Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Statistik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Statistik · Nominativ Plural: Statistiken
Aussprache  [ʃtaˈtɪstɪk]
Worttrennung Sta-tis-tik
Herkunft aus Statisticanlat ‘Staatslehre, Staatswissenschaft’ < statuslat ‘(Zu-)Stand, Verfassung, Umstände’, statusnlat auch ‘Staat’ (Staat¹, Status)
eWDG

Bedeutungen

1.
Wissenschaft, die die zahlenmäßige Häufigkeit bestimmter Erscheinungen in Natur und Gesellschaft erfasst und deren Gesetzmäßigkeit untersucht
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die beschreibende (= das erfasste Zahlenmaterial tabellarisch, graphisch darstellende) Statistik
die mathematische (= Methoden der Mathematik anwendende) Statistik
die technische, biologische, landwirtschaftliche Statistik
physikalische Gesetze über Temperatur, Druck mit Hilfe der Statistik ableiten
2.
Zusammenstellung der Ergebnisse von Untersuchungen über die zahlenmäßige Häufigkeit bestimmter Erscheinungen, meist in Form einer Tabelle, graphischen Darstellung
Beispiele:
etw. aus einer Statistik ablesen, folgern
eine genaue, lückenlose, aufschlussreiche Statistik
eine Statistik der Geburten, Niederschläge
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Statist · Statistik · Statistiker · statistisch
Statist m. ‘Staatsmann, (weltkluger oder intriganter) Politiker’ (17. Jh., wohl nach voraufgehenden engl. statist, ital. statista), anfangs (in Anlehnung an Staat, s. d.) auch in der Schreibweise Staatist. In der Bühnensprache ‘Darsteller einer stummen, gleichsam stehenden (nicht agierenden) Rolle’ (18. Jh.). In beiden Verwendungen gebildet zu lat. status ‘das Stehen, Stand’ (auch ‘Zustand, Lage, Stellung, Wohlstand, Gesellschaftsform’, s. Status), zu lat. stāre (statum) ‘stehen’. Übertragen (Anfang 19. Jh.) ‘unbeteiligter Zuschauer, Rand-, Nebenfigur, unbedeutende Person’. Zu Statist ‘Staatsmann’ wird (2. Hälfte 17. Jh.) nlat. Statistica ‘Staatslehre, Staatswissenschaft’ gebildet (vgl. ital. statistica, 17. Jh.), das bald (Anfang 18. Jh.) in der Form Statistik f. für ‘Beschreibung eines Staates, eines Landes’ und (2. Hälfte 18. Jh.) die ‘Wissenschaft von der Erfassung, Erforschung und Beschreibung von Massenerscheinungen in Natur und Gesellschaft’ und die ‘graphische oder tabellarische Darstellung solcher Ergebnisse’ bezeichnet; heute auch die ‘Zusammenstellung, Darstellung der Ergebnisse von Massenuntersuchungen oder Befragungen’ (20. Jh.). Statistiker m. ‘Staatswissenschaftler, Staatenkenner’, dann ‘Fachmann der Statistik’ (18. Jh.). statistisch Adj. ‘die Statistik betreffend, durch Zahlen belegt’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘Staatsverhältnisse betreffend’ (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Mathematik
Synonymgruppe
Daten · Datenmaterial · Empirie · Erhebung · Statistik · Zahlen
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Ökonometrie
  • Korrelationskoeffizient · Korrelationswert · Produkt-Moment-Korrelation
  • Messniveau · Skalendignität · Skalenniveau · Skalenqualität
  • Hazardrate · Hazardwert
  • Innergemeinschaftliche Handelsstatistik  ●  Intrastat Kurzform
Assoziationen
Mathematik
Synonymgruppe
Lehre von Methoden zum Umgang mit quantitativen Informationen · Statistik
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • beschreibende Statistik · deskriptive Statistik · empirische Statistik
  • mathematische Statistik · schließende Statistik  ●  Inferenzstatistik fachspr. · induktive Statistik fachspr.
  • Data-Mining · Datamining · analytische Statistik · explorative Statistik · hypothesen-generierende Statistik
  • Biostatistik · Medizinische Statistik
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Statistik‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Statistik‹.

Verwendungsbeispiele für ›Statistik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zweideutig an der Statistik aber ist die Funktion, die Kurve. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 341]
Auch die japanische Statistik trennt schon Kinder unter »14 Jahren« von den übrigen Personen. [Abelsdorff, Walter: Kinderarbeit (gewerbliche). In: Grotjahn, Alfred u. Kaup, J. (Hgg.) Handwörterbuch der sozialen Hygiene, Leipzig: Vogel 1912, S. 964]
In großen Zügen weicht sie kaum von den Statistiken des Jahres 1911 ab. [Schelsky, Helmut: Die skeptische Generation, Düsseldorf: Diederichs 1957, S. 408]
Und schon entsteht während des Interviews eine durchaus brauchbare Statistik. [Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8]
Diese Statistik liegt jetzt vor, und ich bin stolz, zu ihrem Ergebnis beigetragen zu haben. [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Zitationshilfe
„Statistik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Statistik>.

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