Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Statist, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Statisten · Nominativ Plural: Statisten
Aussprache 
Worttrennung Sta-tist
Wortbildung  mit ›Statist‹ als Erstglied: Statistenrolle · Statistin
Herkunft zu statuslat ‘das Stehen, Stand’ (Status)
eWDG

Bedeutung

Theater, Film Darsteller, der als stumme Figur, besonders in Volksszenen und Massenszenen, mitwirkt
Beispiel:
er war als Statist am Theater engagiert
übertragen unbedeutende Nebenperson
Beispiel:
Was hier an den Tischen saß, das waren auch bloß Statisten [ NollHolt1,108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Statist · Statistik · Statistiker · statistisch
Statist m. ‘Staatsmann, (weltkluger oder intriganter) Politiker’ (17. Jh., wohl nach voraufgehenden engl. statist, ital. statista), anfangs (in Anlehnung an Staat, s. d.) auch in der Schreibweise Staatist. In der Bühnensprache ‘Darsteller einer stummen, gleichsam stehenden (nicht agierenden) Rolle’ (18. Jh.). In beiden Verwendungen gebildet zu lat. status ‘das Stehen, Stand’ (auch ‘Zustand, Lage, Stellung, Wohlstand, Gesellschaftsform’, s. Status), zu lat. stāre (statum) ‘stehen’. Übertragen (Anfang 19. Jh.) ‘unbeteiligter Zuschauer, Rand-, Nebenfigur, unbedeutende Person’. Zu Statist ‘Staatsmann’ wird (2. Hälfte 17. Jh.) nlat. Statistica ‘Staatslehre, Staatswissenschaft’ gebildet (vgl. ital. statistica, 17. Jh.), das bald (Anfang 18. Jh.) in der Form Statistik f. für ‘Beschreibung eines Staates, eines Landes’ und (2. Hälfte 18. Jh.) die ‘Wissenschaft von der Erfassung, Erforschung und Beschreibung von Massenerscheinungen in Natur und Gesellschaft’ und die ‘graphische oder tabellarische Darstellung solcher Ergebnisse’ bezeichnet; heute auch die ‘Zusammenstellung, Darstellung der Ergebnisse von Massenuntersuchungen oder Befragungen’ (20. Jh.). Statistiker m. ‘Staatswissenschaftler, Staatenkenner’, dann ‘Fachmann der Statistik’ (18. Jh.). statistisch Adj. ‘die Statistik betreffend, durch Zahlen belegt’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘Staatsverhältnisse betreffend’ (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Kunst
Synonymgruppe
Komparse · Statist
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Statist‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Statist‹.

Verwendungsbeispiele für ›Statist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das »Volk« gab in diesem destruktiven Prozeß nur den Statisten ab. [Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25430]
Und jetzt müssen sie fröstelnd über den stockfinsteren Strand in den Ort zurücklaufen, denn für die Statisten ist in den Jeeps der Crew kein Platz. [Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37]
Für einen Moment war er kein Statist, er hat partizipiert, auf seine Art. [Die Zeit, 16.10.2007, Nr. 42]
Und wenn der Schauspieler in der betreffenden Szene unbekleidet ist, dann muß es der Statist natürlich auch sein. [Die Zeit, 28.03.1980, Nr. 14]
Für alle Statisten gab es sechs Mark netto pro Stunde. [Die Zeit, 29.02.1980, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Statist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Statist>.

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