Stab, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stab(e)s · Nominativ Plural: Stäbe
Aussprache
Wortbildung mit ›Stab‹ als Erstglied: ↗Stabantenne · ↗Stabbatterie · ↗Stabbrandbombe · ↗Stabeisen · ↗Stabführer · ↗Stabführung · ↗Stabheuschrecke · ↗Stabhochspringer · ↗Stabhochsprung · ↗Stablampe · ↗Stabmagnet · ↗Stabmixer · ↗Stabpuppe · ↗Stabreim · ↗Stabstahl · ↗Stabtaschenlampe · ↗Stabwechsel · ↗Stäbchen · ↗stabförmig · ↗stabhochspringen
 ·  mit ›Stab‹ als Letztglied: ↗Abtsstab · ↗Abtstab · ↗Brennstab · ↗Glasfiberstab · ↗Glasstab · ↗Grafitstab · ↗Graphitstab · ↗Jakobsstab · ↗Maßstab · ↗Pilgerstab · ↗Pürierstab · ↗Querstab · ↗Rechenstab · ↗Rundstab · ↗Staffelstab · ↗Stahlstab · ↗Steuerstab · ↗Thyrsosstab · ↗Zauberstab · ↗Zierstab
eWDG, 1976

Bedeutung

länglicher, runder, gerader, glatter Gegenstand aus verschiedenem Material, Stock
siehe auch Stäbchen
Beispiele:
ein Stab aus Holz, Eisen, Glas
die eisernen Stäbe des Geländers, Käfigs
die Stäbe des Gitters
der Stab des Hirten, Wanderers
der Dirigent hob seinen Stab (= Taktstock)
Sport beim Stabhochsprung werden Stäbe aus Glasfiber benutzt
Sie ... griff nach einem Stabe, als sie sich von dem schweren Ledersessel aufhob [C. Hauptm.Einhart2,173]
bildlich
Beispiel:
gehoben den Stab über jmdn., etw. brechen (= jmds. Handlungsweise, etw. verurteilen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stab · Stabreim · staben
Stab m. ‘dünne Stange, runder, glatter Stock’, ahd. stab (8. Jh.), mhd. stap (md. auch staf) ‘Stab, Stock, Stütze’, auch ‘Pilger-, Hirten-, Bischofsstab, Kreuz, Maßstab’, asächs. mnd. mnl. nl. staf, afries. stef, aengl. stæf, auch ‘Buchstabe’, engl. staff ‘Stab, Stecken, Stock, Knüppel, Stütze’, anord. stafr ‘Stab, Stock, Pfeiler, Formular, Buchstabe, Rune’, schwed. stav ‘Stab, Stock’ (germ. *staba-), daneben anord. stafir, got. stabim, Dativ Plur. zu *stafs ‘Buchstabe’ (germ. *stabi-), sowie ahd. stabēn ‘starr, steif sein bzw. werden’, gistabēn ‘erstarren’ (9. Jh.) vergleichen sich mit aind. stabhnā́ti ‘befestigt, stützt’, (Nasal aufweisendem) stambha- ‘Pfosten, Pfeiler, Säule’ und setzen eine auf bh endende Form der in verschiedenen Varianten auftretenden Wurzel ie. *stē̌b(h)-, *stəb(h)-, *step-, nasaliert *stemb(h)-, *stemp- ‘Pfosten, Pfeiler, Stamm, Baumstamm’ sowie ‘stützen, versteifen, festhalten, anhalten, (auf)stampfen, treten, beschimpfen, staunen’ voraus, während lit. stem̃bti ‘widerstreben, Widerstand leisten’, stãbas, lett. stabs ‘Pfeiler, Säule’ auf eine Wurzelsilbe mit auslautendem b oder bh zurückgehen können. Ob die genannten Ansätze als Erweiterungen der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ anzusehen sind, bleibt zweifelhaft. Als zugehörig gelten ↗Staffel, ↗stampfen, ↗Stapel, ↗Stapfe, ↗Stempel, ↗Stufe, ↗Stummel, ↗stumpf, ↗Stumpen (s. d.). Stab als Kennzeichen der Macht und Befehlsgewalt (vgl. Bischofsstab, Marschallstab) wird im militärischen Bereich im 17. Jh. auf die ‘Gesamtheit der höheren Offiziere eines Heeres’ und von da auch auf einen ‘Kreis von verantwortlichen Mitarbeitern’ übertragen. Formelhaftes über jmdn. den Stab brechen ‘ein hartes Urteil fällen’ (18. Jh.) entstammt der mittelalterlichen Gerichtsbarkeit, wo bei Todesurteilen der Stab des Richters über dem Haupt des Verurteilten zerbrochen wird. Die alte Bedeutung ‘Rune, Buchstabe’ geht vom senkrechten Hauptstrich (Stab) des Runen- oder Schriftzeichens aus (s. ↗Buchstabe). Stabreim m. ‘gleicher Anlaut mehrerer Wörter oder betonter Silben, Alliteration’ (Mitte 19. Jh.), nach der Verslehre des Isländers Snorri Sturluson (um 1220), in der anord. stafr ‘Buchstabe, Laut’ auch den sich wiederholenden, den alliterierenden Anlaut bezeichnet. Dazu staben Vb. ‘Stabreim aufweisen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rute · Stab · ↗Stange · ↗Stecken · ↗Stock
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Mast · ↗Pfahl · ↗Pfeiler · ↗Pfosten · Stab · ↗Stange  ●  Pohl  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Direktion · ↗Geschäftsführung · ↗Geschäftsleitung · ↗Leitung · Stab
Synonymgruppe
Back Office · Stab · ↗Stabsabteilung · ↗Verwaltungsabteilung · ↗Verwaltungsbereich · ↗Verwaltungsstab · ↗Verwaltungsstab · interne Verwaltung
Synonymgruppe
Crew · ↗Filmcrew · ↗Filmstab · Stab
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befehlshaber Chef Heeresgruppe Korps Luftmasche Militärbezirk Mitarbeiter Mitra Oberbefehlshaber Oberkommando Offizier Polizeipräsident Seekriegsleitung Stab Stecken Wirtschaftsberater Zapfen Zäpfchen abgebrannt brechen dünn essen gebrechen häkeln hölzern integriert multinational tausend weiterreichen übergeben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stab‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber den Stab habe ich nicht über ihn gebrochen und ich denke nicht daran, den Stab über ihn zu brechen.
Der Tagesspiegel, 21.07.2002
Der Rest fällt ins Fach Psychologie: 'Ich werde nicht den Stab brechen über den Spielern.
Süddeutsche Zeitung, 11.11.1996
Der mittlere Stab sorgt am großen Fenster für strammen Sitz.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 197
Wie Du siehst, habe ich nichts mehr zu sagen im Stab, vielleicht später mal wieder.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 04.08.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Morgens um 4.00 Uhr zogen wir uns, der Stab, auf ein rückwärtiges Dorf zurück.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 30.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Stab“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stab#1>, abgerufen am 16.12.2018.

