Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Spuk, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spuk(e)s · Nominativ Plural: Spuke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Spuk‹ als Erstglied: Spukgeist · Spukgeschichte · Spukgestalt · Spukhaus · Spukschloss · spukhaft
 ·  mit ›Spuk‹ als Letztglied: Geisterspuk · Teufelsspuk
eWDG

Bedeutung

gespenstisches Treiben, Geistererscheinung in der Vorstellung abergläubischer Menschen
Beispiele:
ein mitternächtlicher, geheimnisvoller Spuk
sie glaubte nicht an Spuk und Gespenster
daß es doch kein wirklicher Spuk gewesen, sondern daß die weiße Gestalt ein Wilddieb war [ HeineHarzreise3,42]
bildlich
Beispiel:
über den Wiesen trieben Nebelschwaden ihren Spuk
abwertend, übertragen
etw., das in seinem Ausmaß, seiner Schrecklichkeit alle Vorstellungen überschreitet und deshalb fast unwirklich anmutet
Beispiele:
die Revolution hat den Spuk der Vergangenheit hinweggefegt
die alliierten Truppen machten dem blutigen Spuk ein Ende
umgangssprachlich Unruhe, Lärm, Trubel
Beispiele:
unsere Wohnung wird renoviert, aber nächste Woche ist dieser Spuk endlich vorbei
die Kinder machten einen tollen Spuk
landschaftlichmach keinen Spuk! (= mach keine Umstände, nicht soviel Aufhebens, störe nicht!)
landschaftlichdiese Sache ist es nicht wert, dass man darum so einen Spuk macht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spuk · spuken · spukhaft · Spökenkieker
Spuk m. ‘Gespenst, gespenstisches Treiben, Lärm’, mnd. spōk, spoek, spūk, spȫk, mnl. spooc, nl. spook ‘Geistererscheinung, Gespenst’. Daneben stehen auf hd. Gebiet (vereinzelt; unter nd. Einfluß?) mhd. gespüc, frühnhd. gespug (15. Jh.), nhd. Gespeuck (17. Jh.) und Spugniß (Luther, nach mnd. spȫknisse), die sich jedoch nicht fortsetzen. Vielmehr dringt nd. Spuk über norddeutsche Schriftsteller in die Literatursprache ein (17. Jh.). Alle bisherigen Erklärungsversuche sind unbefriedigend, z. B. Verbindung mit lett. spīgana ‘Geistererscheinung, Drache, Hexe’, spīgainis ‘Irrlicht’, lit. spingė́ti ‘flimmern, flackern, glitzern’ oder mit aengl. pūca, engl. puck ‘Kobold’, anord. pūki ‘Teufel’, schwed. (mundartlich) puke ‘Kobold’. de Vries Nl. 682 erwägt daher Herkunft des nd. nl. Wortes aus der Substratsprache eines Hünengräbervolkes. spuken Vb. ‘als Geist sein Wesen treiben, als Geist erscheinen, umgehen’ (17. Jh.). Ausgangsform ist mnd. nd. spȫken, wie auch norddeutsche Schriftsteller des 16. und 17. Jhs. schreiben. In der Literatursprache wird hingegen der Stammvokal an Spuk angeglichen. spukhaft Adj. ‘gespenstisch’ (19. Jh.), vgl. nd. spȫkhaftig. Spökenkieker m. nordd. ‘Geisterseher, wer das zweite Gesicht hat’ (19. Jh.), zu mnd. spȫk (s. oben) und kieken ‘gucken, sehen’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(unheimliches o.ä.) Wesen · Geist · Gespenst · Phantom · Schemen · Spirit · Spuk · Spukgestalt  ●  Manen  ugs., Plural
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Assoziationen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Spuk‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spuk‹.

Verwendungsbeispiele für ›Spuk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenig später war der Spuk am Ende des Ganges verschwunden. [C't, 1993, Nr. 4]
Doch nach einer Stunde ist der Spuk wieder vorbei, und die gewohnte Ruhe kehrt ein. [Die Zeit, 13.02.1998, Nr. 8]
Da sind sie zwar, aber es gibt sie eigentlich nicht, alles nur ein böser Spuk. [konkret, 1991]
Doch ebenso schnell wie der Spuk begonnen hatte, endete er auch. [Die Zeit, 25.06.2012, Nr. 26]
Nach zwei oder spätestens drei Jahren werde der Spuk vorbei sein. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 55]
Zitationshilfe
„Spuk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Spuk>.

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