshilfe
„Spritzer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spritzer>, abgerufen am 24.10.2018.

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