Stübchen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Stübchens · Nominativ Plural: Stübchen
Aussprache [ˈʃtyːpçən]
Worttrennung Stüb-chen
Wortzerlegung Stube -chen
Wortbildung  mit ›Stübchen‹ als Letztglied: Bräustübchen · Hinterstübchen · Honoratiorenstübchen · Oberstübchen
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

emotional entsprechend der Bedeutung von Stube
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein stilles, warmes, kleines, enges Stübchen
in Präpositionalgruppe/-objekt: in seinem Stübchen sitzen
Beispiele:
Gemütlich sitzt es sich in den intimen Stübchen des Hauses, aber am angenehmsten im Wintergarten mit Blick auf die Hafenkulisse, die hinter dem kleinen Deich gerade noch zu erkennen ist. [Welt am Sonntag, 05.02.2017]
Wir stapften durchs verschneite Dorf, zum Weihnachtssingen. Vater hatte eine Liste von Einsamen, Gebrechlichen, Bettlägerigen erstellt, fast alles alte Frauen. Die besuchten wir nun in ihren muffigen Stübchen. [Die Zeit, 24.12.2017]
Auf Vorausbestellung kocht er in der niedrigen, dunklen Küche auf dem Holzherd einfache Gerichte aus Mehl, Polenta, Milch und Käse. Diese bekommt man an einem grossen Tisch im Stübchen serviert, das auch als Schlafzimmer dient. [Neue Zürcher Zeitung, 13.03.2016]
Der Nerd, der irgendwo in seinem Stübchen sitzt, den kann man weder im Werk noch in der Entwicklung und schon gar nicht im Kundenkontakt gebrauchen. [Die Welt, 16.10.2015]
In dem Stübchen stehen zwei Betten, ein einfacher Schrank, Tisch und Stühle, ein Regal. [Berliner Zeitung, 13.07.1946]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stube · Oberstube · Oberstübchen · Stövchen
Stube f. ‘Zimmer’, ahd. stuba ‘heizbares Gemach, Badezimmer’ (9. Jh.), mhd. stube ‘heizbares Gemach, Badezimmer, Speisesaal, kleines Wohnhaus’, frühnhd. besonders ‘Wohnzimmer’ (15. Jh.), mnd. stōven, auch ‘Glutpfanne, Ofen’, mnl. stōve ‘warmes Bad, Trockenofen’, nl. stoof, aengl. stofa ‘Badestube’ (engl. stove ‘Ofen, Treibhaus’ aus dem Mnd. Mnl.?), anord. stofa ‘Stube, Haus’, schwed. stuga ‘Hütte, Stube’. Herkunft ungeklärt. Man denkt an Entlehnung aus afrz. estuve ‘Badezimmer’ (frz. étuve), vlat. *extūpa ‘Raum für Dampf- und Schwitzbäder’, abgeleitet aus vlat. *extūpāre ‘räuchern’, einer Präfixbildung zu vlat. *tūpāre, seinerseits Entlehnung aus griech. tȳ́phesthai (τύφεσθαι) ‘rauchen, qualmen’. Andere möchten Stube als germ. Wort auffassen und im Sinne von ‘Dampfbad’ mit stieben und Staub (s. d.) und verwandtem engl. steam, nl. stoom ‘Dampf’ verbinden, ohne freilich nachträglichen roman. Einfluß auszuschließen. Aber auch anord. stūfr ‘Stumpf, Stück’, mnd. stūf ‘stumpf’ wird vergleichend herangezogen und damit Herleitung von der unter Stubbe (s. d.) verzeichneten Wurzelerweiterung ie. *(s)teup- ‘stoßen, Stock, Stumpf’ angenommen, wobei an die hölzerne Bauweise der Dachstuben oder an die alten Gluttöpfe aus ausgehöhlten, mit Lehm bestrichenen Baumstümpfen zu denken ist. Oberstube f. ‘oberer Raum im Hause’ (17. Jh.); bildlich das Deminutivum Oberstübchen n. ‘oberer Teil des Körpers, Kopf, Hirn’ (18. Jh.), nicht richtig im Oberstübchen sein ‘wirr im Kopf, nicht bei Sinnen’. Stövchen n. Untersatz zum Warmhalten (mit Glut für die Füße, mit Kerze für Getränke), aus dem Nd. (19. Jh.), Deminutivum von nd. Stove, mnd. stōven ‘heizbarer Raum, Glutpfanne’ (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Stübchen‹ (berechnet)

betreten heidjer perle richten winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stübchen‹.

Zitationshilfe
„Stübchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/St%C3%BCbchen#1>.

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Stübchen, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Stübchens · Nominativ Plural: Stübchen
Aussprache [ˈʃtyːpçən]
Worttrennung Stüb-chen
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

historisch regional in der Größe schwankendes Hohlmaß, besonders für Bier und Wein
Beispiel:
Die Herren konsumierten 28½ Stübchen Wein. Ein Stübchen entspricht einer Menge von mehr als drei Litern. [Schweriner Volkszeitung, 04.11.2017]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stübchen m. n. Flüssigkeitsmaß, ‘Faß, Zuber’, mhd. stubich, stübich m., frühnhd. stubichin, stobichen (15. Jh.), nhd. Stübichen m. n. (16. Jh.), mnd. stoveken (15. Jh.), entlehnt aus mlat. stupa, stopa f. ‘Faß’. Nach dem 18. Jh. noch mundartlich.

Typische Verbindungen zu ›Stübchen‹ (berechnet)

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stübchen‹.

Zitationshilfe
„Stübchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/St%C3%BCbchen#2>.

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