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Spross, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sprosses · Nominativ Plural: Sprosse(n)
Aussprache 
Ungültige Schreibung Sproß
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Spross‹ als Erstglied: Sprossachse · Sprossgalle · Sprossknospe · Sprossvokal
 ·  mit ›Spross‹ als Letztglied: Achselspross · Adelsspross · Adventivspross · Augspross · Bambusspross · Eisspross · Sojaspross · Wurzelspross

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. junger Trieb einer Pflanze
  2. 2. [veraltend, gehoben, spöttisch] Nachkomme
  3. 3. [Jägersprache] Zacke, Ende des Hirschgeweihes unterhalb der Krone
eWDG

Bedeutungen

1.
junger Trieb einer Pflanze
Beispiele:
der Strauch treibt neue Sprosse, Sprossen
die Sprosse, Sprossen der Nadelhölzer, eines Kaktus
2.
veraltend, gehoben, spöttisch Nachkomme
Grammatik: Plural ‘Sprosse’
Beispiele:
daß in ihm der letzte Sproß eines Adelsgeschlechtes lebe, das älter sei als die Habsburger [ MühsamNamen107]
Baldur Persicke […] der erfolgreichste Sproß vom Hause Persicke [ FalladaJeder stirbt450]
3.
Jägersprache Zacke, Ende des Hirschgeweihes unterhalb der Krone
Grammatik: Plural ‘Sprossen’
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sprosse · Sproß · sprossen · Sprößling
Sprosse f. ‘Trittleiste einer Leiter’, ahd. sproʒʒo m. (um 1000; stigilsproʒʒo, 9. Jh.), mhd. sproʒʒe m. f. ‘Leitersprosse, Stufe’, frühnhd. sprosse m., daneben auch spross m. ‘Leitersprosse’ (15. bis 17. Jh.) und ‘Trieb, Schößling’ (s. unten), mnd. sprōte, sprāte f., auch ‘Schößling’, mnl. (mit r-Metathese) sporte, nl. sport ‘Leitersprosse’, aengl. sprota m. ‘Keim, Schößling, Pflock’, engl. sprout ‘Sproß, Schößling’, anord. sproti m. ‘Zweig, Stab’, schwed. spröt ‘Sprosse, Stab, dünne Stange’, (mundartlich) språte sowie mnd. sprūte ‘Schößling, Sproß’ stehen ablautend zu dem unter sprießen1 (s. d.) behandelten Verb. Möglicherweise liegt der Bedeutung ‘Leitersprosse’ die Ursprungsform der Leiter ‘Baumstamm mit Aststümpfen’ zugrunde. Dazu in gleicher Weise gebildetes Sproß m. ‘Trieb, Schößling’ (15. Jh.), übertragen ‘Nachkömmling eines Geschlechts’ (18. Jh.), aengl. sprot(t) n. ‘Schößling’, norw. (mundartlich) sprot ‘kleine Stange’ sowie asächs. gisprot ‘Schößling’ und (ablautend) mnd. sprūt ‘Schößling’, aengl. sprēot ‘Stange, Stecken’, mnl. nl. spriet ‘Stange’. Die literatursprachliche Unterscheidung von Sprosse f. ‘Leitersprosse’ und Sproß m. ‘Schößling’ geht wohl auf Gottsched zurück. – sprossen Vb. ‘mit Trieben hervorwachsen, emporsprießen’ (16. Jh.). Sprößling m. ‘Zweig, Trieb’ (15. Jh.), ‘Nachkomme’ (17. Jh.), frühnhd. sprüßling ‘heranwachsender Junge’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schössling · Spross
Botanik
Synonymgruppe
Pflänzling · Setzling · Spross · Sprössling · Steckling · Sämling  ●  Jungpflanze  fachspr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Abkömmling · Nachfahre · Nachkomme · Nachwuchs · Spross  ●  Abkomme  geh., veraltend
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abkömmling · Heranwachsender · Nachfahre · Nachkomme · Nachwuchs · Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · Kind  Hauptform · (das) Blag  ugs., ruhrdt. · (die) Blage  derb, abwertend · Balg  ugs., abwertend, veraltet · Gschropp  ugs., bayr. · Gör  ugs., berlinerisch · Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleine  ugs., weibl. · Kleiner  ugs., männl. · Kniebeißer  ugs., selten · Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · Spross  ugs. · Zögling  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Botanik
Synonymgruppe
Austrieb · Jungtrieb · Pflanzentrieb · Spross · Trieb
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Spross‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Spross‹ und ›Sproß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Spross‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch Otto Ernst erwies sich als widerspenstiger Sproß seines Vaters. [konkret, 1981]
Das Kino, der jüngste Sproß unter den Künsten, leidet unter einem Minderwertigkeitskomplex. [Die Zeit, 26.11.1993, Nr. 48]
Denn nur ein Sproß, der ihr Blut in sich vereinigt, soll den Gral finden – so steht es geschrieben. [Die Welt, 09.12.2004]
Die blutige jakobinische Phase der Französischen Revolution kostete auch den Spross provenzalischen Adels um ein Haar das Leben. [Die Welt, 21.12.2000]
In dieser Gleichgültigkeit des »Und« gegenüber den Dingen, die es nebeneinanderstellt, liegt der Sproß zu einer zynischen Entwicklung. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 946]
Zitationshilfe
„Spross“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spross>.

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