Stampe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stampe · Nominativ Plural: Stampen
Aussprache  [ˈʃtampə]
Worttrennung Stam-pe
Wortbildung  mit ›Stampe‹ als Erstglied: ↗Stamperl

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [landschaftlich, besonders berlinisch, salopp, abwertend] Kneipe
  2. 2. [norddeutsch, mitteldeutsch, veraltend] Trinkglas mit dickem Fuß, ohne Stiel und Henkel
eWDG

Bedeutungen

1.
landschaftlich, besonders berlinisch, salopp, abwertend Kneipe
Beispiel:
eine verräucherte, verschmutzte Stampe
2.
norddeutsch, mitteldeutsch, veraltend Trinkglas mit dickem Fuß, ohne Stiel und Henkel
Beispiel:
bei einer Stampe Wein sitzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stampe1 f. nordd. berlin. ‘Bierlokal, Kneipe’, auch ‘einfaches Tanzlokal’ (19. Jh.). Herkunft ungewiß. Möglich ist eine Entlehnung von umgangssprachlichem frz. estaminet m. ‘Kneipe, Wirtshaus’ (vgl. A. Lasch Berlin. 166), das seinerseits aus dt. Wörtern der Studentensprache wie Stammkneipe, Stammtisch, Stammgast hervorgegangen sein könnte (FEW 17, 213). Doch eine unmittelbare Bildung von Stampe aus Stammkneipe ist ebenso denkbar wie eine volksetymologische Anlehnung von Stampe im Sinne von ‘Stehkneipe, Tanzboden’ an nd. stampen ‘(auf)stampfen, trampeln’ (s. ↗stampfen). Auch ein Einfluß von ↗Stampe2, ↗Stamper ‘Trinkgefäß, Becher’ (s. d.) kann nicht ausgeschlossen werden.

Stampe2 · Stamper
Stampe2 f. nordd. md., Stamper m. md. ‘Trinkgefäß, Becher, Schnapsglas’, öst. Stamperl, Stampferl n. (18. Jh.). Wohl im Sinne von ‘etw. Abgestumpftes, Gedrungenes’ eine Nebenform von ↗Stumpen, ↗Stumpf (s. d.; vgl. auch anord. stampr m. ‘Kübel’).

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bar · ↗Bierkeller · ↗Kneipe · ↗Lokal · ↗Schankwirtschaft · ↗Schenke · ↗Schänke · ↗Wirtschaft  ●  Bierpalast  veraltet · ↗Dorfkrug  norddeutsch · ↗Gaststätte  Hauptform · ↗Pub  engl. · Stampe  berlinerisch · Tavernwirtschaft  veraltet · ↗Beisel  ugs., ostösterreichisch · ↗Beiz  ugs., schweiz. · Boaz (Tirol, vereinzelt)  ugs. · Boiz (Neckarraum)  ugs., selten · ↗Destille  ugs., berlinerisch · ↗Gasthaus  ugs., südösterreichisch · ↗Pinte  ugs., ruhrdt., veraltend · ↗Schwemme  ugs. · Spunte (Graubünden)  ugs. · Taferne  fachspr., veraltet · Tafernwirtschaft  fachspr., veraltet · ↗Tanke  ugs. · ↗Taverne  fachspr., veraltet · ↗Tränke  ugs. · ↗Wirtshaus  ugs., österr., bayr., Hauptform
Unterbegriffe
  • Nachtbar · ↗Nachtlokal
  • Vorratskeller  ●  ↗Viktualienkeller  geh., veraltet
  • Braukrug · Brauschenke · Brauschänke
  • Eckkneipe · Kneipe um die Ecke  ●  Quartierbeiz  schweiz.
  • Rädle · Rädlewirtschaft · saisonal geöffnete Wirtschaft  ●  ↗Besen  württembergisch, schweiz. · Besenbeiz  schweiz. · ↗Besenwirtschaft  pfälzisch, rheinisch, rheinhessisch · ↗Buschenschank  österr. · ↗Buschenschenke  schweiz. · Heckenwirtschaft  fränk. · Häcke  fränk. · Häckenwirtschaft  fränk. · Häckerwirtschaft  fränk. · Kranzwirtschaft  badisch · Kränzle  badisch · Leutgebschank  österr. · Maienwirtschaft  fränk. · ↗Straußwirtschaft  rheinisch, rheinhessisch · Heuriger  ugs., österr.
  • Heckenwirtschaft · Hinterhofkneipe · ↗Spelunke · Winkelschenke · Winkelschänke
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Stampe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte seine Stampe am Olivaer Platz, vor der Endhaltestelle des Omnibus 12.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 455
Komm Se, wir jehn da rüber in die Stampe und trinken 'n Schnaps!
Tucholsky, Kurt: Der Kriegsschauplatz. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]
Zitationshilfe
„Stampe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stampe>, abgerufen am 23.01.2021.

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