Stücklohn, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Stück-lohn
Wortzerlegung StückLohn
Wortbildung  mit ›Stücklohn‹ als Letztglied: ↗Prämienstücklohn
eWDG, 1976

Bedeutung

Lohn, dessen Höhe von der Menge der in einer bestimmten Zeiteinheit gefertigten Erzeugnisse abhängt
Beispiel:
im Stücklohn arbeiten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stück · bestücken · stückeln · zerstückeln · Stückgut · Stücklohn · Stückwerk
Stück n. ‘Teil eines Ganzen, für sich bestehendes, eigenes Ganzes (Stück Butter, Seife), gezähltes Exemplar (drei Stück Vieh), Schauspiel, musikalische Komposition’, auch Maßbezeichnung (Stück Tuch, Holz), Hohlmaß, ferner (16. Jh.) ‘Kanone’ als Teil einer Batterie, einer Gruppe zusammenwirkender gleichartiger Waffen, ahd. stucki ‘Teil, Abschnitt, eigenes Ganzes, Brocken, Rinde, Kruste’ (8. Jh.), mhd. stück(e), stuck(e) ‘Teil, Abschnitt, Artikel, einzelner ganzer Gegenstand, Ding, Art und Weise, bestimmtes Maß’, asächs. stukki, mnd. stücke, mnl. stucke, stuc, nl. stuk, aengl. stycce, anord. stykki, schwed. styck (germ. *stukkja- mit expressiver Konsonantendoppelung und j-Suffix) ist wie die unter ↗Stock (s. d.) genannten Formen im Sinne von ‘Abgeschlagenes’ zu ie. *(s)teug-, Gutturalerweiterung der unter ↗stoßen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’, zu stellen. Vgl. kein Stück ‘nichts’, große Stücke (‘viel’) auf jmdn. halten, aus freien Stücken (älter von freien Stücken) ‘freiwillig, ohne Aufforderung’, aus einem Stück (17. Jh.), Stück für Stück (18. Jh.), älter Stück vor Stück (17. Jh.) ‘eins nach dem anderen, der Reihe nach, jedes einzeln’. bestücken Vb. ‘mit Kanonen versehen’ (18. Jh.), ‘mit etw. ausstatten, ausrüsten’ (19. Jh.). stückeln Vb. ‘in kleine Stücke teilen, aus kleinen Stücken zusammensetzen’ (15. Jh.), auch zerstückeln Vb. (16. Jh.). Stückgut n. ‘aus einzelnen Stücken bestehendes Frachtgut’ (17. Jh.), älter ‘rentetragende liegende Habe’ (16. Jh.). Stücklohn m. ‘nach der Anzahl der gefertigten einzelnen Stücke berechneter Lohn’ (um 1600). Stückwerk n. ‘Unfertiges, Unvollkommenes, Mangelhaftes’ (Luther, 16. Jh., als Übersetzung von lat. ex parte, 1. Kor. 13,9), zuvor ‘nach Menge der gefertigten Stücke entlohnte Arbeit’ (Ende 14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akkord · ↗Akkordlohn · ↗Gedinge (Bergbau) · ↗Leistungslohn · Stücklohn

Verwendungsbeispiele für ›Stücklohn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei Stücklohn ist der Lohn entsprechend der geleisteten Arbeit zu zahlen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1956]
Wie sind diese Stücklöhne unter die einzelnen Teilnehmer gerecht zu verteilen?
Penndorf, Balduin: Die Berufsausbildung und Weiterbildung des Kaufmanns, Stuttgart: Violet [1912], S. 248
Soweit sich diese Arbeiten in Stücklohn ausführen lassen, geschieht das.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 940
Der Stücklohn, der eine Zeit lang den Inbegriff kapitalistischer Ausbeutung ausgemacht hat, ist für deren Zweck so tauglich gar nicht gewesen.
o. A.: VON DER ARBEITERKLASSE (Teil 1 und 2). In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1990]
Beim Stücklohn ist die Lohnhöhe abhängig vom Tarifsatz und vom Arbeitszeitaufwand für die Produktion eines bestimmten Erzeugnisses.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - L. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 4168
Zitationshilfe
„Stücklohn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/St%C3%BCcklohn>, abgerufen am 22.09.2020.

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