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Stab, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stab(e)s · Nominativ Plural: Stäbe
Aussprache
Wortbildung mit ›Stab‹ als Erstglied: ↗Stabsarzt · ↗Stabsbootsmann · ↗Stabscasino · ↗Stabschef · ↗Stabsfeldwebel · ↗Stabsgefreite · ↗Stabskasino · ↗Stabsmatrose · ↗Stabsobermeister · ↗Stabsoffizier · ↗Stabsquartier · ↗Stabswachtmeister
 ·  mit ›Stab‹ als Letztglied: ↗Admiralstab · ↗Armeestab · ↗Bataillonsstab · ↗Baustab · ↗Befehlsstab · ↗Beraterstab · ↗Divisionsstab · ↗Einsatzstab · ↗Filmstab · ↗Führungsstab · ↗Generalstab · ↗Kommandostab · ↗Mitarbeiterstab · ↗Operativstab · ↗Planungsstab · ↗Regiestab · ↗Regimentsstab · ↗Trainerstab · ↗Verwaltungsstab
eWDG, 1976

Bedeutung

Gruppe von verantwortlichen Mitarbeitern (um eine leitende Persönlichkeit)
a)
im zivilen Bereich meist für besondere Aufgaben zusammengestellt
Beispiele:
ein Stab von Mitarbeitern, Sachverständigen
der technische, kaufmännische Stab des Betriebes
ein ganzer Stab von Wissenschaftlern, Technikern und Ärzten wurde mit diesem Forschungsauftrag betraut
b)
Militär Führungsorgan eines Kommandeurs vom Bataillon aufwärts
Beispiele:
er war Unteroffizier, Hauptmann im Stab
Hinten bei den höheren Stäben wissen sie doch nicht, wie's vorn steht [RennKrieg310]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stab · Stabreim · staben
Stab m. ‘dünne Stange, runder, glatter Stock’, ahd. stab (8. Jh.), mhd. stap (md. auch staf) ‘Stab, Stock, Stütze’, auch ‘Pilger-, Hirten-, Bischofsstab, Kreuz, Maßstab’, asächs. mnd. mnl. nl. staf, afries. stef, aengl. stæf, auch ‘Buchstabe’, engl. staff ‘Stab, Stecken, Stock, Knüppel, Stütze’, anord. stafr ‘Stab, Stock, Pfeiler, Formular, Buchstabe, Rune’, schwed. stav ‘Stab, Stock’ (germ. *staba-), daneben anord. stafir, got. stabim, Dativ Plur. zu *stafs ‘Buchstabe’ (germ. *stabi-), sowie ahd. stabēn ‘starr, steif sein bzw. werden’, gistabēn ‘erstarren’ (9. Jh.) vergleichen sich mit aind. stabhnā́ti ‘befestigt, stützt’, (Nasal aufweisendem) stambha- ‘Pfosten, Pfeiler, Säule’ und setzen eine auf bh endende Form der in verschiedenen Varianten auftretenden Wurzel ie. *stē̌b(h)-, *stəb(h)-, *step-, nasaliert *stemb(h)-, *stemp- ‘Pfosten, Pfeiler, Stamm, Baumstamm’ sowie ‘stützen, versteifen, festhalten, anhalten, (auf)stampfen, treten, beschimpfen, staunen’ voraus, während lit. stem̃bti ‘widerstreben, Widerstand leisten’, stãbas, lett. stabs ‘Pfeiler, Säule’ auf eine Wurzelsilbe mit auslautendem b oder bh zurückgehen können. Ob die genannten Ansätze als Erweiterungen der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ anzusehen sind, bleibt zweifelhaft. Als zugehörig gelten ↗Staffel, ↗stampfen, ↗Stapel, ↗Stapfe, ↗Stempel, ↗Stufe, ↗Stummel, ↗stumpf, ↗Stumpen (s. d.). Stab als Kennzeichen der Macht und Befehlsgewalt (vgl. Bischofsstab, Marschallstab) wird im militärischen Bereich im 17. Jh. auf die ‘Gesamtheit der höheren Offiziere eines Heeres’ und von da auch auf einen ‘Kreis von verantwortlichen Mitarbeitern’ übertragen. Formelhaftes über jmdn. den Stab brechen ‘ein hartes Urteil fällen’ (18. Jh.) entstammt der mittelalterlichen Gerichtsbarkeit, wo bei Todesurteilen der Stab des Richters über dem Haupt des Verurteilten zerbrochen wird. Die alte Bedeutung ‘Rune, Buchstabe’ geht vom senkrechten Hauptstrich (Stab) des Runen- oder Schriftzeichens aus (s. ↗Buchstabe). Stabreim m. ‘gleicher Anlaut mehrerer Wörter oder betonter Silben, Alliteration’ (Mitte 19. Jh.), nach der Verslehre des Isländers Snorri Sturluson (um 1220), in der anord. stafr ‘Buchstabe, Laut’ auch den sich wiederholenden, den alliterierenden Anlaut bezeichnet. Dazu staben Vb. ‘Stabreim aufweisen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rute · Stab · ↗Stange · ↗Stecken · ↗Stock
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Mast · ↗Pfahl · ↗Pfeiler · ↗Pfosten · Stab · ↗Stange  ●  Pohl  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Direktion · ↗Geschäftsführung · ↗Geschäftsleitung · ↗Leitung · Stab
Synonymgruppe
Back Office · Stab · ↗Stabsabteilung · ↗Verwaltungsabteilung · ↗Verwaltungsbereich · ↗Verwaltungsstab · ↗Verwaltungsstab · interne Verwaltung
Synonymgruppe
Crew · ↗Filmcrew · ↗Filmstab · Stab
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befehlshaber Chef Heeresgruppe Korps Luftmasche Militärbezirk Mitarbeiter Mitra Oberbefehlshaber Oberkommando Offizier Polizeipräsident Seekriegsleitung Stab Stecken Wirtschaftsberater Zapfen Zäpfchen abgebrannt brechen dünn essen gebrechen häkeln hölzern integriert multinational tausend weiterreichen übergeben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stab‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber den Stab habe ich nicht über ihn gebrochen und ich denke nicht daran, den Stab über ihn zu brechen.
Der Tagesspiegel, 21.07.2002
Der Rest fällt ins Fach Psychologie: 'Ich werde nicht den Stab brechen über den Spielern.
Süddeutsche Zeitung, 11.11.1996
Der mittlere Stab sorgt am großen Fenster für strammen Sitz.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 197
Wie Du siehst, habe ich nichts mehr zu sagen im Stab, vielleicht später mal wieder.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 04.08.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Morgens um 4.00 Uhr zogen wir uns, der Stab, auf ein rückwärtiges Dorf zurück.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 30.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Stab“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stab#2>, abgerufen am 16.12.2018.

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