Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Stampfer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stampfers · Nominativ Plural: Stampfer
Aussprache 
Worttrennung Stamp-fer
Wortzerlegung stampfen -er
Wortbildung  mit ›Stampfer‹ als Letztglied: Wäschestampfer
eWDG

Bedeutungen

1.
Technik Werkzeug oder Maschine zum Feststampfen von Erde, Steinen, Straßenbelag
Beispiel:
der Stampfasphalt wird mit einem geheizten Stampfer festgestampft
2.
Küchengerät
a)
aus einem mehrfach gewundenen starken Draht oder einer breiten durchbrochenen Metallfläche mit einem Stiel, mit dem man Speisen, besonders gekochte Kartoffeln, zu Mus, Brei zerstampft
b)
landschaftlich aus Holz zum Rühren und Zerstoßen, Reibekeule
c)
umgangssprachlich Stößel
3.
veraltend Haushaltgerät, das aus einem hohlen, unten offenen Teil aus Hartgummi oder Metall besteht und mit dem durch den beim Aufdrücken entstehenden Unterdruck Wäsche im Kochkessel gestampft wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stampfen · Stampfer
stampfen Vb. ‘schwer und kräftig mit dem Fuß auftreten, (im Mörser) zerkleinern’, ahd. stamphōn (um 1000), mhd. stampfen ‘zerstoßen, enthülsen’, mnd. mnl. nl. stampen, engl. to stamp ‘aufstampfen, trampeln’, anord. stappa (aus *stampa-) ‘stampfen, zusammenpacken’, schwed. stampa ‘stampfen, treten, walken’ (germ. *stampōn) sowie ahd. stamph (8. Jh.), mhd. stampf, asächs. mnd. stamp ‘Werkzeug zum Stoßen, Stampfen, Mörserstößel’, mnd. stamp(e), aengl. pīlstampe ‘Stößel’ und die jan-Bildung mhd. stempfen ‘stampfen, schlagen, prägen, mit einem Stempel versehen’, mnd. mnl. stempen, aengl. stempan ‘(im Mörser) zerstoßen’ (germ. *stampijan) lassen sich mit aind. stambáḥ ‘(Gras)büschel’, griech. stémbein (στέμβειν) ‘unaufhörlich schütteln, mißhandeln, schmähen’ und (ohne s-Anlaut) lat. temnere (aus *tembn-) ‘verachten, verschmähen’, eigentlich ‘mit den Füßen treten’, auf die nasalierte Variante ie. *stemb- ‘(auf)stampfen, treten, beschimpfen’ der verbreiteten, unter Stab (s. d.) angeführten Wurzel zurückführen. Die Ausgangsbedeutung ‘mit den Füßen stampfen’ entwickelt sich im Germ., als Gewebe nicht mehr mit den Füßen, sondern in Holzfässern gewalkt werden, zu ‘stampfend bearbeiten, im Mörser zerstoßen’. Stampfer m. ‘Gerät zum Stampfen’ (17. Jh.), mnd. stamper (14./15. Jh.); ‘wer stampfend etw. bearbeitet’ (16. Jh.), ‘wer mit den Füßen stampft’ (17. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Pistill · Stampfer · Stößel  ●  Muddler  engl.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gummiglocke · Pumpfix · Saugglocke  ●  Hebamme  ugs. · Klostampfer  ugs. · Pampelmuse  ugs., norddeutsch · Plömper  ugs. · Plümper  ugs., norddeutsch · Pömpel  ugs., norddeutsch · Pümpel  ugs. · Saug-Hektor  ugs., österr. · Stampfer  ugs. · Steßl  ugs., österr.
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Stampfer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Stampfer selber scheint, soweit es aus diesem Buch hervorgeht, immun gegen den Zweifel gewesen zu sein. [Die Zeit, 30.05.1969, Nr. 22]
Ganz so einfach ist es auch für die beiden Kritiker Stampfer und Willett nicht. [Der Tagesspiegel, 17.03.2003]
Dass die Deutsche Bank das Media‑Team in München etabliert hat, liegt für Stampfer auf der Hand. [Süddeutsche Zeitung, 21.10.2004]
Buchner hatte drei Tage lang seinen Leutnant Stampfer gesucht und hatte in diesen drei Tagen nur einige Stunden geschlafen. [Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 279]
Die Vorläufer der Serienbilder als B. gehen zurück auf Plateau (1829) und Stampfer (1834). [o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3633]
Zitationshilfe
„Stampfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stampfer>.

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