Staatsmann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungStaats-mann
WortzerlegungStaat1Mann
Wortbildung mit ›Staatsmann‹ als Grundform: ↗staatsmännisch
eWDG, 1976

Bedeutung

Politiker, der eine bedeutende Stellung im Staate innehat
Beispiele:
ein großer, berühmter, verantwortlicher, führender Staatsmann
den ausländischen Staatsmännern wurde ein herzlicher Empfang bereitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Staat · staatlich · verstaatlichen · Staatsangehörigkeit · Staatsbürger · Staatsmann · Staatsstreich · Hofstaat
Staat m. ‘politische Herrschaftsform, die das Zusammenleben einer Gesellschaftsformation innerhalb festgelegter territorialer Grenzen regelt, Pracht, Aufwand’. Nur spärlich und unsicher ist belegt mhd. stat ‘Rechtszustand, Ausstattung’, häufiger dagegen in hansischen Urkunden (seit 14. Jh.) mnd. stāt ‘äußere und innere Verfassung, Lage, Umstände, Stand, Klasse, Stellung, Ansehen, Gesamtheit der Vertreter eines Standes, Aufwand’, verbreitet dann (vom 15. Jh. an) frühnhd. Stat ‘(sozialer) Stand, (gesellschaftliche) Stellung, Rang, Lebensweise, Zustand(auch des Vermögens), standesgemäßer Aufwand, Pracht, Prunk’. Der Ausdruck wird im 14. Jh. (ein zweifelhafter mhd. Beleg stammt aus dem 13. Jh.) aus lat. status ‘das Stehen, Stand, Wuchs, Zustand, Umstände, Lage, (durch die Geburt bedingte) soziale Stellung, fester Bestand, Wohlstand’, mlat. auch ‘Hofhaltung, Haushalt, Einkünfte, Rechnungslegung’ (s. ↗Status), einer Bildung zu lat. stāre (statum) ‘stehen’ (verwandt mit ↗stehen, s. d.), entlehnt. Der Übergang in den politischen Bereich beginnt sich bereits im Lat. anzubahnen, vgl. bei Cicero Fügungen wie status cīvitātis, status reī pūblicae, bei Tertullian Rōmānus status, status Iūdaeōrum (wo status statt sonst üblichem imperium, cīvitās, rēs pūblica steht). Doch Verwendungen dieser Art bleiben ohne nachhaltige Wirkung. Bis ins 16. Jh. entsprechen die dt. Bedeutungen des Wortes im wesentlichen dem allgemeinen lat. und mlat. Gebrauch. Erst vom 17. Jh. an erweitert sich der Bedeutungsumfang in Verbindung mit der staatlich-politischen Entwicklung in Europa (verschiedentlich beeinflußt von ital. Stato und frz. État); er erfaßt das Territorium, den Verwaltungsapparat, das fiskalische System, die fürstlichen Hoheitsrechte und die Rechte und Pflichten der Stände- oder Klassengesellschaft, die Vertretung der Macht nach außen und nach innen. Im einzelnen vgl. dazu Weinacht Staat (1968). Die bereits früh ausgebildete Bedeutung ‘Ausstattung, Aufwand, Pracht’ bleibt daneben unverändert lebendig und geht in der Umgangssprache auch in ‘Prunk, Putz, kostbare Kleidung, prächtiges Hausgerät’ über, vgl. redensartlich sich in Staat werfen (18. Jh.), Staat machen ‘sich herausputzen’ (19. Jh.), älter Staat (‘Eindruck, viel Aufhebens’) von etw. machen (um 1700). staatlich Adj. ‘den Staat (im politischen Sinne) betreffend, von ihm ausgehend’ (Anfang 19. Jh.); älter in der Übersetzung für lat. polīticus (16. Jh.), dann im Sinne von ‘prächtig’ (18. Jh.). verstaatlichen Vb. ‘in Staatseigentum überführen, staatlicher Verwaltung unterstellen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Staatsangehörigkeit f. (19. Jh.). Staatsbürger m. ‘Mitglied der Staat genannten Gemeinschaft’ (18. Jh.). Staatsmann m. ‘bedeutender Politiker eines Staates’ (2. Hälfte 17. Jh.), Übersetzung von frz. homme d’État; geläufig seit dem 18. Jh. (Schiller). Staatsstreich m. ‘auf einen plötzlichen Regierungswechsel abzielende Unternehmung, Putsch’ (19. Jh.), zuvor ‘staatskluge Unternehmung’ (17. Jh.); in beiden Fällen nach frz. coup d’ État. Hofstaat m. ‘Aufwand, Lebensführung, Haushaltung eines fürstlichen Hofes, Gesamtheit der zu einem Hof gehörenden Personen, schriftlich festgelegte Ordnung einer fürstlichen Hofhaltung’ (Ende 15. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Staatsmann [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besprechung Dichter Diplomat Feldherr Format Gelehrte Heerführer Philosoph afrikanisch alliiert angesehen athenisch ausländisch bedeutend besonnen englisch erfahren führend geachtet handelnd herausragend leitend römisch verantwortlich verantwortungsbewußt versammelt weis weitsichtig westlich würdigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Staatsmann‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nie hat er den geachteten Staatsmann in seine engere Umgebung gezogen.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 40
Der bleibt erstens ein großer Staatsmann, selbst wenn noch viel mehr herauskommen sollte.
Der Tagesspiegel, 01.12.1999
Weshalb muß da der Staatsmann dabei so rumfummeln, wo doch eh alles arrangiert ist?
Süddeutsche Zeitung, 11.09.1997
Als Staatsmann, als Historiker, als lateinischer Poet hat er sich einen Namen gemacht.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 214
Vielleicht noch größer war jedoch die Scheu der spartanischen Staatsmänner vor einem entscheidenden Sieg.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23916
Zitationshilfe
„Staatsmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Staatsmann>, abgerufen am 18.08.2019.

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