Stütze, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stütze · Nominativ Plural: Stützen
Aussprache 
Worttrennung Stüt-ze
Wortbildung  mit ›Stütze‹ als Erstglied: Stützenkonstruktion · Stützenwechsel · stützenfrei
 ·  mit ›Stütze‹ als Letztglied: Armstütze · Baumstütze · Buchstütze · Bücherstütze · Decksstütze · Deckstütze · Ellbogenstütze · Ellenbogenstütze · Gefäßstütze · Hauptstütze · Kopfstütze · Rückenstütze · Wäschestütze
Mehrwortausdrücke  Stütze der Gesellschaft
eWDG

Bedeutung

Gegenstand, besonders Pfahl, Balken, Pfosten, der etw. stützt, jmdm. Halt gibt
Beispiele:
ein Stock dient jmdm. als Stütze
ein Dach mit Stützen versehen
das Gebäude ruht auf Stützen aus Stahlbeton, die in den Boden gerammt sind
der Apfelbaum muss Stützen haben, sonst brechen die Äste ab
die Stütze (= Wäschestütze) fiel um, und die Wäsche schleifte am Boden
Schuhe mit Stützen (= Fußstützen)
übertragen
Beispiele:
der Sohn war die (einzige) Stütze seines Alters, der Familie
sie war ihrem Mann eine treue, wertvolle Stütze
sie hatte keine Stütze an ihm
dieser Schauspieler ist seit Jahren die stärkste Stütze des Ensembles
sie fand in der Arbeit Stütze und Trost
jmdm. eine moralische, seelische Stütze geben
die Gedankengänge des Verteidigers finden im Strafrecht folgende (gesetzliche) Stütze
Für den junkerlich‑bürgerlichen Ausbeuterblock war der preußisch‑deutsche Militarismus die beste Stütze seiner Klassenherrschaft [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung4,24]
veraltend Haushaltshilfe, Hausangestellte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stützen · Stütz · Liegestütz · Stütze · Stützpunkt
stützen Vb. ‘Halt geben, am Fallen, Zusammenbrechen hindern’, reflexiv ‘auf etw. ruhen, zur Grundlage haben’. Ahd. untarstuzzen (Hs. 12. Jh.), mhd. understützen, mnd. stütten, mnl. nl. stutten, eigentlich ‘von unten etw. mit einer Stütze halten, dagegenhalten’, steht als Intensivbildung (mit Konsonantendoppelung germ. *stuttijan) zu gleichbed. ahd. gistuden (8. Jh.), anord. styðja, schwed. stödja, das von einem in spätmhd. stud ‘Stütze, Pfosten, Säule’, aengl. studu, stuþu, engl. stud ‘Knopf, Knauf’, (älter) ‘Pfosten’, anord. stoð ‘Stütze, Säule, Pfeiler’, schwed. stöd ‘Stütze, Halt, Unterstützung’ überlieferten Substantiv abgeleitet ist. Dieses wird als Bildung mit -Formans (wie Staude, s. d.) zur schwundstufigen Form der unter stauen (s. d.) angeführten Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. stehen) gestellt. Als Simplex ist das Verb im Hd. erst seit Anfang des 17. Jhs. belegt. Stütz m. in der Turnersprache ‘Stellung, bei der das Gewicht des Körpers auf den (gestreckten) Armen ruht’ (19. Jh.), besonders Liegestütz m. ‘sich auf Hände und Füße stützende Turnfigur’ (19. Jh.). Stütze f. ‘stützender Pfahl, Pfosten’, mhd. stütze, mnd. stütte, abgeleitet vom Verb; seit dem 16. Jh. auch ‘Halt und Hilfe bietender Mensch’. Stützpunkt m. ‘fester, Halt bietender Punkt oder Ort’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitslosengeld · Arbeitslosenunterstützung  ●  Stempelgeld  veraltet · ALG I  ugs. · Stütze  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • von Arbeitslosengeld leben  ●  stempeln gehen  veraltet
Synonymgruppe
Pfeiler · Strebe · Stütze · Versteifung
Synonymgruppe
(soziale) Grundsicherung · Sozialhilfe  ●  Sozialfürsorge (Leistung)  DDR, veraltet · Stütze  ugs.
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Pfeiler · Pfosten · Strebe · Stütze · Säule
Synonymgruppe
Rückhalt · Stütze
Synonymgruppe
Stütze  ●  Steize  veraltet · Stunze  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Stütze‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stütze‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stütze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Patrioten, früher eine willkommene Stütze, waren jetzt eine Belastung für das offizielle Bayern. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 641]
Werde ich dir nicht mehr eine Last als eine Stütze sein? [Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 205]
Für Freiheit war da kein Platz mehr, und die Stadt hörte zwangsläufig auf, ihre Stütze zu sein. [Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25458]
Er fand in den 1572 nach Graz berufenen Jesuiten eine mächtige Stütze. [Federholer, Helmut: Graz. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 39903]
Die Exporte – traditionell eine Stütze der deutschen Wirtschaft – wuchsen zwar auch, doch noch mehr nahmen die Importe zu. [Die Zeit, 20.01.2000, Nr. 4]
Zitationshilfe
„Stütze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/St%C3%BCtze>.

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