Starre, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Starre · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungStar-re
Wortbildung mit ›Starre‹ als Letztglied: ↗Entsetzensstarre · ↗Genickstarre · ↗Kältestarre · ↗Leichenstarre · ↗Muskelstarre · ↗Nackenstarre · ↗Schockstarre · ↗Schreckensstarre · ↗Schreckstarre · ↗Todesstarre · ↗Totenstarre · ↗Trockenstarre · ↗Winterstarre
eWDG, 1976

Bedeutung

Unbeweglichkeit
a)
Beispiele:
die Starre der winterlichen Natur
die Schildkröte lag in der Starre des Winterschlafs
b)
Regungslosigkeit
Beispiel:
ihre (innere) Starre, in die sie bei dem Schreck verfallen war, löste sich langsam
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

starren · starr · Starrheit · Starre
starren Vb. ‘steif sein, strotzen von etw., mit unbewegtem Auge blicken, unentwegt in eine Richtung blicken’. Zugrunde liegen zwei ursprünglich getrennte, aber etymologisch verwandte Verben. Ahd. storrēn ‘steif, starr hervorragen’ (11. Jh.), got. andstaúrran ‘Unwillen zeigen’ und (durch Ablaut unterschiedenes) mhd. starren, (md.) staren ‘starr, steif sein oder werden’ bilden mit mhd. storre ‘Baumstumpf’, dem unter ↗störrisch (s. d.) behandelten Adjektiv und mhd. sterre ‘starr, steif’, mnl. sterre, starre, nl. star, anord. starr ‘steif, starr’ eine etymologisch zusammengehörige Gruppe. Daneben stehen die verwandten Verben ahd. starēn (8. Jh.), starōn (um 1100), mhd. star(e)n ‘mit unbewegten Augen blicken, stieren’, mnd. mnl. stāren, nl. staren, aengl. starian, engl. to stare, anord. stara, die offensichtlich von einem als erstes Kompositionsglied in ahd. starablint, aengl. stær(e)blind (weitere Formen s. ↗Star) belegten Adjektiv germ. *stara- ‘starr (besonders vom Auge)’ abgeleitet sind. Im Nhd. fallen beide Verben (ahd. storrēn ‘steif hervorragen’, mhd. starren ‘steif sein’ und ahd. starēn, starōn, mhd. star(e)n ‘unbeweglich blicken’) lautlich und semantisch zusammen. Außergerm. sind vergleichbar griech. stereós (στερεός) ‘steif, hart, fest, hartnäckig’, strēnḗs (στρηνής) ‘rauh, hart, schrill’, eigentlich ‘kraftvoll, Kraft’, dann ‘streng, hart’, lat. strēnuus ‘kräftig, rührig, betriebsam, unternehmend, schnell’, kymr. trin ‘Mühe, Kampf’, lit. starìnti ‘spannen, straff anziehen, steifen, angestrengt ziehen, schleppen, steif gehen’, russ. starát’sja (стараться) ‘sich bemühen’. Zugrunde liegt die im Germ. überaus häufig (in verschiedenen Erweiterungen) vertretene Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein, starrer, fester Gegenstand, besonders Pflanzenstamm oder -stengel; steif gehen, stolpern, fallen, stolzieren’. Die Gruppe um ahd. storrēn (s. oben) dürfte sich an eine r-Erweiterung oder, wenn rr aus rn, an eine n-Erweiterung der Wurzel anschließen. starr Adj. ‘steif, unbewegt, unbeeinflußbar’ (16. Jh.), aus dem Verb rückgebildet. Starrheit f. ‘Zustand des Starrseins’ (17. Jh.). Eine späte Abstraktbildung zum Verb ist Starre f. ‘das Starrsein’ (um 1700), zuerst in Hals-, Kopfstarre (Ende 17. Jh.); danach Leichen-, Totenstarre (19. Jh.; medizin.-lat. rigor mortis).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Bewegungslosigkeit · ↗Inflexibilität · Reaktionslosigkeit · Starre  ●  ↗Stupor  fachspr.
Synonymgruppe
Bewegungslosigkeit · ↗Erstarrung · ↗Stagnation · Starre · ↗Stillstand
Assoziationen
Zitationshilfe
„Starre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Starre>, abgerufen am 16.06.2019.

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