Statist, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Statisten · Nominativ Plural: Statisten
Aussprache 
Worttrennung Sta-tist
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Statist‹ als Erstglied: ↗Statistenrolle · ↗Statistin
eWDG, 1976

Bedeutung

Theater, Film Darsteller, der als stumme Figur, besonders in Volksszenen und Massenszenen, mitwirkt
Beispiel:
er war als Statist am Theater engagiert
übertragen unbedeutende Nebenperson
Beispiel:
Was hier an den Tischen saß, das waren auch bloß Statisten [NollHolt1,108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Statist · Statistik · Statistiker · statistisch
Statist m. ‘Staatsmann, (weltkluger oder intriganter) Politiker’ (17. Jh., wohl nach voraufgehenden engl. statist, ital. statista), anfangs (in Anlehnung an ↗Staat, s. d.) auch in der Schreibweise Staatist. In der Bühnensprache ‘Darsteller einer stummen, gleichsam stehenden (nicht agierenden) Rolle’ (18. Jh.). In beiden Verwendungen gebildet zu lat. status ‘das Stehen, Stand’ (auch ‘Zustand, Lage, Stellung, Wohlstand, Gesellschaftsform’, s. ↗Status), zu lat. stāre (statum) ‘stehen’. Übertragen (Anfang 19. Jh.) ‘unbeteiligter Zuschauer, Rand-, Nebenfigur, unbedeutende Person’. Zu Statist ‘Staatsmann’ wird (2. Hälfte 17. Jh.) nlat. Statistica ‘Staatslehre, Staatswissenschaft’ gebildet (vgl. ital. statistica, 17. Jh.), das bald (Anfang 18. Jh.) in der Form Statistik f. für ‘Beschreibung eines Staates, eines Landes’ und (2. Hälfte 18. Jh.) die ‘Wissenschaft von der Erfassung, Erforschung und Beschreibung von Massenerscheinungen in Natur und Gesellschaft’ und die ‘graphische oder tabellarische Darstellung solcher Ergebnisse’ bezeichnet; heute auch die ‘Zusammenstellung, Darstellung der Ergebnisse von Massenuntersuchungen oder Befragungen’ (20. Jh.). Statistiker m. ‘Staatswissenschaftler, Staatenkenner’, dann ‘Fachmann der Statistik’ (18. Jh.). statistisch Adj. ‘die Statistik betreffend, durch Zahlen belegt’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘Staatsverhältnisse betreffend’ (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Komparse · Statist
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Statist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Statist‹.

Verwendungsbeispiele für ›Statist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er selbst spielte ja sogar mit in dem Film, erfährt man jetzt, damals vor 34 Jahren, als Statist.
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2002
Männer sind in diesem Film übrigens nur Statisten (127 Minuten).
Bild, 15.06.2000
Das »Volk« gab in diesem destruktiven Prozeß nur den Statisten ab.
Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25430
Noch im kursächsischen Mandat von 1773 war der Autor ein bloßer Statist im wirtschaftspolitischen Kalkül.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3020
Die jungen Leute, die Statisten des Abends, welche die ganze Zeit lang geschwiegen hatten, schwiegen auch jetzt, mit betretenen Gesichtern.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 168
Zitationshilfe
„Statist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Statist>, abgerufen am 09.08.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
statisch
statiös
Stationsvorsteher
Stationsvorstand
Stationstaste
Statistenrolle
Statisterie
Statistik
Statistikamt
Statistiker