Störenfried, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Störenfried(e)s · Nominativ Plural: Störenfriede
Aussprache
WorttrennungStö-ren-fried
formal verwandt mitFrieden
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmd., der andere dauernd absichtlich stört, Ruhestörer
Beispiele:
er ist ein ewiger Störenfried
einen Störenfried zurechtweisen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stören · entstören · verstört · zerstören · Zerstörer · Störenfried
stören Vb. ‘den ruhigen Fortgang hindern, belästigen, nicht in einen Zusammenhang hineinpassen’. Ahd. stōren ‘zerstören’ (9. Jh., irstōren, um 800), mhd. stœren ‘auseinanderstreuen, zerstreuen, verwirren, vernichten, zerstören’, asächs. testōrian ‘zerstören’, mnd. stȫren ‘(ver)hindern, unterbrechen’, mnl. stören ‘hindern, verwüsten’ (germ. *staurjan) und andererseits ablautendes nhd. stüren ‘stochern, herumwühlen’ (bis 18. Jh.), ahd. stur(i)en ‘vernichten’ (um 800), mhd. stürn ‘stochern, stacheln, antreiben’, asächs. farsturian ‘zerstören, verwirren’, mnl. steuren, nl. storen ‘berühren, hindern, verwüsten’, aengl. styrian ‘bewegen, verwirren, aufrühren’, engl. to stir ‘bewegen, anregen, aufrühren, rütteln’ (germ. *sturjan) sowie anord. styrr ‘Tumult, Kampf’, sturla ‘in Unordnung bringen, stören’ (germ. *stur-) lassen sich wie ↗Sturm (s. d.) mit s-Anlaut zu der unter ↗Quirl (s. d.) angeführten Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ stellen. Die beiden ursprünglich getrennten Verben (‘zerstreuen’ und ‘stochern’) sind in nhd. stören zusammengefallen. entstören Vb. elektrotechnisch ‘störungsfrei machen’ (20. Jh.). verstört Part.adj. ‘verwirrt, aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht, erschreckt, beunruhigt’ (17. Jh.). zerstören Vb. ‘vernichten’, ahd. zistōren, zirstōren (9. Jh.), mhd. zerstœren ‘völlig auseinanderbringen und zerstreuen, in Verwirrung bringen, zunichte machen’. Zerstörer m. ‘wer etw. vernichtet’, ahd. zistōrāri (11. Jh.), mhd. zerstœrer; ‘schnelles Kriegsschiff’ (Anfang 20. Jh.), nach voraufgehendem engl. destroyer (1882). Störenfried m. ‘Unruhestifter’, anfangs auch im Sinne von ‘Teufel’, zuerst imperativischer Satzname Störefried (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nervtöter · ↗Plagegeist · ↗Quälgeist · ↗Ruhestörer · Störenfried  ●  ↗Landplage  fig. · Troublemaker  engl. · ↗Nervensäge  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen
  • (jemandem) auf die Nerven gehen · ↗...schreck · lästig werden · ↗nerven · Überdruss / Ablehnung hervorrufen  ●  (jemandem) auf den Keks gehen  ugs. · (jemandem) auf den Sack gehen  derb · (jemandem) auf den Senkel gehen  ugs. · (jemandem) auf den Wecker fallen  ugs. · (jemandem) auf den Wecker gehen  ugs. · (jemandem) auf den Zeiger gehen  ugs. · (jemandem) auf die Eier gehen  derb · (jemandem) auf die Nüsse gehen  derb · (jemandem) den letzten Nerv rauben  ugs. · (jemanden) auf den Mond schießen (können)  ugs., fig.
  • ...schreck · ↗Querkopf · ↗Quertreiber · Störenfried · ↗Störer  ●  ↗Querschläger  fig. · Sand im Getriebe  ugs., fig.
Synonymgruppe
...schreck · ↗Querkopf · ↗Quertreiber · Störenfried · ↗Störer  ●  ↗Querschläger  fig. · Sand im Getriebe  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenseiter Bittsteller Querulant Randalierer Vertriebene Welthandel abführen anprangern ausschalten beschimpfen betrachten eigentlich einmischen empfinden entpuppen eventuell ewig hinstellen jugendlich loswerden lästig notorisch potentiell potenziell professionell unbequem unberechenbar unliebsam unwillkommen vermeintlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Störenfried‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den unteren Räumen könnte ich mich schon bald als Störenfried fühlen.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 111
Da hört man sogar das zaghafte Öffnen eines Fensters und hofft, nicht als Störenfried dieses Idylls verwiesen zu werden.
Der Tagesspiegel, 13.10.2003
Sechs Stunden später - der Chef hielt sich nur noch allein in dem Lokal auf - kam der Störenfried wieder.
Süddeutsche Zeitung, 28.06.1996
Von wem wurde die Liste angefordert, von der Sie gesprochen haben, die Liste, die die Störenfriede enthalten sollte?
o. A.: Einhundertvierter Tag. Mittwoch, 10. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 17553
Als Ausdruck für den Mangel einer Staatsidee aber mußte die Verbindung das Reich zum Störenfried machen.
Plessner, Helmuth: Die verspätete Nation, Stuttgart: Kohlhammer 1962 [1935], S. 37
Zitationshilfe
„Störenfried“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Störenfried>, abgerufen am 21.11.2019.

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