Spross, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sprosses · Nominativ Plural: Sprosse(n)
Aussprache
Ungültige SchreibungSproß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Spross‹ als Erstglied: ↗Sprossgalle  ·  mit ›Spross‹ als Letztglied: ↗Adelsspross · ↗Augspross · ↗Eisspross
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
junger Trieb einer Pflanze
Beispiele:
der Strauch treibt neue Sprosse, Sprossen
die Sprosse, Sprossen der Nadelhölzer, eines Kaktus
2.
Pl. Sprosse
veraltend, gehoben, spöttisch Nachkomme
Beispiele:
daß in ihm der letzte Sproß eines Adelsgeschlechtes lebe, das älter sei als die Habsburger [MühsamNamen107]
Baldur Persicke […] der erfolgreichste Sproß vom Hause Persicke [FalladaJeder stirbt450]
3.
Pl. Sprossen
Jägersprache Zacke, Ende des Hirschgeweihes unterhalb der Krone
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sprosse · Sproß · sprossen · Sprößling
Sprosse f. ‘Trittleiste einer Leiter’, ahd. sproʒʒo m. (um 1000; stigilsproʒʒo, 9. Jh.), mhd. sproʒʒe m. f. ‘Leitersprosse, Stufe’, frühnhd. sprosse m., daneben auch spross m. ‘Leitersprosse’ (15. bis 17. Jh.) und ‘Trieb, Schößling’ (s. unten), mnd. sprōte, sprāte f., auch ‘Schößling’, mnl. (mit r-Metathese) sporte, nl. sport ‘Leitersprosse’, aengl. sprota m. ‘Keim, Schößling, Pflock’, engl. sprout ‘Sproß, Schößling’, anord. sproti m. ‘Zweig, Stab’, schwed. spröt ‘Sprosse, Stab, dünne Stange’, (mundartlich) språte sowie mnd. sprūte ‘Schößling, Sproß’ stehen ablautend zu dem unter ↗sprießen (s. d.) behandelten Verb. Möglicherweise liegt der Bedeutung ‘Leitersprosse’ die Ursprungsform der Leiter ‘Baumstamm mit Aststümpfen’ zugrunde. Dazu in gleicher Weise gebildetes Sproß m. ‘Trieb, Schößling’ (15. Jh.), übertragen ‘Nachkömmling eines Geschlechts’ (18. Jh.), aengl. sprot(t) n. ‘Schößling’, norw. (mundartlich) sprot ‘kleine Stange’ sowie asächs. gisprot ‘Schößling’ und (ablautend) mnd. sprūt ‘Schößling’, aengl. sprēot ‘Stange, Stecken’, mnl. nl. spriet ‘Stange’. Die literatursprachliche Unterscheidung von Sprosse f. ‘Leitersprosse’ und Sproß m. ‘Schößling’ geht wohl auf Gottsched zurück. sprossen Vb. ‘mit Trieben hervorwachsen, emporsprießen’ (16. Jh.). Sprößling m. ‘Zweig, Trieb’ (15. Jh.), ‘Nachkomme’ (17. Jh.), frühnhd. sprüßling ‘heranwachsender Junge’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schössling · Spross
Botanik
Synonymgruppe
Pflänzling · ↗Setzling · Spross · ↗Sprössling · ↗Steckling · ↗Sämling  ●  ↗Jungpflanze  fachspr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Abkomme · ↗Abkömmling · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · Spross
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Botanik
Synonymgruppe
Austrieb · ↗Jungtrieb · Spross

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adelsfamilie Adelsgeschlecht Arbeiterfamilie Bankiersfamilie Bauernfamilie Dynastie Erfolgsleiter Gründerfamilie Hugenottenfamilie Industriellenfamilie Juristenfamilie Karriereleiter Kaufmannsfamilie Königsfamilie Künstlerfamilie Milliardärsfamilie Musikerfamilie Offiziersfamilie Patrizierfamilie Politikerfamilie Schauspielerfamilie Sprosse Sproß Unternehmerfamilie Verlegerfamilie Winzerfamilie erklimmen illegitim mißraten unehelich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spross‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Kino, der jüngste Sproß unter den Künsten, leidet unter einem Minderwertigkeitskomplex.
Die Zeit, 26.11.1993, Nr. 48
Doch Otto Ernst erwies sich als widerspenstiger Sproß seines Vaters.
konkret, 1981
In dieser Gleichgültigkeit des »Und« gegenüber den Dingen, die es nebeneinanderstellt, liegt der Sproß zu einer zynischen Entwicklung.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 946
Man schneidet die bis zu 8 cm langen Triebspitzen mit ungefähr fünf vollentfalteten Blättern sowie etwas tiefer am Sproß sitzende einzelne Blätter.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 215
Im unverletzten Sproß wird es dagegen durch die umgebenden Gewebe an der maximalen Ausdehnung gehindert.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 222
Zitationshilfe
„Spross“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spross>, abgerufen am 26.04.2019.

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