Staatsvolk, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Staatsvolk(e)s · Nominativ Plural: Staatsvölker
Aussprache 
Worttrennung Staats-volk
Wortzerlegung Staat1Volk
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
Gesamtheit der Staatsbürger eines Landes
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein homogenes, einheitliches Staatsvolk; das gesamtdeutsche Staatsvolk
in Koordination: Staatsgebiet, Staatsgewalt und Staatsvolk
Beispiele:
Alle Staatsgewalt muss nach dem Grundgesetz vom deutschen Staatsvolk ausgehen und sich auf dieses zurückführen lassen. [Süddeutsche Zeitung, 10.02.2009]
Das Grundgesetz ist ausdrücklich die Verfassung, die sich das »Deutsche Volk« (groß geschrieben) gegeben hat. Allerdings ist das Staatsvolk unserer Verfassung nur die Gesamtheit der Staatsbürger, also eine Rechtsgemeinschaft, nicht mehr und nicht weniger. [Süddeutsche Zeitung, 04.05.2016]
Im Völkerrecht werden diese [souveräne Staaten] meist nach der […] Drei‑Elemente‑Regel definiert. Sie beschreibt einen politisch und rechtlich organisierten Personenverband (Staatsvolk), der auf abgegrenzter Fläche (Staatsgebiet) einer Bevölkerung eine eigene Ordnung (Staatsgewalt) gibt. […] [Die Zeit, 16.03.2014 (online)]
Israel als moderner Staat, mit einem Staatsvolk, das aus zwei unterschiedlichen ethnischen Herkunftsvölkern besteht – Juden und palästinensischen Arabern –, wird die Bindung zu den Juden in der Diaspora neu definieren müssen[…]. [Der Spiegel, 18.01.1988, Nr. 3]
2.
einen Staat¹ (1) nach eigenem Selbstverständnis im Wesentlichen begründendes, tragendes Volk (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein gleichberechtigtes Staatsvolk
in Präpositionalgruppe/-objekt: als Staatsvolk anerkannt werden
Beispiele:
Die Albaner [in Mazedonien] wollen als zweites Staatsvolk anerkannt werden, während die Verfassung von 1991 Mazedonien als »Nationalstaat des mazedonischen Volkes« definiert. [Der Standard, 01.08.2001]
Entsprechend der Verfassung werden nur Vertreter der drei Staatsvölker – Bosniaken (Muslime), Serben und Kroaten – in das Staatspräsidium und die Völkerkammer des Parlaments Bosnien‑Herzegowinas gewählt. [Der Standard, 22.12.2009]
[…] unter den israelischen Arabern wächst die Verbitterung: Das Gefühl, vom jüdischen Staatsvolk entrechtet, gedemütigt und wirtschaftlich an den Rand gedrängt zu werden. [Berliner Zeitung, 21.05.2003]
Polen wurde [nach dem Ersten Weltkrieg] ein Nationalstaat mit einem polnischen Staatsvolk und Minderheiten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.1995]
Die überkommenen Vorurteile der Staatsvölker jener Länder, in denen die Kurden leben, also des Irak, des Iran und vor allem der Türkei, bilden die psychologische Grundlage für die staatliche Verfolgung der kurdischen Minderheit. [Die Zeit, 10.04.1992, Nr. 16]
17 Jahre lang hatten die schwarzen Stämme des Südsudan rebelliert, denn sie fühlten sich vom arabisch‑islamischen Staatsvolk des Nordens hoffnungslos majorisiert und unterdrückt. [Der Spiegel, 03.04.1972, Nr. 15]

Typische Verbindungen zu ›Staatsvolk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Staatsvolk‹.

Zitationshilfe
„Staatsvolk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Staatsvolk>, abgerufen am 25.10.2020.

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