Stapel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stapels · Nominativ Plural: Stapel
Aussprache
WorttrennungSta-pel
Wortbildung mit ›Stapel‹ als Erstglied: ↗Stapelholz · ↗Stapellauf · ↗Stapelplatz · ↗Stapelware · ↗stapelweise
 ·  mit ›Stapel‹ als Letztglied: ↗Bretterstapel · ↗Briefstapel · ↗Buchstapel · ↗Bücherstapel · ↗Containerstapel · ↗Holzstapel · ↗Kohlenstapel · ↗Miststapel · ↗Warenstapel · ↗Wäschestapel
 ·  mit ›Stapel‹ als Grundform: ↗stapeln
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Menge, Haufen (mit Sorgfalt) übereinandergeschichteter, gleichartiger Gegenstände
Beispiele:
ein Stapel Holz, Bretter, Kohlen, Kisten, Bücher, (Schul)hefte, Briefe
sie legte den Stapel frischer Wäsche in den Schrank
etw. zu einem Stapel (auf)schichten
etw. auf einen Stapel legen, von einem Stapel wegnehmen
sich auftürmende Stapel von Paketen
2.
Schiffbau Unterlage aus Balken und Holzkeilen, auf der ein Schiff während des Baus ruht
Beispiele:
ein Schiff auf Stapel legen (= mit seinem Bau beginnen)
in der Werft liegen vier Schiffe auf Stapel
ein Schiff läuft vom Stapel, wird vom Stapel gelassen (= wird nach seiner Fertigstellung zu Wasser gelassen)
salopp, übertragen etw. vom Stapel lassenetw. äußern, was komisch wirkt oder auf (spöttische) Ablehnung stößt
Beispiele:
er ließ eine (launige) Rede vom Stapel
Plattheiten, Geschwätz vom Stapel lassen
3.
Textilindustrie Bezeichnung für die Länge von Natur- und Kunstfasern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stapel · Stapellauf · stapeln · Stapelplatz
Stapel m. ‘aufgeschichteter Haufen, Stoß, Warenniederlage, Lagerplatz’. Asächs. stapal ‘Haufen’, mnd. stāpel ‘Sockel, Postament, Unterlage, auf der ein Schiff gebaut wird, Pfosten, Stütze, Warenlager’, verbreitet in der hansischen Geschäftssprache, wird (von Köln aus) vereinzelt im 15. Jh., in größerem Umfange im 17. Jh. in die nhd. Kaufmanns- und Literatursprache aufgenommen und tritt damit neben die semantisch weniger ausgeprägte hd. Entsprechung ↗Staffel (s. d.). Das Substantiv stellt sich mit mnl. stāpel, afries. stapul, aengl. stapol ‘Säule, Pfosten’, engl. staple, anord. stǫpull ‘dicker Pfahl, Kirchturm’, aschwed. stapul ‘Turm’ (germ. *stapala-, *stapula-) zur Variante ie. *stē̌b-, *stəb- ‘Pfeiler, Pfosten’ der unter ↗Stab (s. d.) angegebenen Wurzel und ist verwandt mit den dort aufgeführten Wortgruppen. Die Ausgangsbedeutung ‘Pfeiler, Pfosten’ ergibt ‘(aus Pfosten errichtete Holz)unterlage’, dann ‘aufgeschichteter (Holz)haufen, -stoß’ und schließlich ‘Warenlager (Stoß gleichartiger, geordneter Gegenstände), Verkaufsplatz’. In der Schiffsbauterminologie vom Stapel (‘vom Unterbau’) laufen, seit dem 17. Jh. geläufig. Danach Stapellauf m. (19. Jh.). stapeln Vb. ‘in geordneten Haufen aufschichten’ (18. Jh.), mnd. stāpelen. Stapelplatz m. ‘Handelsplatz mit Warenniederlagen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Packen · ↗Stoß  ●  Stapel  Hauptform
Computer
Synonymgruppe
Kellerspeicher · Stapelspeicher  ●  ↗Keller  ugs. · Stack  fachspr., engl. · Stapel  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autogrammkarte BRT Karteikarte Karton Manuskript Mappe Schreibtisch Stapel Taschenbuch Teller U-Boot Zeitungsausschnitte aufschichten auftürmen blättern dick durchblättern durchsehen geschichtet herausziehen herumliegen hervorziehen kramen laufen mannshoch meterhoch riesig schichten türmen wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stapel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da ich sie aber mit der Schrift nach unten gelegt hatte, sahen sie aus wie ein Stapel weißes Papier.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 879
Immer wenn ich dort bin, nehme ich einen ganzen Stapel mit.
Die Welt, 24.07.2003
Aber mein Buch ist nur ein hoffnungslos altmodischer Stapel Papier im Drucker.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 96
Irgendein Typ drückt mir auch einen Stapel in die Hand.
Der Tagesspiegel, 25.10.1997
Karl legt mir wieder einen Stapel Papier auf den Tisch.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 287
Zitationshilfe
„Stapel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stapel>, abgerufen am 22.10.2019.

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